Boxberg

Gemeinderat Gremium stimmte der erneuten Offenlegung des Bebauungsplans „Schaafswiese“ zu

Weiterer Schritt zur Edeka-Erweiterung

Archivartikel

Für die Vergrößerung des Edeka-Markts Waibel in Boxberg wurden die nächste Schritte eingeleitet. Der Gemeinderat behandelte den Bebauungsplan „Schaafswiese“.

Boxberg. Als Vollsortimenter will der Edeka-Markt seine Verkaufsfläche deutlich vergrößern. Künftig stehen mehr als 2200 Quadratmeter dafür zur Verfügung. Auch der gastronomische Bereich wird erweitert.

Damit der Investor sein Vorhaben realisieren kann, muss die Stadt dafür den Bebauungsplan „Schaafswiese“ erstellen. Bei der Sitzung am Montag, die im Ratskeller der Stadt Boxberg stattfand, stellten Bürgermeister Christian Kremer und Hauptamtsleiter Marco Hellinger dem Gemeinderat die eingegangenen Bedenken und Anregungen der Träger öffentlicher Belange und der Nachbargemeinden vor.

Das Landratsamt hatte einige Konkretisierungen gewünscht. Und die Nachbarkommune Ravenstein befürchtet, dass durch den größeren Markt mehr Kaufkraft nach Boxberg gezogen wird.

„Da ist nichts dabei, was wir nicht ausräumen können, damit die Familie Waibel bauen kann“, betonte Bürgermeister Christian Kremer.

Die vorgebrachten Anregungen werden in die Planung eingearbeitet. Einstimmig beschloss das Gremium anschließend die erneute Offenlegung des aktuellen Entwurfs für einen Monat.

Der Rathauschef kritisierte den enormen bürokratischen Aufwand, der nötig sei, um auf dem Areal eines bestehenden Marktes einen Neubau zu errichten. „Wir sind auf einem guten Weg und auf der Zielgeraden, aber die Bürokratie dafür ist exorbitant“, monierte er. Sein Wunsch: Alle Beteiligten sollten mehr an einem Strang ziehen, um schneller ans Ziel zu kommen. Auch er sei nicht für unnötigen Flächenverbrauch. Aber hier sei der Eingriff schon vor vielen Jahren erfolgt. Und: „Wir als Kommune planen nicht unnötig. Das kostet doch alles Geld.“

Ins gleiche Horn stieß Dietmar Hofmann, der als Kreistagsmitglied die „150-Prozentigkeit des Landratsamts“ kritisierte.

Der Windischbücher Graben entlang der Kreisstraße soll renaturiert werden. Der „pfeilgerade Graben“, so Kremer, entstand während der Flurbereinigung. Bei Starkregen schießt das Wasser durch und vertieft den Graben sogar noch.

Künftig soll er mäandern und ökologisch aufgewertet werden. Amphibien sollen sich dort ansiedeln können. Dazu wird der Graben verflacht, es soll teilweise auch ein stehendes Gewässer erreicht werden. Gleichzeitig wird ein kleiner Damm am dortigen Weg aufgeschüttet. Das soll dem Hochwasserschutz der Bürger dienen, erklärte Kremer. „Damit haben wir bei Stark-regen ein weiteres Rückstauvolumen.“

Renaturierung des Grabens

Der Bürgermeister sprach von einer guten und ökologisch sinnvollen Maßnahme. Sie muss noch in diesem Jahr abgerechnet werden, damit die entsprechenden Zuschüsse fließen. 56 000 Euro kommen aus dem Naturschutzfonds Baden-Württemberg, zudem stehen Gelder einer Firma als Ausgleichsmaßnahme für deren Eingriff in die Natur zur Verfügung. Den Zuschlag erhielt die Firma Bokmeier aus Bad Mergentheim zum Preis von 115 269 Euro. Der erste Bauabschnitt reicht von Windischbuch bis zum Weg. Für das restliche Teilstück hat man weitere Zuschüsse angemeldet.

Die Beleuchtung im Stadtgebiet wird weiter auf LED-Technik umgerüstet. Der Gemeinderat vergab den Kauf von rund 170 Lampen an die Netze BW zum Preis von 54 832 Euro. Der Bürgermeister will die Lampen auf Lager legen und sie sukzessive einbauen, wenn die Baumaßnahmen etwa in Schweigern in der Langen Gasse und im Ursbachweg abgeschlossen sind. In Boxberg betrifft das die Straßen Brauereiweg, Lindenrain, Wannenweg und Schloßweg. „Die Sanierung der Ortsdurchfahrt steht nächstes Jahr an.“ Ersetzt werden sollten, laut Kremer, auch alte, verbrauchsintensive Lampen, für die es keine Ersatzteile mehr gibt. „Bis Ende 2019 sind alle Lampen verbaut“, ist er sich sicher.

Zudem will die Netze BW nächstes Jahr in Schweigern einige Straßen auf Erdverkabelung umstellen. Auch dort will der Verwaltungschef die alte Straßenbeleuchtung umstellen.

Kein Wasserschutzgebiet mehr

Aufgehoben werden soll das Wasserschutzgebiet um die Quelle in Lengenrieden, die früher Oberschüpf versorgte, da es nicht benötigt werde. Dieser Aufforderung des Landratsamts kommt die Kommune nach. Bei einer Gegenstimme und zwei Enthaltungen votierte der Gemeinderat für die Aufhebung.

„Die Quellfassung wird nur noch als Notversorgung genutzt“, erklärte Kremer. Die Trinkwasserversorgung erfolge seit 2001 über den zentralen Hochbehälter in Unterschüpf. Die Quelle selbst werde nicht aufgegeben.

Oberschüpfs Ortsvorsteher Ulrich Weiland und sein Kollegen Hans Höhnle waren der Meinung, dass die Aufhebung kein Problem sei, ergänzte Kremer. Weiland informierte, dass die Quelle zwar gut laufe, aber die Leitungen sehr marode seien.

Die Stadt habe drei Wasserbehälter, wo man Bodenseewasser, NOW-Wasser und eigenes Wasser mische. In Schwabhausen sprach Kremer von einer Insellösung. Um noch mehr Sicherheit in Sachen Trinkwasser zu erhalten, müsste man einen Ringschluss der drei Hochbehälter bauen.