Buchen

Kreisgruppe der Ostpreußen, Westpreußen und Pommern Das 30-jährige Bestehen in der Pfarrscheune gefeiert / Viel Lob für die Vorsitzende Rosemarie S. Winkler

„Brückenbauerin zwischen Ost und West“

Mit einem stimmungsvollen Festakt in der Pfarrscheune feierte die am 28. Februar 1988 gegründete Kreisgruppe der Ostpreußen, Westpreußen und Pommern am Sonntag ihr 30-jähriges Bestehen.

Buchen. Kreisvorsitzende Rosemarie S. Winkler hieß die zahlreichen Gäste in Hainstadt willkommen und hielt fest, dass die starke Liebe und Treue zur Heimat eine „ebenso starke Gruppe von Gleichgesinnten“ schuf, der sich auch zahlreiche Einheimische anschlossen. Nun gelte es trotz rückläufiger Mitgliederzahlen durch Todesfälle, mit unerschütterlicher Zuversicht in die Zukunft zu blicken. In diesem Sinne galt ihr Dank neben den Mitgliedern vor allem ihrem Gatten Georg A. Winkler, der über die Jahrzehnte auch als „persönlicher Busfahrer“ zahlreiche Kilometer sammelte. Posthum dankte sie zudem Eugenie Rupp, ohne die man nicht in der Pfarrscheune sitzen könnte.

Die Grußworte eröffnete Dietrich Peiler (Landesgruppe Baden-Württemberg der Landsmannschaft der Ost- und Westpreußen). Er gratulierte der Kreisgruppe zum Jubiläum und wünschte „gedeihliches Fortbestehen“, ehe er Rosemarie S. Winkler als „treibende Kraft“ bezeichnete und Präsente überreichte. Dem schloss sich Ortsvorsteher Bernd Rathmann an. „Trotz des strukturellen Wandels darf man seine Wurzeln nie vergessen“, bemerkte er. Was 1988 im Kleinen begann, habe sich zu etwas Großem entwickelt, auf das man stolz sein könne. Dabei habe sich gerade Rosemarie S. Winkler Verdienste als „Brückenbauerin zwischen Ost und West“ erworben. Auf „bleibende Werte und die Pflege heimatlicher Kultur und Tradition“ berief sich Gudrun Marx (Pommersche Landsmannschaft Baden-Württemberg), die der Kreisgruppe einen bunten Strauß an Aktivitäten bescheinigte und an den hohen Wert der bewussten Pflege des Heimatgedanken erinnerte.

„Agil und umtriebig“

Landrat Dr. Achim Brötel würdigte das Wirken der „agilen und umtriebigen Gruppe“, die er als „definitiven Gewinn“ bezeichnete: „Die Heimat wird im Herzen bewahrt und nicht wie in einer Monstranz vor sich her getragen“, vergegenwärtigte er und umschrieb mit packenden Gedanken den Begriff „Heimat“, ehe er das Schaffen von Rosemarie S. Winkler lobte, die im Sinne eines Perpetuum mobile mit nachahmenswerter Schaffenskraft die Gruppe lenke.

Auf die Grußworte folgte ein lockerer Rückblick auf die vergangenen Jahrzehnte. Anstelle einer Chronik kamen sechs Mitglieder der Kreisgruppe zu Wort, die mit zahlreichen Anekdoten lustige Begebenheiten und echte Höhepunkte vor Augen führten. Während Gabi Stobbe an Ausstellungen, die „masurische Winterstube“ im Hainstadter Rathaus oder das Plätzchenbacken mit Aussiedlerfamilien unmittelbar nach der Gründung erinnerte, beleuchtete Hannelore Lawrenz den 1990 gegründeten Tanzkreis, der unter anderem beim Buchener Schützenmarktumzug, zahlreichen Heimattagen sowie im ostpreußischen Treuburg (heute Polen) auftrat. Erlebnisse aus den vielen Reisen schilderte Erika Müller; auf informative und gut besuchte Vorträge etwa mit Helmut Brosch, Erna Tietz und Ellen Galda richtete Ursula Firtzlaff ihren Fokus. Weiterbildung stand auch im Zentrum der Studienfahrten, auf die Irmgard Hauck einging: 40 berührende Fahrten nach Ost- und Westpreußen, Schlesien, das Sudetenland und das Memelland stehen Ausflügen in die Niederlausitz, nach Gamburg oder in den Bonner Bundestag gegenüber. Abschließend erinnere Christa Nuß an bereichernde Begegnungen und zu Herzen gehende Gespräche mit Zeitzeugen.

Nach dem von Heinz Duda am Akkordeon begleiteten Pommernlied „Wenn in stiller Stunde“ gedachte man den Verstorbenen sowie allen Opfern des Zweiten Weltkriegs und betete das Vaterunser in ostpreußischem Platt. Erfreut nahm schließlich Rosemarie S. Winkler die Ehrung zahlreicher Gründungsmitglieder vor: Für jeweils 30-jährige Treue zeichnete sie Irma Bräsemann, Willi Buttkus, Christel Elmendorf, Manfred Gotthelf, Irmgard Hebenstreit, Betty Kirstein, Iris Kohout, Erika Kratky, Elke Limberg, Erika Müller, Agnes Siewert, Armin Stobbe, Christel Woelke und Georg A. Winkler aus.

Nach einer Kaffeepause sorgte das aus Holger Bornschier, Joachim Herrmann und Helga Becker-Winkler bestehende „Rosenau-Trio“ aus Baden-Baden für beste Unterhaltung. ad