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In Rinschheim Nach abgeschlossener Innen-Renovierung der Filialkirche findet am 11. Mai die offizielle Wiedereröffnung statt / Großes Engagement der Dorfgemeinschaft

Ein Kirchenraum zum Wohlfühlen

Archivartikel

Die typische Rundbogenkirche St. Hippolyt und Kassian in Rinschheim wurde renoviert. Offizielle Wiedereröffnung ist am 11. Mai.

Rinschheim. Die Kirchentür geht auf und dem Besucher weht ein Duft von frischer Farbe um die Nase. Es riecht alles so neu. Und wenn die Blicke durch das Gotteshaus schweifen, dann kommt ihnen ein Strahlen entgegen: das Strahlen eines Kirchen-Innenraums, der in seiner Gesamtheit ein stimmiges und harmonisches Bild vermittelt. Nach Abschluss der Renovierungsarbeiten in der Filialkirche St. Hippolyt und Kassian freut sich die Gemeinde Rinschheim nun auf die offizielle Wiedereröffnung am 11. Mai.

Es gab viel zu tun in der kleinen, typischen Rundbogenkirche aus dem Jahr 1805. Vom Boden bis zur Decke wurde praktisch alles erneuert oder neu eingebaut. Ab Juni 2017 bis zum dritten Advent 2018 glichen Raumschale und Sakristei einer Baustelle. Zuvor schon war bei der Friedhofssanierung 2014/15 vorausschauend im Außenbereich der Einbau eines Gastanks für die neue Heizung vorbereitet worden.

Es waren natürlich viele fleißige Hände gefragt, die ehrenamtlich kräftig mit anpackten. Der Erzbischöfliche Bauoberamtsrat Hanno Roters vom zuständigen Bauamt in Heidelberg lobt denn auch „das sehr große Engagement der Rinschheimer“, die weit mehr an Leistung erbrachten als ursprünglich vorgesehen. So blieben sogar noch Mittel für Zusätzliches übrig, ohne dass die reinen Baukosten von 425 000 Euro davonliefen.

Herausforderung

Eine Herausforderung für den Bauexperten stellte die Ausmalung der Kirche dar. Während die Deckengemälde im Originalzustand wenige Probleme bereiteten und nur sogfältig gereinigt werden mussten, war die Bänderung in der Fensterleibung teils mit Leimfarbe belegt. „Oftmals war die Farbe stark angegriffen, versport, mit Schimmel befallen“, erklärt Roters auch mit Blick auf die Ornamente an den Wänden, wo zugleich am Sockel der salzgeschädigte Putz bis zu einem Meter Höhe abgeschlagen und neu aufgebracht werden musste.

An der Wandmalerei wurden die betroffenen Stellen zunächst behutsam gesichert und gesäubert, so dass der historische Zustand nicht angegriffen wurde. Für den Anstrich der großen Rücklagenflächen hat man sich für ein helles Ocker entschieden, das ziemlich an die Originalfarbigkeit aus den 1970-er Jahren herankommt.

Eine angenehme Wärme verströmt die ganz und gar neue, gasbetriebene Heizungsanlage. Die Grundwärme erzeugt eine Wärmestation im Kirchenraum, die im Bedarfsfall ergänzt wird durch Heizkörper mit Warmwasserdurchlauf unter den Sitzbänken. Dieses langsame Aufheizen sorgt dafür, dass die Wände künftig nicht mehr so schnell verschmutzen. Auch die aus Holz gefertigten Altäre und die Orgel profitieren von dem neuen System. Zugleich spart die neue Heizung maßgeblich an Energie.

Es wurden neue Elektrokabel verlegt, die Beleuchtung ertüchtigt, die Ausleuchtung im Chor und auf der Empore erneuert, ebenso die Liedanzeige. