Buchen

Dr. Otto Bechtold ist gestorben 45 Jahre im Erzbischöflichen Ordinariat gewirkt / Mehrfach für sein Engagement ausgezeichnet

„Ein geschätzter und geachteter Seelsorger“

Archivartikel

Rinschheim/Freiburg.Dr. Otto Bechtold, der langjährige aus Rinschheim stammende Generalvikar des Erzbistums Freiburg, ist in der Nacht zum Donnerstag in Freiburg gestorben.

Mehr als 15 Jahre lang, von 1988 bis 2003, leitete Bechtold die Diözesanverwaltung. Erzbischof Stephan Burger erklärte: „Mit Domdekan i. R. Dr. Otto Bechtold verliert die Erzdiözese Freiburg einen Priester, der mit großem Sachverstand und Engagement alle Aufgaben übernommen hat, die ihm als Mitglied der Diözesanleitung zuerst als Referent für Kirchenbau und Liegenschaften und als Direktor der Finanzkammer und schließlich in den Jahren von 1988 bis 2003 als Generalvikar übertragen wurden.“ Bechtold habe seinen festen Glauben in der Feier der Eucharistie und in der Spendung des Bußsakramentes unermüdlich bezeugt und sei so für viele Menschen „ein geschätzter und geachteter Seelsorger und Wegbegleiter im Glauben“ gewesen. „Für sein vielfältiges Wirken sind wir ihm von Herzen dankbar“, so Burger.

Otto Bechtold wurde am 20. April 1928 in Rinschheim geboren und 1952 zum Priester geweiht. Nach Kaplansjahren in Mannheim und Lörrach kam er 1958 als Ordinariatssekretär ins Erzbischöfliche Ordinariat. Zwei Jahre später wurde er zum Ordinariatsrat und Referenten für Baufragen sowie für die Liegenschaften der Erzdiözese ernannt. 1968 erfolgte die Berufung zum Direktor der Finanzkammer und 1969 die Ernennung zum Domkapitular. 1988 berief ihn der damalige Erzbischof Dr. Oskar Saier zum Generalvikar und 1990 zum Domdekan des Metropolitankapitels. Nach dem Amtsverzicht Saiers im Juli 2002 ernannte ihn Diözesanadministrator Weihbischof Dr. Paul Wehrle zu seinem Ständigen Vertreter. Nach dem Amtsantritt von Erzbischof Dr. Robert Zollitsch im Juli 2003 erfolgte nochmals die Berufung zum Generalvikar bis 1. Oktober 2003. Dabei blieb der Geistliche immer ein „Seelsorger aus ganzem Herzen“, der viel dazu beigetragen hat, „dem Erzbischöflichen Ordinariat und damit der Verwaltung ein menschliches Gesicht zu geben“ wie ihm der frühere Erzbischof Robert Zollitsch bei seiner Verabschiedung bescheinigte.

Seit 1975 war Bechtold, der insgesamt 45 Jahre im Erzbischöflichen Ordinariat wirkte, auch überdiözesan als Berater und Mitglied des Arbeitsausschusses im Verband der Diözesen Deutschlands tätig.

Für sein Wirken ist er mehrfach ausgezeichnet worden: 1971 wurde er Päpstlicher Ehrenprälat, 1992 ernannte ihn Papst Johannes Paul II. zum „Apostolischen Protonotar“. 1999 erhielt er die Verdienstmedaille des Landes Baden-Württemberg. In Anerkennung seines auch über den kirchlichen Raum hinaus reichenden Wirkens wurde Dr. Otto Bechtold 2003 mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse ausgezeichnet. Erzbischof Zollitsch verlieh ihm im selben Jahr mit der Konradsplakette die höchste Auszeichnung der Erzdiözese Freiburg.

Mit seiner Heimatgemeinde und seinen Verwandten in Rinschheim war der Bechtold auch während seiner Jahre in Freiburg verbunden. Ein Rosenkranz für den verstorbenen Dr. Otto Bechtold wird am morgigen Sonntag um 18 Uhr in der Kirche gebetet. Dem Pontifikalrequiem am Dienstag, 5. Februar, um 12 Uhr im Freiburger Münster steht Erzbischof Stephan Burger vor. Die Beerdigung ist im Anschluss daran um 14 Uhr auf dem Freiburger Hauptfriedhof (Magdalenenplatz).