Buchen

Planungen für den Buchener Waldkindergarten Erste Anmeldungen liegen bereits vor / „Notunterkunft“ gegenüber des Pfadfinderheims geplant

Der neue „Fuchsbau“ nimmt weiter Konturen an

Archivartikel

Buchen.Mit Beginn des Kindergartenjahres 2019/20 könnte der erste Waldkindergarten in Buchen bereits Realität sein. Bis zum Samstag lagen 17 Festanmeldungen vor, davon sieben für den geplanten Start im September.

Ende Mai trafen sich zahlreiche Eltern im Gemeindesaal der evangelischen Kirchengemeinde, aber auch sonstige Interessierte, um sich vom Träger, der Stadt Buchen und dem künftigen Team informieren zu lassen. Kirchengemeinderat Jens Schwingel betonte, dass man mit der Stadt Buchen einen starken und engagierten Partner zur erfolgreichen Umsetzung des Projektes Waldkindergarten gefunden habe. Die Stadt Buchen sei es auch letztlich gewesen, die dem seitens der Kirchengemeinde sowie ihres Kindergartenbeauftragten bereits seit Jahren gehegten Wunsch nach Einrichtung eines Waldkindergartens wieder näher trat und mitteilte, die Einrichtung und den Betrieb im Rahmen einer entsprechenden Vereinbarung mit zu finanzieren.

Mit dieser Ergänzung könne man ein weiteres Betreuungsangebot machen, bei dem sich ein engagiertes Team zum Wohl der Kinder und Familien mit großer Unterstützung des Trägers und der Stadt Buchen einbringen werde.

Der Beigeordneter Benjamin Laber begrüßte in Vertretung für den kurzfristig verhinderten Bürgermeister Roland Burger ebenfalls die Anwesenden und lobte die gute und engagierte Zusammenarbeit zwischen den zuständigen Fachbereichen der Stadt, der evangelischen Kirchengemeinde, dem Kindergarten „Regenbogen“ und den Pfadfindern. Nach intensiven Vorbereitungsarbeiten mit zum Teil auch unerwartet aufgetretenen Hindernissen sei es gelungen, ein gutes und durchdachtes Angebot auf den Weg zu bringen.

Kofinanzierung durch Kommune

Dem Kindergartenbeauftragten der Kirchengemeinde, Klaus Dieter Heller, oblag es dann, die Träger- und Organisations- sowie die Finanzierungsstrukturen und das künftige Waldkindergartenteam vorzustellen. Er betonte, dass die Kofinanzierung der künftigen Waldkindergartengruppe zum größten Teil durch die Kommune erfolge.

Organisatorisch ist der Waldkindergarten – der in Anlehnung an das Gewann den Namen „Roth-Füchse“ erhält – der Kita „Regenbogen“ unter der Leitung von Ulrike Link angegliedert. Es gibt aber auch eine verantwortliche „Vor-Ort-Leitung“. Träger und somit auch Dienstgeber für das „Waldteam“ ist die evangelische Kirchengemeinde, vertreten durch den Kirchengemeinderat.

Bei den künftigen Mitarbeiterinnen handelt es sich um versierte Erzieherinnen, die bereits einen Waldkindergarten geleitet oder spezifische Ausbildungen absolviert und sich im Bereich Waldpädagogik auch bereits in der Praxis engagiert haben. Zusätzlich wird dem Team noch ein an der Waldpädagogik interessierter Jahrespraktikant, der momentan die Abschlussprüfung zum Erzieher macht, zur Seite gestellt.

In einer vom künftigen Team und der Leiterin der Kita „Regenbogen“ vorgestellten Präsentation machten sich dann die interessierten Eltern ein Bild vom gewählten Standort und der vorgesehenen „Notunterkunft“. Der „Fuchsbau“ wird aus zwei miteinander verbundenen Containern bestehen. Der Standort liegt am Rande der oberen Wiese, etwas seitlich versetzt zum Pfadfinderheim. In den circa 37 Quadratmeter großen Nutzfläche gibt es unter anderem einen Gruppenraum, ein Büro mit Kochgelegenheit und eine WC-Anlage für Kinder und Team.

Container verschönern

Diese Variante wurde als die beste Lösung bezeichnet, die sich kurzfristig nach der nicht mehr gewünschten Unterbringung in Teilbereichen des Odenwaldklubheims nach Recherchen des Bauamtes der Stadt ergeben habe. Vorgeschlagen wurde, dass die künftigen Kindergarteneltern sich möglicherweise gemeinsam mit Kindern und Team an einer Verschönerungsaktion der Containeraußenwände – etwa bei der Bepflanzung – beteiligen. Interessant für die Eltern waren auch die Informationen zu den Bring- und Öffnungszeiten: Von Montag bis Freitag können die Kinder von 8 bis 8.30 Uhr hingebracht und von 13.30 bis 14 Uhr abgeholt werden. Angeboten wird also eine sechsstündige Betreuungszeit an fünf Wochentagen. Mit 26 Schließ- und zwei Planungstagen richtet man sich nach den Gegebenheiten der Kita „Sonnenschein“ in Eberstadt, ebenfalls in der Trägerschaft der evangelischen Kirchengemeinde. Nach der Vorstellung eines möglichen Tagesablaufs wurde dann auch auf Besonderheiten wie Zecken und Fuchsbandwurm, Aufsicht, Übergabe, Toiletten, Hygiene und das Erfordernis eines Attestes über die „Waldkindergartentauglichkeit“, insbesondere auch in Bezug auf Allergien, hingewiesen.

Danach hatten die Eltern reichlich Gelegenheit, Fragen zu stellen, etwa ob es im Waldkindergarten auch die übliche Vorschulvorbereitung gibt. Diese konnte mit dem Hinweis auf die enge Kooperation mit den Grundschulen und wöchentliche Schulanfängertreffs zugesagt werden. Weiter ging es um Wechselkleidung – sie wird im Bollerwagen mitgeführt – und um die Essenseinnahme, die an wechselnden Plätzen vornehmlich im Wald stattfindet.

Angesprochen wurde auch das Hantavirus. Eine Erzieherin berichtete beruhigend, dass es in ihrer siebenjährigen Waldkindergartentätigkeit zu keiner entsprechenden Infektion gekommen sei. Auch Bernhard Linsler, der zuständige städtische Forstbeamte, konnte die Eltern diesbezüglich beruhigen. Nach Zecken sollten die Kinder aber nach jedem Waldbesuch vorsorglich aufmerksam abgesucht werden, lautete sein Rat. Ein wichtiger Punkt waren auch die Hinweise zur Eingewöhnung. Linsler erläuterte im Anschluss das vorgesehene und sogenannte „Grüne Band“ in Buchen, dessen Einrichtungen, wie beispielsweise Unterstand oder Kletterbereiche von den Kindern mit genutzt werden können.

Anne Rottermann, Fachgebietsleiterin der Stadt, verwies bei der Anmeldung und zentralen Kitaplatz-Vormerkung darauf hin, dass die Platzvergabe in jedem Fall durch die Einrichtungsleitungen und nicht durch die Stadt Buchen erfolgen würde. Anmeldungen könnten maximal eineinhalb Jahre vor dem gewünschten Termin erfolgen.

Zusagen erfolgten dann in der Regel sechs Monate vor dem gewünschten Termin. Rottermann bat eindringlich darum, Vormerkungen für Kindergartenaufnahmen vor dem 31. Dezember 2019 bis zum 14. Juni zu machen. Sie wies darauf hin, dass die Zusagen für die Aufnahme in den Waldkindergarten in der 25. Kalenderwoche erfolgen werden.