Buchen

Sportplätze in der Region (Teil 1) Viele Vereine sind bei der Pflege der Plätze auf ehrenamtliche Helfer angewiesen / Hilfe durch Stadt oder Gemeinde nicht überall vorhanden

Auf dem Spielfeld heißt es „Wasser marsch!“

Viel zu tun haben derzeit die Fußballvereine. Sportfeste, Vorbereitung, der anstehende Saisonstart – und dann sind da noch die Sportplätze. In zwei Teilen widmen sich die FN der Pflege und Bewässerung.

Buchen. Eher kläglich und trist sehen in diesem Sommer die Rasenflächen der meisten Gärten aus. Statt saftigem Grün gibt es nur braunen Rasen. Schuld daran: die anhaltende Trockenheit. Auch den Fußballplätzen in der Region machen der fehlende Regen und die hohen Temperaturen zu schaffen. Bereits am Sonntag startet die Kreisliga Buchen in die neue Runde, die anderen Klassen folgen eine Woche später. Um zu Saisonbeginn auf annähernd grünem Rasen Fußball spielen zu können, benötigen die Sportplätze die richtige Pflege. Hierbei ist die Bewässerung von großer Bedeutung.

Die Walldürner Eintracht hat mit der Bewässerung der drei Rasenplätze nichts zu tun. Dies ist Angelegenheit der Stadt. Von den entstehenden Kosten für die Bewässerung übernehmen Stadt und Verein jeweils die Hälfte. „Die Bewässerung erfolgt über eine Berieselungsanlage, auf den zwei älteren Sportplätzen allerdings noch hydraulisch“, so die zuständige Sachbearbeiterin Heike Schubert. Im Zuge des Neubaus des Vereinsheims wird momentan eine neue Berieselungsanlage installiert. „Perspektivisch führte kein Weg daran vorbei, da sie sich auf dem neuesten Stand der Technik befindet und so eine effiziente Bewässerung stattfinden kann“, so Schubert weiter.

Probleme mit der Platzqualität

Beim TSV Merchingen dagegen wird die Pflege des Platzes in Eigenregie betrieben. Der Verein erhält einen jährlichen Zuschuss in Höhe von 340 Euro seitens der Stadt. Die Bewässerung wird von ehrenamtlichen Mitarbeitern mittels eines mobilen Rasensprengers (siehe Bild oben) durchgeführt. Dieser wird an einem Seil automatisch über den Platz gezogen. Der Bewässerungsumfang reicht aber nicht immer. „Bei längerer Trockenheit und hohen Temperaturen schaffen wir es nicht, den Platz grün und gut bespielbar zu halten. Dann können wir bei der Stadt einen Antrag auf Bewässerung durch die Jugendfeuerwehr stellen“, erklärt Manfred Zier, Vorsitzender der Sportabteilung. Im Laufe der Jahre hat der Rasensprenger an Leistung eingebüßt. Mittlerweile ist das Ziehen eines vollen Schlauches für das Gerät nicht mehr möglich, so dass immer wieder Helfer eingreifen müssen. „Wir besitzen leider keine großen finanziellen Rücklagen, daher können wir auch mittelfristig keine Abhilfe schaffen“, beschreibt Zier die schwierige Situation. Eine Bewässerung des gesamten Platzes dauert zwischen drei und fünf Stunden.

Ehrenamtlicher Einsatz gefragt

Auf die gleiche Weise wie in Merchingen führt auch der SV Großeicholzheim die Bewässerung seines Trainingsplatzes durch. Momentan sind Platzwart Thomas Sommer und sein Team täglich auf dem Sportgelände zu finden. Damit die komplette Rasenfläche bewässert werden kann, muss der Rasensprenger immer wieder umgestellt werden. „Auf dem Hauptspielfeld haben wir glücklicherweise eine elektronische Beregnungsanlage.

Trotz des Wetters sind wir mit der Qualität beider Plätze zufrieden, was ohne die ehrenamtlichen Helfer nicht möglich wäre“, stellt Günter Schmitt-Haber, Abteilungsleiter Fußball, erfreut fest. Dieses Jahr benötigt der SV, wie auch andere Vereine, sehr viel Wasser, um die Plätze in gutem Zustand zu halten. Daher sind die Verantwortlichen über die Hilfe von der Stadt froh. „Die Gemeinde Seckach übernimmt die Kosten des Wassers gerne, da wir die Förderung des Sportes als wichtig erachten“, ergänzt Roland Bangert, Mitarbeiter des Bürgermeisteramtes in Seckach.

