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„Jugendhaus des Jahres“ Die Jugendtreffs aus Schloßau, Unterneudorf und Adelsheim wurden prämiert / Lob für die Verantwortlichen

„Die Zeichen der Zeit sehr frühzeitig erkannt“

Die Jugendtreffs aus Schloßau, Unterneudorf und Adelsheim haben den Wettstreit zum „Jugendhaus des Jahres“ im Kreis für sich entschieden.

Neckar-Odenwald-Kreis. Als Jugendhäuser bezeichnet man im Allgemeinen Einrichtungen der offenen Kinder- und Jugendarbeit mit speziell auf den Nutzerkreis zugeschnittenen Angeboten und Programmen unter Verwirklichung einer Selbstverwaltung. Hierbei lernen die Jugendlichen nicht nur die Gemeinsamkeit in der Freizeit, sondern vor allem im Hinblick auf die Vereinsarbeit Hintergründe einer funktionierenden demokratischen Führung, Eigenverantwortung und Einbringung in das Allgemeinwesen.

In den Anfängen der Jugendhäuser noch skeptisch beäugt und als Konkurrenz zu den örtlichen Vereinen gesehen, haben sich diese Jugendeinrichtungen inzwischen als sinnvolle und anerkannte Ergänzungen zum bestehenden Vereinsangebot entwickelt, denn eine lebendige Dorfgemeinschaft ist auf Dauer ohne eine akzeptierte Jugend nicht denkbar. Gute Beispiele für eine funktionierende Jugendarbeit mit gegenseitiger Achtung und kooperativer Zusammenarbeit finden sich weit verbreitet im gesamten Kreisgebiet.

Jährliche Prämierung

Um den Jugendhäusern mit ihren Mitgliedern nicht nur einen Rahmen für Öffentlichkeitsarbeit zu bieten, sondern eher die Inhalte und Werte dieser Einrichtungen mit dem Engagement der jeweils Verantwortlichen und Mitglieder zu würdigen, hatte Landrat Dr. Achim Brötel vor 14 Jahren eine jährliche Prämierung unter dem Slogan „Jugendhaus des Jahres“ angeregt und mit ins Leben gerufen. So standen mit den Jugendhäusern Schloßau, Unterneudorf und Adelsheim auch in diesem Jahr wieder besonders funktionierende und anerkannte Einrichtungen zur Prämierung an. Hierzu konnte Schloßaus Ortsvorsteher Herbert Münkel in den Räumlichkeiten der örtlichen Feuerwehr nicht nur Landrat Dr. Achim Brötel, sondern auch Mudaus Bürgermeister Dr. Norbert Rippberger, Ortsvorsteher Wolfgang Schwab als Vertreter von Unterneudorf für den Jugendtreff „Brandhütte“ und Bürgermeister Klaus Gramlich für die Stadt Adelsheim begrüßen. Ein besonderer Dank für ihr Engagement und Neutralität galt den Mitgliedern der Jury mit Christine Günther und Christina Zaiser vom Jugendhaus Mosbach, Pascal Heffner als stellvertretender Fachdienstleiter der Jugendhilfe im Landkreis und Rainer Wirth als Jugendreferent im Landratsamt.

Den jeweils persönlichen Einsatz und die hervorragende Arbeit aller Verantwortlichen würdigend betonte der Landrat, dass es aktuell 48 aktive Jugendtreffs mit steigenden Mitgliederzahlen im Landkreis gebe und die jeweils zuständigen Gemeinden „ihre“ Jugendhäuser nach Kräften und Möglichkeiten unterstützen.

„Die Auszeichnung will natürlich belohnen, soll vor allem aber auch ein gutes Beispiel geben für andere“, hob Dr. Achim Brötel hervor. Die in diesem Jahr mit jeweils 200 Euro und Präsenten ausgezeichneten Jugendtreffs aus Schloßau (1. Preis), Unterneudorf (2. Preis) und Adelsheim (3. Preis) seien keine Neugründungen, sondern schon einige Jahre am Start, was die Bestandszeiten von zwölf bis sogar 41 Jahren dokumentieren. „Das zeigt, dass man vor Ort die Zeichen der Zeit schon sehr frühzeitig erkannt und dann vor allem auch entsprechend gehandelt hat“, lobte der Landrat.

