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Hilfe für Bukuumi Auf Initiative des TSV Götzingen sowie seines Fördervereins waren 18 Helfer vor Ort / Fußballturniere waren Höhepunkte der Reise

Das Waisenhaus bietet bald 75 Plätze

Götzingen/Bukuumi.Entwicklungshilfe ist für Afrika von großer Bedeutung – sie ist allerdings nicht einfach umsetzbar. Diese Erkenntnis hat man bei der „Partnerschaft Bukuumi“ der Seelsorgeeinheit Adelsheim-Osterburken-Seckach längst gewonnen und leistet mit dem Unterhalt eines Waisenprojektes in Bukuumi/Uganda seit Jahren Entwicklungshilfe im Kleinen, dies aber zielgerichtet, kontrolliert und effektiv. Dank vielseitiger Unterstützung kann diese Initiative rund 60 Waisen betreuen und versorgen, ihnen auch den Schulbesuch ermögli-chen und damit eine echte Chance für ein besseres Leben eröffnen. Durch vielseitige Unterstützung und zahlreichen Spenden ist es möglich, die Kapazität des Waisenhauses um 15 Plätze zu erhöhen.

Gerade kürzlich waren unter Federführung des Organisationskomitees der Partnerschaft und auf Initiative des TSV Götzingen sowie seines Fördervereins wieder 18 Helfer auf eigene Kosten nach Bukuumi gereist, um das Projekt vor Ort tatkräftig zu unterstützen. Es ging dabei einerseits um die Realisierung baulicher Maßnahmen sowie die strukturierte Verwaltung des Projektes, andererseits aber auch um die Kontaktpflege und das Kennenlernen von Land und Leuten sowie ihrer Lebensumstände. Dabei stand auch einmal mehr der Fußballsport im Mittelpunkt.

Acht der Exkursions-teilnehmer waren erstmals dabei und gewannen eine völlig neue Sichtweise auf Afrika und seine Bewohner. Für Florian Bauer als Verantwortlicher für die Betreuung des Projektes war neben der praktischen Hilfe vor Ort vor allem die Erfahrung wichtig, dass man durch die Maßnahmen und Aktivitäten über Jahre nun dort auch eine gewisse Zustimmung und Unterstützung in der Bevölkerung erfahren kann. Und diese partizipiert inzwischen auch ganz praktisch von den Aktivitäten dort: Dank der inzwischen auf Solarbetrieb umgerüsteten Wasserversorgung der Waisenanlage gibt es erstmals eine Frischwasser-Zapfstelle im Dorf. Zudem wurde in der Anlage die Errichtung eines Sanitärgebäudes mit Toiletten, Wasch- und Duschräumen getrennt für Mädchen und Jungen in Angriff genommen, das die Hygienesituation für die Waisen grundlegend verbessern wird.

Sportliche Schwerpunkte

Neben der Anlage eines Volleyball-Feldes organisierten die TSV-Mitglieder, unterstützt durch Helfer der befreundeten Sportvereine VfL Eberstadt, FSC Rinschheim, SV Schlierstadt und SV Wagenschwend, zwei durch die Bevölkerung heiß erwartete Fußball-Events, die auch in den lokalen Medien angekündigt und von diesen durchgängig begleitet wurden.

Das war einmal die dritte Auflage des viertägigen „Soccer-Camps“ in Bukuumi, zu dem wieder mehrere Hundert Mädchen und Jungen aller Altersstufen aus der ganzen Umgebung zusammenströmten und in zahlreichen Begegnungen dem Fußballsport frönten. Inzwischen hat dieser Event schon Volksfestcharakter, ist praktisch ein dörflicher Jahreshöhepunkt mit sonntäglichem Festgottesdienst mit über 500 Besuchern.

Für die Organisation des Spielbetriebs hatte man dank der Kontakte aus den ersten Camps tatkräftige Unterstützung durch Lehrer der dortigen Schulen. Daneben war aber die Versorgung der vielen Jugendlichen mit Wasser und Verpflegung über das Waisenhaus eine gewaltige Herausforderung für Cheforganisator Thilo Jaufmann.

Eine noch größere regionale Aufmerksamkeit fand das in Kooperation mit sechs lokalen Sportvereinen der 100 000-Einwohner zählenden Distrikts-Hauptstadt Hoima veranstaltete Turnier um den „Ruyania-Cup“. Es war die erste Fußball-Stadtmeisterschaft. Eine unbeschreibliche Begeisterung der Fußballer und vor allem der Bevölkerung, eine regelrechte Volksfeststimmung, herrschte dabei. Am Ende war der Turniersieg gar nicht so wichtig, zumal es Pokale für alle teilnehmenden Teams gab, zudem auch Trikot-Sätze, Fußbälle und eine Antrittsprämie für alle Mannschaften. Von be-freundeten Fußballvereinen waren dem Organisationsteam dankens-werterweise insgesamt zwölf Trikotsätze für diese Mission zur Verfügung gestellt worden – deren Übergabe löste unvorstellbare Freude und überschwängliche Dankbarkeit aus.

Die Quintessenz dieser schon außergewöhnlichen Hilfs-Mission ist nicht nur die positive Bilanz der Helfer und Unterstützer aus dem Kreis der TSV-Fußballer und des „Help“-Teams, sondern vor allem die Reminiszenz von Florian Bauer, dem Koordinator der „Partnerschaft Bukuumi“. Er resümiert, dass hier eine bemerkenswerte Unterstützung im Interesse einer nachhaltigen Entwicklung der Partnerschaft geleistet wurde, boten doch neben der praktischen Hilfe für die Waisenanlage beide Events den Menschen vor Ort viel Freude und ließen sie ihre Alltagssorgen und Existenzängste für einige Tage vergessen. jm