Buchen

Pilgerreise 19 Wanderer marschierten drei Tage lang von Walldürn nach Heilbronn

85 Kilometer auf dem Jacobsweg unterwegs

Hettingen.Was im vergangenen Jahr in Aschaffenburg auf dem fränkischen Jacobsweg mit 80 Kilometern Fußmarsch in zwei Tagen bis Walldürn begonnen hatte, wurde nun am vergangenen Donnerstag erfolgreich fortgesetzt.

Gundolf Scheuermann und Heiko Leitner, zwei erfahrene Wanderführer, hatten im Frühjahr den neuen Plan für 2018 vorgestellt. Bis ins kleinste Detail vorbereitet und spirituell begleitet von Heiko Leitner ging es von Walldürn nach Heilbronn. 19 erfahrene Jacobsweg-Pilger, aber auch völlig neue Wanderer machten sich frühmorgens mit vollgepackten Rucksäcken auf den Weg. Zunächst wurde in der Basilika innegehalten und für eine gute Pilgerreise gebetet. Auf dem Limesweg ging es vorbei an den Walldürner Bauernsiedlungen in den großen Wald Richtung Hettinger Forsthaus, von dort Richtung Rinschheim wo Ortsvorsteher Bernhard Bechtold und Sabine Scheuermann die Pilger auf dem Lausenbuckel empfingen.

Unbekannte Pfade

Wohlversorgt und mit Hinweisen über die Lausenberganlage versehen ging es weiter auf dem Limesweg nach Osterburken. Schon auf dieser Strecke liefen die Teilnehmer auf ihnen fast völlig unbekannten Pfaden. Das Wetter spielte trotz anderer Vorhersage mit und so gelangten die Wanderer nach Adelsheim wo sie die Jahrhunderte alte Jakobuskirche besichtigten. Nach wenigen Kilometern erreichte die Gruppe Sennfeld, wo die erste Übernachtung anstand. Nach einer informativen Führung mit H. Lochmann durch die Sennfelder Synagoge ging es zurück ins Schlosshotel, um sich von den Strapazen des Tages zu erholen.

Am nächsten Morgen ging es frohen Mutes und um zwei zusätzliche Wanderer verstärkt auf die 37 Kilometer lange Königsetappe von Sennfeld über Roigheim, Waldmühlbach, Neudenau, Herbolzheim und Jagstfeld nach Bad Wimpfen, wo die Wanderer in der Unterstadt im ehemaligen Malteser-Kloster Unterkunft fanden. Nach einer Führung in der großen Klosteranlage am Neckar ließ es sich die Gruppe nicht nehmen, zur Einkehr auch die Oberstadt zu besuchen.

Nach einer wohlverdienten Nachtruhe – immerhin hatten die Pilger bereits 70 Kilometer in den Beinen – hieß das Ziel der Reise Heilbronn. 15 Kilometer auf Rad- und Wanderwegen entlang des Neckars standen an. Kein einziger Berg oder Hügel musste erklommen werden, was der Gruppe am letzten Tag auch guttat.

Am Gedenkstein der von den Terroristen des NSU getöteten Polizistin Michelle Kiesewetter hielt die Gruppe inne, bevor sie am Heilbronner Bahnhof von Svenja Scheuermann am Ende der Pilgerwanderung empfangen wurde. Mit dem Zug machten sich die Teilnehmer nach kurzer Pause auf die Heimfahrt nach Walldürn, fest entschlossen, sich mit Gundolf Scheuermann und Heiko Leitner auch auf die verbliebenen Kilometer nach Colmar zu machen. ksc