Buchen

Neckar-Odenwald-Kliniken Fünf Jahre Kindertraumatologie / Komplettversorgung in Kooperation mit der Uniklinik Heidelberg / Hilfe bei orthopädischen Problemen ist gefragt

Die meisten jungen Patienten berichten von Unfällen bei Sport und Spiel

Archivartikel

Mosbach/Buchen.Mit Übernahme der Chefarztposition für Orthopädie und Unfallchirurgie an den Neckar-Odenwald-Kliniken durch Dr. med. Bernd Gritzbach fand im Frühjahr 2013 auch eine Erweiterung des Leistungsspektrums dieser Klinik statt: Die spezifischen Erfahrungen und Fachkenntnisse von Dr. Gritzbach machten es möglich, an den Standorten Mosbach und Buchen die Kindertraumatologie als zusätzlichen Behandlungsbereich einzuführen.

In einer ersten Zwischenbilanz zeigt sich Dr. Gritzbach jetzt, fünf Jahre später, zufrieden: „Unser Angebot, Kindern vom ersten Lebenstag an bis ins Jugendalter zu helfen, wenn orthopädische Probleme vorliegen, findet großen Zuspruch. Ob es um frühkindliche Fehlstellungen von Gliedmaßen, Bänderverletzungen oder Knochenbrüche handelt, ob kompliziert oder unkompliziert, erhalten betroffene Kinder bei uns kompetente und rasche Hilfe.“

In diesem Zusammenhang weist Dr. Gritzbach auch auf „die bewährte und reibungslose Kooperation mit der Universitätsklinik Heidelberg“ hin, „... auf die wir in der Kindertraumatologie in Mosbach und Buchen bei sehr komplizierten Situationen zurückgreifen“. Zu den größten Herausforderungen der zurückliegenden Jahren zählt er den Fall eines 13-Jährigen Mädchens, bei der ein gelenknaher Unterarmbruch mit einer scheinbar geringen Achsenfehlstellung nach sechs Wochen verheilt war, was aber dazu geführt hatte, dass es der Jugendlichen nicht mehr möglich war, ihren Arm zu drehen. Deshalb musste mit einer Operation eine Achskorrektur vorgenommen werden, was zur vollständigen Wiederherstellung von Funktion und Beweglichkeit des Armes geführt habe. Dieser konkrete Fall hat, so berichtet Chefarzt Gritzbach, habe Eingang in die Fachliteratur gefunden.

Als „kompliziert“ gelten bei Kindern und Jugendlichen im Wachstumsalter besonders Verletzungen an den sogenannten Wachstumsfugen, die als knorpelartige Schichten zwischen den einzelnen Knochen liegen und für das Wachstum der Knochen verantwortlich sind. Im schlimmsten Fall können unbehandelte Verletzungen an diesen Wachstumsfugen zu Fehlwachstum oder zu einem Wachstumsstopp führen. So zählt es Dr. Gritzbach zu den vorrangigen Aufgaben der Kindertraumatologie, richtig zu beurteilen, in welchen Situationen man bei der Behandlung die Selbstheilungskräfte des im Wachstum befindlichen Körpers unterstützt, und in welchen Situationen man durch Operationen korrigierend eingreift. Zu den neueren Entwicklungen der Kindertraumatologie zählt Dr. Gritzbach „besonders die stärkere Zurückhaltung gegenüber dem Röntgen. Man ist sich den Risiken der Strahlenbelastung viel mehr bewusst als noch vor ein paar Jahren. Dazu kommen die mittlerweile deutlich verbesserten diagnostischen Möglichkeiten von Ultraschalluntersuchungen.“

Neben den Änderungen im Einsatz diagnostischer Instrumente sieht Dr. Gritzbach auch eine Weiterentwicklung der Therapieformen: „Sie zeigen sich heute deutlich differenzierter auf spezielle Verletzungen zugeschnitten, als dies vor zehn oder fünfzehn Jahren noch der Fall war. Wir haben - wie in anderen medizinischen Bereichen auch - mehr Detailwissen vom menschlichen Körper und können deshalb auch gezielter behandeln. Die Individualisierung der Medizin schreitet also auch hier voran.“

Die meisten jungen Patienten, die mit Verletzungen nach Buchen oder Mosbach ins Krankenhaus kommen, berichten von Unfällen bei Sport und Spiel. Auffällig viele Verletzungen, die Chefarzt Gritzbach und seinen Kollegen vorgestellt werden, seien Überlastungs- und Reizsyndrome bei Ballett, Turnen, Handball, Fußball und anderen Sportarten. Oft beobachtet er auch, dass „... Verletzungen die Folge von verfrühten Wiederbelastungen während der Heilungsphasen sind“.

Vor allem an Eltern gerichtet, plädiert Dr. Gritzbach für das richtige Maß: „Man muss einerseits aufpassen, dass Kinder nicht zu Bewegungsmuffeln werden. Andererseits führen aber auch Übereifer und verbissener Leistungswille zu erhöhten Verletzungs- und Gesundheitsrisiken.“

Auch die in Mode gekommenen und in vielen Gärten anzutreffenden Trampoline erweisen sich nach Erfahrung der Kliniken in Buchen und Mosbach „mit großer Regelmäßigkeit in jedem Frühjahr als Ursache kindlicher Verletzungen.“ Vor allem dann, wenn kleinere und größere Geschwister gleichzeitig hüpfen.