Buchen

In der Buchener Stadthalle Aus Funk und Fernsehen bekannte Komiker fuhren mit ihrem Navi sogar "in die Hölle nach Walldürn"

"Allmächd" mit Heißmann und Rassau

"Allmächd!" Fränkisch, frisch, frohsinnig und ein wenig frech führten Volker Heißmann und Martin Rassau am Samstag durch den zweistündigen "Unterhaltungsabend" in der Stadthalle.

Buchen. Die aus Funk und Fernsehen bekannten Komiker brillierten mit einer herzenswarmen Show - es muss ja nicht immer lauthals politisiert werden.

"Zum 864. Mal" begrüßten die beiden ihre Fans und nutzten diesen Moment gleich für eine launige Anspielung auf die täglich durch's Radio tönende Werbung eines gewissen Müsliproduzenten aus "Badisch Franken". So können die Buchener ihre "abgelegene Lage" als überaus glücklich einstufen: "Wenn das von diesem Spot genervte Deutschland wüsste, wo ihr wohnt, würden sie Buchen stürmen!", riefen Heißmann und Rassau. Für den Rest des Gastspiels hatten die begnadeten Humoristen einen guten Tipp auf Lager: "Verkrampft Euch nicht beim Lachen - sonst geht's in die Hose!"

In der Tat folgte ein Lacher dem anderen: Die durchweg gelungenen Sketche über den täglichen Wahnsinn des Alltags sorgten für zünftige Stimmung in der Stadthalle. So ließ Martin Rassau wissen, dass man seit 11.22 Uhr in Buchen weile und seitdem so Einiges erlebt habe - zum Beispiel die Blaupause einer Kneipentour: "Die Häuser waren entweder voll oder zu", rief er.

Aber noch schlimmer sei die Anreise verlaufen, da auf der Autobahn ein echter Unhold für Aufruhr sorgte. "Hinter uns hat jemand geblinkt und gehupt - funktionierte alles, aber wir sind ja nicht der TÜV", resümierten die Stimmungskanonen, die sich noch nicht mal von ihrem kapriziösen Navigationsgerät aus der Ruhe bringen ließen. Als man ihm jedoch befahl, "zur Hölle zu fahren", habe es sie freundlicherweise nach Walldürn gelotst!

Dort mischten sie ein Liebespaar auf: "Hallo Schatz, wir sehen uns daheim!", rief Volker Heißmann aus dem Wagen und beobachtete im Rückspiegel einen handfesten Streit. "Es wusste ja niemand, wen ich gemeint habe", sagte er treuherzig und entfachte eine weitere Lachsalve.

Dass der Name die Visitenkarte eines Menschen ist, zeigte der "Besuch auf dem Standesamt. Geht etwa Sherlock Holmes? Aber nicht doch! Michael Holm? Der lebt doch noch! Charly? Nein: Nicht geschlechtseindeutig! Aber am Ende kam dann doch Sherlock Holmes durch: Den Namen des Meisterdetektiven trägt kein Kind, sondern ein Hund - der somit auch keinen "Coffee to go" trinkt. "Wer keine drei Minuten Zeit hat, braucht keinen Kaffee", erklärten die Franken und amüsierten sich über die im Bistro gestellte Frage, ob man den "Coffee to go" mitnehmen oder vor Ort genießen möge. Nach eindeutig zweideutigen "Versprechern" beim Handykauf folgte der Hinweis auf das Phänomen der Selfies: "Wenn du 30 Versuche brauchst, bis du ein gescheites Selfie hast, bist du eben einfach hässlich!"

Mit einfallsreichen Outfits sammelten die reschen Hallodris gleichsam Sympathiepunkte. So heizten sie mit dem Sketch über den "Kennenlerntag", der als Hochzeitstag jedem Ehepaar ein Begriff sein dürfte, kräftig ein. "Stress kommt nur von den Frauen", lachten Heißmann und Rassau - freilich im übertragenen Sinne: Während er im Restaurant drei Hefeweizen konsumiert, lutscht sie drei Stunden lang an einer Apfelschorle. Geht sie "vorsichtshalber" das vierte Mal zur Toilette, bestellt er noch ein Hefeweizen - "vorsichtshalber", versteht sich!

Im zweiten Teil gab es dann ein Wiedersehen mit "Waltraud und Mariechen". In der Rolle der ältlichen wie gesprächigen Witwen aus dem Frankenland liefen Heißmann und Rassau zur Höchstform auf, gaben kräftig Zunder und sorgten für eine bombastische Stimmung. Wohlgemerkt ohne auch nur eine Sekunde unter die Gürtellinie zu gehen. Denn das ist die große Kunst des Humors - eine Kunst, die Heißmann und Rassau, aber selbstredend auch Waltraud und Mariechen perfekt beherrschen - auf gut Fränkisch kann man nur sagen: "Allmächd!"