Buchen

Streetdance-Weltmeisterschaft in Kalifornien "ConneXion" aus Buchen erreicht den 22. Platz / Punktabzug der Jurymitglieder

Die Verunsicherung war am Ende zu groß

Buchen/Pasadena.Die Teilnahme an der Streetdance-Weltmeisterschaft im Convention-Center der kalifornischen Stadt Pasadena im Rahmen der weltberühmten Hip-Hop-Organisation "World of Dance" (WOD) Mitte Juli hatte die Buchener Formation "ConneXion" für das Jahr 2017 zunächst gar nicht eingeplant.

Überraschende Qualifikation

Als sich jedoch die fünf Tänzer - Vita Chlopkov, Kevin Sauer, Tiziano Damigella, Merlin Heiden und Robin Spohrer - mit ihrer außergewöhnlichen Choreo-Präsentation bei WOD Germany in Berlin im März überraschenderweise für die Weltmeisterschaften in Kalifornien qualifizierten, war nicht nur die Freude riesig, sondern es standen auch monatelange und intensive Trainingseinheiten bevor. Diesen Trainingsfleiß leistete "ConneXion" mit zunehmender Begeisterung und Erwartung gerne. Mitte Juli war es schließlich soweit: Die Tänzer flogen von Zürich nach Los Angeles. In ihrer Altersklasse (Ü18) hatten sich weltweit 34 Gruppen für diese WM qualifiziert. Für "ConneXion" war es eine spannende Herausforderung, sich mit den weltbesten Crews zu messen. Nach einer optimalen Vorbereitung fuhr das Quintett am Finaltag fröhlich, gut gelaunt und voller Ehrgeiz zum Veranstaltungsort in Pasadena.

In der Weitläufigkeit des Convention-Centers hatte "ConneXion" schnell einen Platz für die letzten Trainingsrunden vor dem Auftritt gefunden. Es lief wie am Schnürchen. 60 Minuten vor ihrem Auftritt folgte der letzte Choreodurchgang, als die Gruppe das allseits gefürchtete Verletzungspech ereilt: Ein Tänzer knickte um und ging zu Boden: Ein Schock, dem lange Minuten des Bangens für die Gruppe, die Mutter des Tänzers und für Projektleiter Volker Schwender folgten.

Den Schmerzen zum Trotz

Schnell machten sich die Symptome am Fußgelenk, die einen Bänderriss nahe legten, mit Schwellungen, leichter Bläue und Schmerzen bemerkbar. Für die Jugendlichen und den verletzten Tänzer war dies ein schrecklicher Moment mit einer Mischung aus Niedergeschlagenheit und Ärger, die Emotionen schwappten hoch. War alles umsonst gewesen? Wurden die Kosten vergeblich aufgebracht? Was kann jetzt noch getan werden? Es waren noch 40 Minuten zum Auftritt, die Fragezeichen und die Unsicherheit wurden immer größer, bis der verletzte Tänzer nach Schmerztabletten verlangte, um dann entschlossen aufzutreten. Er wollte wenigstens mittanzen und die Saltos weglassen. "ConneXion" schien erleichtert, der Auftritt kam - die Saltos auch. "Ich hielt den Atem an", betonte Schwender. Doch es klappte, wie er verwundert feststellte.

Diagnose Kapselriss

Wie sich zu einem späteren Zeitpunkt in Deutschland herausstellte, handelte es sich um keinen Bänderriss, sondern um einen Kapselriss. Auf der Bühne jedoch tanzte eine Crew, die voller Angst und Verunsicherung damit rechnen musste, dass der verletzte Tänzer nicht durchhält oder wieder umknickt.

Solche Emotionen blieben bei den hoch qualifizierten Jurymitgliedern nicht uunbemerkt. Sie kannten den Grund für die Verunsicherung nicht und hielten es für eine Schwäche. Punktabzug war die logische Schlussfolgerung. Trotzdem konnte sich "ConneXion" mit ihrem verletzten Tänzer Platz 22 von 34 ertanzen.

Bereits in zehn Tagen fliegen die Gruppen "next level" und "Zzyzx" zur nächsten Weltmeisterschaft ins schottische Glasgow, dieses Mal im Rahmen von "United Dance Organization" (UDO).