Boxberg

Hochwasserschutz im Schüpfbachtal Rückhaltebecken zur Probe gestaut / Idyllische Seenlandschaft nur von kurzer Dauer

Überhaupt kein Grund zur Beunruhigung

Manch einer wird sich in den zurückliegenden drei Wochen über den neuen See im Schüpfbachtal oberhalb von Kupprichhausen gewundert haben – idyllisch und romantisch.

Kupprichhausen. Doch seit dem Wochenende gehört dieser See wieder der Vergangenheit an, denn es gibt ihn nicht mehr. Grund für diese kurzzeitige Seelandschaft war ein notwendiger Probestau am Hochwasserrückhaltebecken (HRB) in Kupprichhausen. Dieses 2002 errichte HRB ist als Trockenbecken ausgelegt und dient dem Hochwasserschutz für die Ortslage Kupprichhausen und dem Schüpfbachtal.

Realistische Bedingungen

Durch technische Umrüstmaßnahmen an der Anlage war es notwendig geworden, die Funktion unter realistischen Bedingungen (wie im Einstaufall) zu überprüfen. Diese Überprüfung wurde jetzt im Auftrag des Landratsamts Main Tauber Kreis und des Wasserverbandes Kaiserstraße durch das Ingenieurbüro BGS Wasser durchgeführt.

Hierfür war es notwendig, das Rückhaltebecken der Stauanlage mit einer Wasserhöhe von etwa 4,10 Meter anzustauen und diese über einen festgelegten Zeitraum zu halten. Hierbei wird die Dichtigkeit des Dammes, Funktion des Durchlassbauwerkes und der Mess- und Steuerungseinrichtung, Dammdrainage und Grundwasserverhalten unter Staubedingungen geprüft. Ebenso wird in einem festgelegten Verfahren die PC-gesteuerte Schieberanlage sowie das Verhalten der Abflussmenge im weiteren Verlauf des Schüpfbaches geprüft und ermittelt. Dies ist erforderlich, um im Hochwasserfall das Verhalten von Stauvolumen, Staureserve und Abflussmenge in Bezug auf die Aufnahmekapazität des Schüpfbaches festlegen und regulieren zu können.

Sicherheitsstandards erfüllt

Dies alles ist in der für die Stauanlage vorliegenden Betriebsvorschrift geregelt und bildet die Grundlage für den Betrieb derselben sowie ist die Arbeitsanweisung für die vor Ort verantwortlichen Stauwärter.

Dass die Anlage funktioniert und die geforderten Sicherheitsstandards erfüllt sind, wurden bei der am Freitag durch den Betriebsbeauftragten des Landratsamts, Lutz Müller, Diplom-Ingenieurin Kathrin Haase vom Ingenieur-Büro BGS Wasserwirtschaft sowie den für das HRB zuständigen Stauwärtern Ingo Keppner und Michael Sigmund durchgeführten Überprüfung der Gesamtanlage festgestellt und dokumentiert.

Abflussverhalten überprüft

Hierbei wurde auch das Abflussverhalten bei stufenweise getakteter Schieberöffnung und die Aufnahmemengen des Schüpfbaches im weiteren Verlauf an verschiedenen festgelegten Messpunkten überprüft.

Auch Bürgermeister Christian Kremer und Ortsvorsteherin Karin Körner waren vor Ort und überzeugten sich von der Funktion der Anlage und dem erfolgreich durchgeführten Probestau. Die Funktion und der Betrieb des HRB Kupprichhausen, so das Ergebnis des Probestaus, ist auch künftig sichergestellt und bietet den festgelegten Hochwasserschutz für die Ortslage von Kupprichhausen und das untere Schüpfbachtal.

Der festgelegte Hochwasserschutz dient dabei vorrangig dem Personen- und Objektschutz und nicht dem Schutz von Gärten und Wirtschaftsflächen. Sicher schade um den idyllischen See, doch ein gut funktionierender Hochwasserschutz und ein als Wirtschafts-, Rad- und Spazierweg nutzbarer Fahrweg durchs obere Schüpfbachtal in Kupprichhausen bietet sicher ein lohnender Ausgleich.