Herausragender Verdienst

Dies sei ein herausragender Verdienst der jeweiligen Vorstandschaften mit ihren Vorsitzenden Jonas Wachter vom Jugendhaus Adelsheim, Daniel Schwab von der „Brandhütte“ Unterneudorf und Jan Gornik vom Schloßauer Jugendkeller an der Spitze. Mit bei der Preisverteilung waren auch die jeweils mitverantwortlichen Vorstandsmitglieder Nico Stuhl, Yannik Schulte, Ronny Link, Julian Galm, David Keller und Lukas Proksch Jugendkeller Schloßau, Felix Frank, Aron Schwab, Jeremy Schmitt, Silas Frank und Theresa Vogel von der „Brandhütte“ Unterneudorf sowie Matthias Günther und Denise Hirschmann vom Jugendhaus Adelsheim.

Jugendkeller Schloßau

Direkt an der Ortsdurchfahrt gelegen, besteht der Jugendkeller seit 26 Jahren als Treffpunkt der Schloßauer Jugend. Von der Gründergeneration um Klaus Scholl anfänglich in einer „kleinen Hütte“ neben einer Scheune und einem Hühnerstall in Schwung gebracht, erfolgte die Gründungsversammlung als Jugendkeller Schloßau am 29. März 1992 und war von da an im Keller des ehemaligen Schulgebäudes beheimatet. Mit zahlreichen Freiwilligkeitsleistungen und mit viel Fleiß wurde der Keller umgebaut und hergerichtet und im vergangenen Jahr umfangreich saniert. Organisiert werden nicht nur gemeinsame Sommerfreizeiten und Skiausfahrten, sondern eine Theatergruppe, Faschingsveranstaltungen, Weihnachtsfeier, Teilnahmen an örtlichen Veranstaltungen und die Mithilfe bei der Außengestaltung des Kindergartens sowie bei der Renovierung der „Saugasse“ und beim Fahnentragen zu Christi Himmelfahrt. All das dokumentiert eine lebendige Gemeinschaft. Aktuell zählt der Verein 192 Mitglieder und ist damit der zweitgrößte Verein in Schloßau.

„Brandhütte“ Unterneudorf

Im Mittelpunkt der aktuellen Aktivitäten der Jungen und Mädels steht der Bau eines Piratenschiffs für den örtlichen Kinderspielplatz unter dem Motto „Jugend baut“ als tolles Spielgerät und markanten Mittelpunkt des Platzes. In den zwölf Jahren seit Bestehen nehmen die Mitglieder regelmäßig an Freizeitturnieren teil, tauschen sich mit anderen Vereinen aus, organisieren das Sonnwendfeuer, beteiligen sich an Fastnachtsveranstaltungen und sammeln die Christbäume nach Weihnachten ein. Als Motor und zuverlässiger Ansprechpartner gilt seit der Gründung Daniel Schwab. Ein Beispiel für Zusammenhalt, Interesse an der Dorfgemeinschaft, Motivation, sich für diese einzubringen und für die attraktive und jugendgerechte Ergänzung der Angebote der Vereine im Dorf. Das hat auch der Heimatverein sehr gut und richtig erkannt und deshalb das „Brandhüttle“ von Beginn an sehr engagiert unterstützt, meinte die Jury.

Jugendhaus Adelsheim

Auch ohne die ganz großen und spektakulären Aktionen wurde diese Einrichtung erneut nach 2008, 2011, 2015 und 2017 von der Jury zu einem der Jugendhäuser des Jahres gekürt. In steter Kontinuität verstehe es der Vorstand neue, junge und motivierte Nachfolger zu überzeugen, im Jugendhaus mitzuarbeiten. Als „seines Gleichen suchend“ besteht das Jugendhaus seit über 41 Jahren und zählt somit zu den ältesten Einrichtungen in ganz Baden-Württemberg. Neben der Teilnahme beim Adelsheimer Volksfest gelten Partys, Rock in den Mai, Weihnachtssession, Weihnachtsmarkt und Livemusik-Abende zu den Aktivposten im Veranstaltungskalender. In Harmonie mit der Stadtkapelle und dem Gesangverein nennt man den alten Bahnhof „sein Zuhause“ und in enger Zusammenarbeit kann man sich stets auf die großzügige Unterstützung durch den Förderverein „Jugendhaus Adelsheim“ verlassen.

Vor dem anschließenden Stehempfang und einem Besuch im Schloßauer Jugendkeller würdigten die Gäste die enormen Leistungen der Preisträger und Daniel Schwab als wohl „ältester Jugendlicher“ dankte der Jury namens aller für die Preisverleihung und Jugendreferent Rainer Wirth für seine stete Unterstützung und sein immer „offenes Ohr“. L.M.