Buchen

Helene-Weber-Schule in Buchen Klimawandel, Kommunalpolitik und die Rolle der EU wurden bei Projekttag beleuchtet / Dorothee Schlegel als Gastrednerin

Beitrag der EU zur Verhinderung des Klimawandels interessierte Schüler

Buchen.Was macht die Europäische Union und womit beschäftigt sich die Kommunalpolitik? Dieser und weiterer Fragen ging die Jahrgangsstufe 2 der Helene-Weber-Schule (HWS) im Rahmen des EU-Projekttags nach. Dabei streiften die Schüler aktuelle Probleme, wie den Klimawandel oder den Brexit, und informierten sich über die anstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament sowie der Kommunalwahlen.

Als Ehrengast und Rednerin des Impulsvortrags wurde Dr. Dorothee Schlegel, ehemalige Abgeordnete des Deutschen Bundestags gewonnen. Da sie selbst jahrelang Mitglied im sogenannten „EU-Ausschuss“ des Parlaments war, wusste sie um die Probleme und Herausforderungen, aber auch Chancen und Erfolge von Europa bestens Bescheid. In ihrer Impulsrede betonte sie sowohl die europäische Idee als Ganzes, wie auch den friedensstiftenden Charakter, den die EU für den Kontinent an sich habe. Dabei seien die Erfolge, wie der freie Autoverkehr ohne Zollschranken oder der Euro als Zahlungsmittel schon greifbare Vorteile, die es früher so nicht gab. Zum Beweis zeigte Schlegel den Schülern ein prallgefülltes Gefäß mit alten Münzen der früheren Landeswährungen. So eine Sammlung müsste heute keiner mehr fürchten, da ja fast überall der Euro gelte, erklärte sie. Wie wichtig die Einigkeit der europäischen Länder sei, demonstrierte Schlegel auch mit einer kurzen Statistik: Neben riesigen, bevölkerungsreichen Ländern wie China oder Indien könnten die einzelnen EU-Länder keinesfalls mithalten. Hier könne man nur gemeinsam Paroli bieten, meinte sie.

In einer Diskussionsrunde mit den Schülern wurden Fragen zur Zukunft der Staatengemeinschaft erörtert, aber auch der Beitrag der EU zur Verhinderung des Klimawandels. Besonders diese Frage war, angesichts anhaltender Schüler-Proteste in vielen Städten Europas, eine der drängendsten Fragen der Abiturienten. Nicht alle Antworten konnten dabei überzeugen, denn viele Entscheidungen der EU werden durch den Druck, einstimmig entscheiden zu müssen, bereits vor der Verabschiedung verwässert. So komme nie der „große Wurf“ heraus. Nicht alle Schüler konnten dieses Vorgehen verstehen. „Gibt es keine Möglichkeit, um diese Einstimmigkeits-Prozedur zu ändern?“, war daher eine logische Folgefrage. Schlegel betonte, dass man die Gefahr der Blockade, die durch diese Abstimmungsregelung lauere, schon seit geraumer Zeit erkannt habe. Die EU prüfe daher andere Mechanismen, aber das könne eben dauern. Schwierig sei es auch, Länder, die sich nicht an die Abmachungen halten würden, zu sanktionieren: „Die EU ist nicht darauf ausgelegt, die Mitgliedsländer zu bestrafen“, betonte Schlegel. Es zähle vielmehr der Solidaritätsgedanke, dass jeder dem anderen helfe.

Im Anschluss gingen die Schüler in Workshops zusammen und erarbeiteten Plakate zu aktuellen Problemen der EU: So wurde die Zukunft der Staatengemeinschaft, aber auch der generelle Einfluss auf den Alltag der Menschen thematisiert. Und auch die Kommunalpolitik kam nicht zu kurz: Die generellen Aufgaben der Gemeindevertreter und die Wahlaussagen der kommunalpolitischen Fraktionen der Stadt Buchen standen im Zentrum der Referate. Zum Schluss wurden beide Bereiche, die Kommunalpolitik und die Europapolitik, durch Vorträge zu bereits in Buchen durch das Leader-Projekt geförderte Unternehmungen, wie der Kulturbiergarten des Gasthauses „Schwanen“ oder die Erneuerung und Weiterentwicklung des Tierparks „Hasenwald“, miteinander verbunden.