Buchen

Vortrag von Josef Frank „Unser Buchen, eine liebenswürdige Stadt sanieren und bewahren: Aufgabe und Verpflichtung für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“

Altbürgermeister blickt auf eine die Stadt prägende Zeit

Archivartikel

Buchen.In dem von der Kolpingsfamilie Buchen angekündigten Vortrag: „Unser Buchen, eine liebenswürdige Stadt sanieren und bewahren: Aufgabe und Verpflichtung für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft“ zeigt Kolpingmitglied und Bürgermeister a.D Josef Frank den Weg auf, der in dieser Zeit gegangen wurde. Der Vortrag findet am Donnerstag, 9. Mai, um 19.30 Uhr im Kolpingheim statt. Zu der Veranstaltung sind alle interessierten Bürger willkommen.

Buchen war vor Beginn der Stadtsanierung eine Kleinstadt mit dörflicher Prägung, eine Ackerbürgerstadt. Der berühmte Architekt Professor Egon Eiermann, der nach 1945 sein Büro von Berlin nach Buchen verlegte, meinte 1946 in einem Exposé für die Stadt Buchen, dass eine Sanierung nur möglich ist, wenn die Bauern ausgesiedelt werden. Er unterstütze die Absicht der Stadt über eine Flurbereinigung die landwirtschaftlichen Betriebe zu verlagern.

Keine Seltenheit

Es waren 21 Betriebe, die in den Gewannen Kaltenberg, Weidenbaum, Marienhöhe und Limbacher Weg neu errichtet wurden. Es war noch in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts keine Seltenheit in der Innenstadt, dass noch vor den Häusern Misthaufen, oft in beträchtlicher Größe, anzutreffen waren. Die landwirtschaftlichen Betriebe wurden verlagert, die Gebäude wie Scheunen, Stallungen und Remisen blieben. Egon Eiermann, ein Anhänger der Flächensanierung, hatte auch in Buchen Anhänger für seine Idee der Tabula rasa. Einige Bebauungspläne sind noch vorhanden mit Ansätzen einer Plattensiedlung. Begonnen wurde mit dem Abriss der landwirtschaftlichen Gebäude von Landwirt Schönit in der Haagstraße einschließlich des Wohnhauses. Das Anwesen Wittemann ebenfalls in der Haagstraße fiel ebenfalls der Spitzhacke zum Opfer, ebenso die Scheune und der Stall von Landwirt Lemp in der Kellereistraße.

Die Volksbank Franken wollte dort ihr Bankhaus erstellen und hatte bereits die Grundstücke erworben. Das jetzige Bankgebäude in der Walldürner Straße ist städtebaulich in Ordnung. Das Bankgebäude anstelle des Altenwohnstiftes wäre städtebaulich eine Katastrophe gewesen. Beim Bauantrag auf Abbruch des Wohngebäudes Lemp kamen bei einem Teil des Gemeinderates Zweifel, ob eine Flächensanierung der richtige Weg sei. Man befürchtete, dass die Identität der Stadt bei dem Abbruch „des alten Buchen“ verloren geht.

Die beiden Wohnhäuser Lemp (VHS Gebäude I) und Häfner (VHS-Gebäude II) sollen als Ersatz für das dort abgebrochene Würzburger Tor erhalten bleiben, dies war die Meinung der Gegner der Flächensanierung. Es ist gelungen, dass die Volksbank Franken ihre Absicht aufgab, nachdem der neue Platz an der Walldürner Straße gefunden wurde. Anstelle des Bankgebäudes steht dort das architektonisch gelungene Altenwohnstift des Spitalfonds, das zusammen mit dem Museumsareal und den beiden VHS-Gebäuden eine gelungene Symbiose von Alt und Neu darstellt.

Auch die sogenannte Rieseninsel, vom Café Riesen bis zur Bäckerei Müller, sollte ebenfalls abgebrochen werden. Auch hier gab es bereits Pläne, einen Betonklotz mit Waschbetonfassade. Eine der ersten Entscheidungen des neuen Gemeinderates nach der Neugründung der Stadt 1974 war die Änderung des Sanierungszieles. Flächensanierung wurden nur noch dort durchgeführt, wo keine historischen und stadtbildprägenden Situationen einen Abbruch rechtfertigen, ansonsten war die Objektsanierung das Ziel. Im Verlauf der Amtszeit von Bürgermeister Josef Frank von 1974 bis 1999 wurden 148 Objekte saniert mit einer Investitionssumme von 154 Millionen Mark. Dieser Betrag beinhaltet auch die Kosten für Infrastrukturmaßnahmen wie Rathaus, Straßen, Parkierungen und Grünanlagen sowie die privaten Investitionen.