Boxberg

Vortrag Privatdozent Dr. Gerhard Dobler referiert am 10. April in der Boxberger Mediothek/ Keine alternative Prävention zur Impfung gegen FSME

Zeckenstich kann sehr gefährlich werden

Der Spezialist für Zecken und die von ihnen übertragenen Viren, Dr. Gerhard Dobler, kommt am 10. April zu einem Vortrag nach Boxberg.

Boxberg. Wenn im Frühjahr die Sonnenstrahlen wieder stärker und die Tage länger werden, zieht es nicht nur die Menschen wieder nach draußen. Auch Zecken sind dann erneut auf der Suche nach Nahrung, also nach Blut von Menschen und Tieren. Was man über die kleinen Milben, die gefährliche Krankheiten übertragen können, wissen muss, wird Dr. Gerhard Dobler bei einem Vortrag am 10. April in der Boxberger Mediothek erklären. Der Zeckenexperte ist auf Einladung des Schweigerner Kinderarztes Dr. Claus Schott im Umpfertal.

„Wir sind hier in der Region FSME-Risikogebiet“, betont der Kinderarzt. Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) sei eine durch Zecken übertragene Virus-Erkrankung der Hirnhaut und des zentralen Nervensystems, die in unterschiedlich schweren Stadien verlaufen kann. Vor allem Süddeutschland ist davon betroffen. Hier will Schott für Aufklärung sorgen und Informationen bieten.

Dr. Schott verzeichnet in seiner Praxis wenig Erkrankungen. Er führt das auf die hohen Impfraten zurück und plädiert für einen rechtzeitigen Schutz. Gegen Zecken impfe er bedeutend mehr als gegen Grippe. „Eltern sprechen sich dafür aus, weil ihre Kindern den Waldkindergarten besuchen, mit den Eltern oder Großeltern oft im Grünen unterwegs sind oder auch einfach als Schutz, weil Hunde oder Katzen mit ihm Haus leben.“

Bereits ab ein bis zwei Jahren sei eine Impfung bei Kindern möglich, erläutert Dr. Schott und bezieht sich auf Aussagen der Ständigen Impfkommission am Robert-Koch-Institut. Die sieht bei Kindern die Gefahr besonders groß, von einer Zecke gestochen zu werden, da sich die Kleinen viel im Freien aufhalten. „Da die Impfung den einzigen wirksamen Schutz vor einer FSME-Erkrankung darstellt, sollten die Risiken sorgfältig abgewogen werden. Auch wenn Fieber nach der Impfung bei rund 15 Prozent der ein- bis zweijährigen Kinder und bei fünf Prozent der Drei- bis Elfjährigen auftreten kann, gibt es keine vergleichbar effektive alternative Präventionsmaßnahme“, heißt es auf der Internetseite des Robert-Koch-Instituts.

Privatdozent Dr. Dobler, Facharzt für Mikrobiologie, Virologie und Infektionsepidemiologie und Leiter der Abteilung für Virologie und Rickettsiologie am Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr München hatte Dr. Schott bei einer Fortbildung kennengelernt. „Beim Süddeutschen Zeckenkongress hat er einen hervorragender Vortrag gehalten“, schwärmt der Kinderarzt über die Leidenschaft seines Kollegen. Und ihm kam sofort die Idee, diesen Fachmann nach Boxberg zu holen. Schott hat einfach angefragt und von Dobler kam die Zusage.

Der Zeckenexperte forscht schon lange über die kleinen Blutsauger und ist Spezialist, wenn es um durch Zecken übertragene Viren, hier besonders das FSME-Virus, geht. Er wird über die Verbreitung von Zecken berichten, die auch durch Vögel erfolgen kann, und ein Augenmerk auf das Verhalten bei einem Zeckenstich legen.

Damit sowohl Fachleute als auch Laien vom großen Erfahrungsschatz des Zeckenforschers profitieren, findet zunächst eine Ärztefortbildung zum Thema statt. Von 16 bis 18 Uhr werden Mediziner die Problematik behandeln. Um 19 Uhr ist dann ein Vortrag in der Mediothek geplant, der alle Interessierten ansprechen soll. Schirmherr der Veranstaltung ist Bürgermeister Christian Kremer.