Boxberg

Sitzung des Boxberger Gemeinderats Geänderte Friedhofsordnung soll in Zukunft Unstimmigkeiten vermeiden

Wünschen der Angehörigen entsprochen

Boxberg.Zur letzten öffentlichen Sitzung im laufenden Jahr traf sich der Boxberger Gemeinderat am Montagabend. Neben der einstimmigen Verabschiedung der geänderten Friedhofsordnung nahm das Gremium auch die Ausstellung von unentgeltlichen Jagderlaubnisscheinen im Jagdbogen Uiffingen II und im Jagdbogen Unterschüpf zur Kenntnis. Außerdem wurde den eingereichten Baugesuchen in den Stadtteilen Bobstadt, Schweigern, Wölchingen und Windischbuch zugestimmt und die Aufforstungsanträge auf Gemarkung Kupprichhausen positiv beschieden.

Im nichtöffentlichen Teil der Sitzung wurden die Ratsmitglieder über die Ansiedlung eines Lebensmittelmarktes in Schweigern informiert. Danach wurde der Haushaltsplan für 2018 vorberaten. Wie von Bürgermeister Christian Kremer zu erfahren war, werde der Etat für das kommende Jahr die Rekordsumme von rund 27 Millionen Euro erreichen. Die Verabschiedung des Zahlenwerkes sei für Ende Januar 2018 vorgesehen.

Mit der Änderung der Friedhofsordnung, deren ursprüngliche Fassung von 1974 bereits sechsmal abgeändert wurde, wolle die Gemeinde stärker den Wünschen der Hinterbliebenen entgegenkommen, wie der Bürgermeister einleitend betonte. In der Vergangenheit kam es immer wieder zu Unstimmigkeiten bei der Einhaltung der geltenden Vorgaben. Besonders die Wünsche der Hinterbliebenen wichen in zunehmendem Maße von den Regelungen ab. In einer gemeinsamen Sitzung mit der Verwaltung und den Ortsvorstehern Anfang November, haben die Teilnehmer Vorschläge zur Änderung der Friedhofsordnung erörtert.

Änderungen erarbeitet

Im Wesentlichen wurden folgende Änderungen erarbeitet: Die Maße der Gräber werden künftig nicht mehr in der Friedhofsordnung geregelt. Grababdeckplatten bzw. liegende Grabmale sind bis zu 100 Prozent (bisher 50 Prozent) der Grabfläche zulässig. Damit will man Nutzungsberechtigten entgegenkommen, die sich nicht intensiv um die Grabpflege kümmern können.

Stehende Grabmale bei Urnengrabstätten dürfen 65 Zentimeter hoch sein. Bisher waren nur 50 Zentimeter erlaubt. Das Genehmigungserfordernis für Grabmale und sonstige Grabausstattungen (unter anderem Abdeckplatten) wurde konkretisiert. So kann die Gemeinde die Beseitigung von Grabmalen, Grabdeckungen und Grabeinfassungen verlangen, wenn keine Genehmigung erteilt wurde. Auch eine Haftung bei Setzungen an Grabeinfassungen ist künftig ausgeschlossen.

Außerdem wird darauf geachtet, dass Grabmale nur von fachkundigem Personal (Bildhauer oder Steinmetz) aufgestellt werden. Jeder Nutzungsberechtigte erhält künftig mit einer Bestattungsgebührenrechnung ein Merkblatt über die wesentlichen Punkte. Dieses Merkblatt steht auch den Bildhauern und Steinmetzen zur Verfügung.

Darüber hinaus wurden einige Vorschriften der Friedhofsordnung an die Mustersatzung des Gemeindetags Baden-Württemberg angepasst. Aufgrund der Vielzahl der Änderungen in den vergangenen Jahren, soll die Friedhofsordnung komplett neu gefasst und gleichzeitig die alte Friedhofsordnung vom 25. März 1974 aufgehoben werden.

Keine Genehmigung nötig

Die Ausstellung von unentgeltlichen Jagderlaubnisscheinen bedarf keiner Genehmigung durch die Gemeinde. Es besteht lediglich eine Anzeigepflicht durch die Jagdpächter. Dieser kamen die Pächter des Jagdbogens Uiffingen II, Gabriele Reimann und Alois Dambach, fristgerecht nach. Sie haben der Stadtverwaltung mit mitgeteilt, dass sie für Sebastian Steck aus Bad Mergentheim einen unentgeltlichen Jagderlaubnisschein ausgestellt haben. Auch die Pächter des Jagdbogens Unterschüpf, Rainer Kern und Gerhard Glöckner, teilten der Verwaltung ordnungsgemäß mit, dass sie für Jens Kern aus Boxberg einen unentgeltlichen Jagderlaubnisschein ausgestellt haben.