Buchen

Im Wimpinasaal Spiritual- und Gospel-Workshop

100 Teilnehmer waren dabei

Buchen.Der Spiritual- und Gospel-Workshop, den der Förderverein Kirchenmusik zum Ende des Kirchenjahres anbot, erfreute sich großer Resonanz. Jugend- und Kirchenchor von St. Oswald, sowie zahlreiche Projektteilnehmer aus der ganzen Region – insgesamt über 100 Sängerinnen und Sänger – folgten der Einladung in den Wimpinasaal in Buchen.

Referent war Dr. Matthias Becker, der nach dem Studium der Schulmusik, Chorleitung und Musikwissenschaften über „die Chormusik im Jazz“ promovierte. Neben seiner Tätigkeit als Leiter renommierter Jazz-Chöre, ist er als Autor von Fachbüchern und Dozent bei nationalen und internationalen Fortbildungsveranstaltungen tätig. Kirchenmusiker Horst Berger hatte 2010 bei Becker die „Masterclass Vocal Jazz und Vocal Pop“ und hatte ihn nun nach Buchen geholt.

Vor die eigentliche Chorarbeit stellte der Referent ein intensives Warm-up, bei dem neben der Stimme der ganze Körper aktiviert und die letzte trübe Novemberstimmung vertrieben wurde. Von Anfang bis Ende der Veranstaltung gelang es Becker, mit seiner Dynamik den Funken seiner eigenen Begeisterung auf die Teilnehmer überspringen zu lassen. Da die meisten Sängerinnen und Sänger keine Erfahrung mit Gospel- und Jazzelementen in der Chormusik mitbrachten, stellten die anspruchsvollen Rhythmen und Stilelemente der Stücke „Wade into the water“, „Didn‘t my lord deliever Daniel“ von Moses Hogan und „Hear my prayer,“ arrangiert von Matthias Becker, eine echte Herausforderung dar. Wurde zunächst die Aufforderung des Dirigenten „den Text vom Blatt zu lesen“ von manchem belächelt, so waren doch einige Vorübungen und eine hohe Konzentration des Chors notwendig, um die ersten Passagen singen zu können.

Durch die lockere, motivierende Art und den professionellen Probestil von Matthias Becker, stellten sich bereits nach wenigen Stunden ersten Erfolge ein. Ein besonderes Erlebnis war das Scat-Singing, eine im Jazz weit verbreitete Gesangsart. Hierbei handelt es sich um improvisiertes Singen von Tonsilben ohne Wortbedeutung und ohne zusammenhängenden Sinn, als lautmalerische Nachahmung instrumentaler Phrasen. Mathias Becker kreierte als Vorsänger immer neue Passagen, die vom Chor oder Teilen des Chors nachgesungen wurden. Am Ende des hoch interessanten, aber auch anstrengenden Workshops lobte der Referent die engagierte Mitarbeit und Lernfähigkeit der Teilnehmer, die für einen Laienchor nicht selbstverständlich sei. Am Sonntag wurden die für die Kürze der Zeit beachtlichen Ergebnisse im Gottesdienst der Gemeinde vorgestellt. brö