Buchen

Angebot im Bezirksmuseum Buchen Auch für Schülergruppen gibt es viel zu entdecken / Isabelle Semma führt durch das Haus

Besonderes Erlebnis mit Pinsel und Farbe

Archivartikel

Das Buchener Bezirksmuseum kann man auch auf sehr lebendige Weise kennenlernen. Das erlebten vor kurzem Schüler aus dem Walter-Hohmann-Schulverband bei ihrem Besuch.

Buchen. Ruth, Imole, Sascha, Nikita und Kamil sprechen unterschiedliche Muttersprachen und sind VKL-Schüler von Jenny Köhler, die eigens für diesen Fachbereich ausgebildet ist. Das Erlernen der Deutschen Sprache verbindet die Schüler und schweißt sie auf besondere Art zusammen. Die Lehrerin unterstützt „ihre” Schüler, wo sie nur kann. Dieses Mal mit einer Exkursion ins Buchener Bezirksmuseum.

„Nicht anfassen, sonst geht der Alarm los!“, dies war eine der ersten Regeln, die brav befolgt wurde. Die wichtigste war allerdings: „Aufmerksam schauen, wie die Maler gearbeitet haben”, so Isabelle Semma. Die Künstlerin kennt die Schüler teils aus dreijähriger Projektarbeit, die in Hardheim stattfand.

„Schön, dass ich euch heute die Schätze meiner Heimatstadt zeigen darf.”, so begrüßte Isabelle Semma die Teenager. Seit 2013 ist sie aktives Mitglied des Bezirksmuseums Buchen und führt auf Anfrage durch das Museum, selbstverständlich am Liebsten durch die Dauerausstellung ihres Vaters Fernand Semma.

Entstehungsprozess im Blick

Für die VKL-Schüler machte sie den Museumsbesuch zum Erlebnis und zeigte den Schülern, dass ein Museum nicht nur verstaubte Dinge beherbergt. Den Augenmerk lenkte sie auf die Betrachtung der Gegenstände im Kontext zur Gegenwart. „Die alten Dinge können aus aus ihrer Epoche erzählen und uns mitteilen, wie offensichtlich leicht unser heutiger Alltag geworden ist, jedoch auch wie unvermessen und selbstverständlich der heutige Mensch in seinem Wohlstand lebt“, meinte Isabelle Semma. Sie eröffnete einen Blick auf Entstehungsprozesse und alte Denkweisen, welche über die Jahre verloren gegangen sind und lenkte dabei den Fokus auf eine moderne Sicht im Hinblick auf die derzeitige Gesellschaft, die auf der Suche nach alternativen Methoden ist.

Im Anschluss malten die Mädchen und Jungen ihre in den Ausstellungen ausgewählten Gemälde aus dem Gedächtnis nach. Die eingeprägten Stillleben und Landschaften sollten nicht nur in ihrer Szenerie wiedergegeben werden, sondern auch die Besonderheiten der jeweiligen Gemälde mit deren Lichteffekten und dem Farbspiel sollte erfasst werden. Mit Acrylfarben wurde auf weißen Bahnen gepinselt, welche großzügig im Pädagogikraum des Bezirksmuseums ausgelegt waren. Die Schuüler arbeiteten weitgehendst selbstständig, jedoch mit professionellen Beistand von Isabelle Semma.

„Ich wusste gar nicht, dass ihr so gut malen könnt!”, freute sich Jenny Köhler über die Ergebnisse. Die entstandenen Werke sollen ab Juni auf dem Buchener Kunstrasen ausgestellt werden.

Dauerausstellung

Die Dauerausstellung „Fernand Semma“ im Dachgeschoss im Trunzerhauses des Buchener Bezirkmuseums beherbergt bildhauerische Werke des Buchener Künstlers. Der 2015 entstandene Museumsfilm „Fernand Semma – Die Stille ist der Unruhe Herr” ist hier installiert und beleuchtet die Künstlerpersönlichkeit. Eine Erweiterung der Führung stellt der „Fernand Semma-Parcours“ dar, welcher in historische Gebäude der Stadt Buchen führt, wo Werke des Bildhauers präsentiert werden. Dokumentationsmaterial und Werke stammen aus der Sammlung des Vereins Bezirksmuseum Buchen, welche die älteste Tochter des Bildhauers, Isabelle Semma, seit 2013 aufbaut.

Als freischaffender Künstler und Bildhauer wurde er bekannt und wirkte von 1982 bis 1999 in Buchen. Er war ein Schüler von Philipp Mendler, der bei Hans Wimmers, des ehemaligen Lehrstuhlinhabers für Bildhauerei an der Kunstakademie Nürnberg studierte. In den Jahren 1987 bis 1993 entwickelte Fernand Semma eine klare künstlerische Formsprache. Es entstanden vorwiegend kleinere Skulpturen, Figuren und Reliefs mit reduzierter und schlanker Silhouette, sowie thematisch begleitende Zeichnungen und lyrische Werke. Das Oeuvre von Fernand Semma ist der Konzeptkunst zuzuordnen und in der Individuellen Mythologie verankert. Er realisierte zahlreiche Bildhauer-Symposien, Ausstellungen und erhielt Auszeichnungen für seine Werke.