Beregnungsanlage hilfreich

Auch die Bewässerungskosten des TV Hardheim werden größtenteils übernommen. Bis zu 1400 Kubikmeter jährlich stellt die Gemeinde Hardheim allen Vereinen mit Sportplatz kostenlos zur Verfügung. Bei höherem Verbrauch werden den Vereinen die Kosten in Rechnung gestellt. „Dieses Jahr brauchen wir mehr Wasser für den Platz, aber wir sind natürlich erpicht, die 1400 Kubikmeter einzuhalten“, hofft Klaus Kressner. Für die Bewässerung des Rasenplatzes ist der TV-Mitarbeiter Waldemar Halbaur verantwortlich, der die elektronische Berieselungsanlage mit Zeitschaltuhr steuert.

Bei der Erbauung 1994 wurden unterhalb des Platzes Leitungen verlegt, die die Regnerdüsen versorgen. Die vier Regner befinden sich in der Mitte des Spielfeldes und sorgen für eine gleichmäßige Bewässerung auf dem Spielfeld. „Bei der jetzigen Trockenheit ist die Anlage jeden Abend in Betrieb. Sie ist äußerst effektiv und die Platzqualität ist dementsprechend in Ordnung“, zeigt sich Kressner zufrieden. Der zweite vom TV Hardheim zu pflegende Platz ist ein Kunstrasenplatz, auf dem keine Bewässerung nötig ist.

Wasserentnahme aus dem Fluss

Auf natürliche Art und Weise wird die Bewässerung beim SV Adelsheim vollzogen. Das Wasser wird kostenlos aus der Seckach entnommen, die direkt neben dem Gelände vorbeifließt. Die Regner in beiden Spielfeldern lassen sich von Schaltschränken am Spielfeldrand steuern. Mittels Wasserdruck werden die zehn Regner beim Hauptspielfeld aktiviert.

„Es befinden sich zwei in der Mitte sowie jeweils zwei Regner an den Seiten des Spielfeldes, so dass eine optimale Bewässerung möglich ist. Momentan läuft die Anlage einmal in der Nacht und sorgt für eine gute Platzqualität“, erläutert Ralf Remmler, Finanz- und Verwaltungsvorsitzender des SV. Von den ehrenamtlichen Helfern muss die Beregnungsanlage am Nebenplatz dagegen zweimal pro Tag eingeschaltet werden, da dies die Bodenbeschaffenheit erforderlich macht. Bis zum Jahr 2016 war an derselben Stelle ein Hartplatz, bevor man diesen in eine Rasenfläche umgewandelte.

Kein Trinkwasser auf den Platz

Grundsätzlichere Probleme hat man bei der SpVgg Sindolsheim. „Eine Möglichkeit der Bewässerung besteht bei uns nicht, daher befindet sich das Hauptspielfeld momentan in einem kritischen Zustand“, stellt der Vorsitzende Karl Graser besorgt fest. Eine fest installierte Beregnungsanlage gibt es nicht. Die Anschaffung eines Rasensprengers oder ähnlicher Geräte lehnt man bei der SpVgg ab, da die Bewässerung mit Trinkwasser vermieden werden soll. In den Sommermonaten wird daher immer wieder auf die Plätze des TSV Rosenberg ausgewichen. Dies bietet sich aufgrund der bestehenden Spielgemeinschaft im Seniorenbereich an.

Auch die Vereine in den Buchener Stadtteilen müssen in Eigenregie für die Bewässerung auf ihren eigenen Plätzen sorgen. Meistens kommt dafür ein mobiler Regner zum Einsatz. Teilweise gibt es in den sieben Ortsteilen jeweils einen vereinseigenen und einen städtischen Platz. Insgesamt gibt es 18 Fußballfelder im Stadtgebiet Buchen. Auf allen städtischen Plätzen in den Teilorten sind Beregnungsanlagen installiert. Etwaige Reparaturen werden von der Gemeinde durchgeführt.

Unabhängig von den Eigentumsverhältnissen werden für alle Plätze die Wasserkosten übernommen oder zumindest kostenlos zur Verfügung gestellt. Bei einigen Plätzen besteht die Möglichkeit, Wasser von Quellen oder eingerichteten Zisternen zu nutzen.

In der Kernstadt Buchen gibt es einen Kunstrasen-, einen Ricotenplatz und zwei Rasenplätze, die sich alle im Eigentum der Stadt befinden.

Die Pflege der drei Plätze um das Frankenlandstadion herum sowie im Stadion koordiniert der Hausmeister der angrenzten Grundschule. Er führt die Maßnahmen durch und wird vom Stadtgärtner unterstützt.

Momentan werden fast ausschließlich die beiden Rasenplätze intensiv bewässert, wobei jeder der vier Plätze über eine elektronische Beregnungsanlage verfügt. Dies geschieht in der aktuellen Hitzeperiode dreimal wöchentlich, überwiegend in der Nacht. Die anfallenden Kosten trägt auch hier die Stadt.