Buchen

Pfadfinder waren unterwegs 17-tägiges Zeltlager des Stammes „Wildenburg“ bei Freudenstadt im Schwarzwald

Büffeljagd und Lagerromantik beim Sommerlager

Archivartikel

Buchen/Walldürn.Ein zweieinhalbwöchiges Sommerlager voller Erlebnisse und positiver Eindrücke haben die Wölflinge und Pfadfinder des Stammes Wildenburg aus Buchen und Walldürn bei Freudenstadt im Schwarzwald verbracht. Sie trafen sich mit Gruppen aus dem gesamten Pfadfinderbund Süd, so dass auf der Wiese am Waldrand eine kleine Zeltstadt entstanden war. Spiel, Abenteuer und das Erleben von Gemeinschaft standen im Mittelpunkt.

Ein traditionelles Pfadfinderlager ist anders als die meisten Jugendzeltlager: Die Kinder und Jugendlichen bauen ihre Zelte selbst auf, denn es gibt kein Serviceteam, das diese Arbeit für sie erledigen würde. Pfadfinder zimmern sich Tische und Bänke selbst aus Brettern und Rundhölzern. Und sie setzen sich auch nicht an den gedeckten Tisch; Pfadfinder kochen ihr Essen selbst. Die Mitglieder ab einem Alter von elf Jahren bereiten hin und wieder gar ihre Mahlzeiten auf offenem Feuer zu; sie bauen Backöfen aus Steinen und Lehm, in denen sie Brote und Kuchen backen. Und Pfadfinder genießen Lagerromantik in besonderem Maße, wenn sie in ihren Schwarzzelten Feuer entfachen und zur Gitarre Lieder singen.

In den zweieinhalb Wochen bis zum Lagerende verbrachten die Teilnehmer des Sommerlagers eine erlebnisreiche Zeit voller Abenteuer. Die jüngeren Pfadfinder im Alter von sechs bis zehn Jahren, Wölflinge genannt, lebten in der Welt der Indianer. Sie hatten sich schon vor den Ferien in den wöchentlichen Gruppenstunden Pfeil und Bogen, Stirnband und Gewänder gebastelt. Spielerisch erfuhren sie, wie die Indianer damals im „Wilden Westen“ lebten. Sie übten Pfeil- und Bogenschießen, Zielwerfen, Travois-Transport, Botschaft übermitteln, Angeln, Tipi aufbauen, Mustangs einfangen und natürlich – bei der Hitze dieses Sommers besonders angenehm – Wassertransport. Bei einem Wettkampf in diesen Disziplinen belegte die Meute „Eichhörnchen“ aus Walldürn mit ihrer Gruppenführerin Regina Gramlich den ersten Platz. Für den Höhepunkt in der zweiten Lagerwoche übten die jungen Indianer einen Büffeltanz ein, um damit die guten Geister zu beschwören. Diese Mühe hatte sich gelohnt. Bei der großen Büffeljagd erlegten die verschiedenen Indianerstämme viele Büffel.

Erlebnisgemeinschaft

Ganz anders als bei den jüngeren Wölflingen verläuft ein Sommerlager bei den älteren Pfadfindern. Die Elf- bis 15-Jährigen verbringen das Sommerlager und die wöchentlichen Gruppenstunden in der Erlebnisgemeinschaft der Sippe. Diese besteht aus sechs bis zwölf Mitgliedern. Täglich wurden die Gruppen auf dem Sommerlager vor neue Bewährungsproben gestellt, die sie nur dann gut bewältigen konnten, wenn sie kameradschaftlich als Team zusammenarbeiteten. Sie errichteten Lagerbauten, zum Beispiel Lagertürme, Hindernisläufe und eine Wasserrutsche. Beim sogenannten Sippenwaldlauf starteten manche Gruppen bei strahlendem Sonnenschein und mussten unterwegs einen Wolkenbruch mit Hagelschlag überstehen.

An verschiedenen Posten mussten die einzelnen Pfadfindergruppen sich in Pfadfindertechnik bewähren und ihre Fähigkeiten, sich zu organisieren, unter Beweis stellen. Beste Gruppe der „Wildenburger“ war hier bei 20 teilnehmenden Gruppen die Sippe „Delphin“ mit dem siebten Platz.

Beim Kochwettstreit aller Gruppen des Lagers kommt es darauf an, mit einer vergleichsweise bescheiden ausgestatteten Lagerkücheneinrichtung wohlschmeckende und anspruchsvoll zuzubereitende Leckereien zu zaubern. Hier belegte die Meute „Eichhörnchen“ den ersten Platz. Den dritten Platz erkochte sich die Sippe „Leopard“.

Pfadfinder und Wölflinge zeigten bei ihren persönlichen Proben gleichermaßen, was sie gelernt hatten und erhielten dafür am Lagerende Halstücher und Abzeichen verliehen.

Am vorletzten Lagertag spielten die Gruppen einander Sketche, Einakter und lustige Lagerbegebenheiten vor, bevor der Tag und damit das gesamte Lager mit einem Abschlussessen in den Feuerrunde der einzelnen Gruppen ausklang.