Buchen

Am Burghardt-Gymnasium Abschluss der Schüleringenieurakademie gefeiert / Dominik König und Jonathan Wehner Preisträger der Baden-Württemberg-Stiftung

18 Schüler mit sieben bemerkenswerten Projekten

Archivartikel

Buchen.Doppelten Grund zur Freude hatten am Donnerstag Schüler, Lehrer und Eltern am Burghardt-Gymnasium (BGB): 18 Schüler beendeten die Schüleringenieurakademie. Zwei weitere präsentierten ihr Projekt, für das sie bei einem Wettbewerb der Baden-Württemberg-Stiftung rund 1200 Euro an Preisgeld gewonnen haben.

Vor fast zwei Jahren meldeten sich die beiden damaligen BGB-Schüler Dominik König und Jonathan Wehner beim Wettbewerb „mikro makro mint“ der Baden-Württemberg-Stiftung an.

In der Folgezeit wechselte Dominik König auf das benachbarte Technische Gymnasium, während Jonathan Wehner am BGB sein Abitur ablegte. Ihr Projekt verfolgten die beiden ehemaligen Klassenkameraden dennoch weiter, und das mit großem Erfolg.

„Absolut bemerkenswert“

Gegen fast 200 Schüler-Forschungsteams aus ganz Baden-Württemberg setzten sie sich durch und gewannen mit ihrem „Datacopter“ ein Preisgeld in Höhe von rund 1200 Euro.

Bei dem „Datacopter“ handelt es sich um eine Drohne, mit der man in unterschiedlichen Höhen den Kohlendioxid-, den Ozon- und den Feinstaubgehalt der Luft messen kann. Die Messwerte werden über Funk an eine Bodenstation gesendet.

„Was aus dem anfänglichen Interesse an Programmierung und Mikrocontrolling hier gewachsen ist, ist absolut bemerkenswert“, lobte BGB-Schulleiter Oberstudiendirektor Jochen Schwab die beiden Schüler. Er dankte auch der Firma Binder-Elektronik aus Waldstetten sowie vom BGB dem Lehrer Thomas Haas, die die Schüler bei ihrem Projekt unterstützt hatten.

Ebenfalls mit technischen Projekten haben sich im abgelaufenen Schuljahr 18 Schüler des BGB beschäftigt, die an der Schüleringenieurakademie (SIA) teilgenommen hatten. Sie bauten bei der Firma Aurora in Mudau ein Klimagerät für einen Omnibus, stellten bei der Firma Eirich in Hardheim aus Ton und Feldspat ein Granulat her, befassten sich bei der Firma Kuhn in Höpfingen mit Pumpen in verschiedenen Einsatzbereichen, produzierten bei der Firma Scheuermann und Heilig in Hainstadt einen Schlüsselanhänger mit Flaschenöffner und entwickelten bei der Firma Hoffmann + Krippner in Buchen einen Powerpoint-Presenter.

Eva Raff, die gemeinsam mit Thomas Haas am BGB für die SIA zuständig ist, informierte darüber, dass es bei dieser Arbeitsgemeinschaft auch um Schlüsselkompetenzen wie Teamfähigkeit, Projektmanagement und Präsentationstechniken gehe. Dazu durchliefen die Schüler einen Hochseilgarten und nahmen an verschiedenen Seminaren und Trainings teil.

Der Interessentest „Coaching4future“ sollte es den Teilnehmern erleichtern, die richtige Berufs- oder Studienwahl zu treffen. Markus Metz, Abteilungsleiter vom Straßenbauamt Tauberbischofsheim, brachte den Schülern den Beruf des Bauingenieurs näher.

Außerdem standen eine Besichtigung bei „Bosch Engineering“ in Abstatt, die Teilnahme am „Tag der Bauphysik“ sowie die Besichtigung des Fraunhofer-Instituts für Bauphysik in Stuttgart und Besuche an der Hochschule für Technik in Künzelsau und der Dualen Hochschule in Mosbach auf dem Programm. Ihre technischen Projekte in den Firmen realisierten die Schüler-Ingenieure an insgesamt sieben Freitagen.

Martin Gehrig von der Firma Hofmann + Krippner würdigte stellvertretend für alle beteiligten Firmen die Leistungen der Schüler. „Wir sind froh, dass es die SIA gibt“, sagte er. Denn diese ermögliche es den Schülern, sich umfassend über technische Berufe zu informieren. „Und wir können den Schülern zeigen, dass es auch in ihrer Heimat tolle Firmen gibt. Man muss nicht in die Ballungsräume ziehen.“ Gehrig wünschte sich, dass künftig sich mehr Frauen für MINT-Berufe (Mathematik, Ingenieurwesen, Naturwissenschaften, Technik) interessieren mögen. Er dankte allen Lehrern für ihren Einsatz.

„Ein Land mit wenig Bodenschätzen braucht qualifizierte MINT-Fachkräfte“, stellte Bürgermeister-Stellvertreter Martin Hahn fest. SIA sei „eine hervorragende Möglichkeit, den Ingenieurberuf den Schülern näherzubringen“. Die Akademie verbinde die Faktoren Wissen, Können, Teamgeist und gegenseitige Wertschätzung. Auch Martin Hahn beglückwünschte die Schüler zu ihren Leistungen und dankte den Lehrern sowie Firmenvertretern.

Thomas Wießler vom Arbeitgeberverband Südwest-Metall bezeichnete die SIA als „Erfolgsprojekt“. Sie wurde auf der Ostalb erfunden und trat ihren Siegeszug durch Baden-Württemberg an. Am BGB absolvierte bereits der zehnte Jahrgang die Akademie. In diesem Schuljahr befassten sich in Baden-Württemberg insgesamt 618 Schüler an 46 SIA mit Ingenieurberufen.

Auf diese Weise soll den jungen Menschen leichter gemacht werden, sich für den richtigen Beruf oder das passende Studium zu entscheiden. „Wir haben bisher eine zu hohe Abbrecher-Quote bei technischen Studiengängen“, sagte Wießner. „Das können wir uns künftig nicht mehr leisten.“

Er dankte allen Kooperationspartnern und Sponsoren für ihre Unterstützung. Anschließend gratulierte er den Schülern und händigte ihnen ihre Teilnehmerurkunden aus.

Folgende Schüler nahmen an der Schüleringenieurakademie teil: Ben Ackermann, Leonard Breunig, Dominik Ehret, Sofie Englert, Michael Gramlich, Till Haaker, Alexander Ilz, Leon Linsler, Niklas Linsler, Niklas Mackert, Samuel Merkert, Justus Röderer, Ana Maria Rosche, Corina Schmitt, Boris Semler, Rico Ulm, Daniel Valinger und Maximilian von Wedel.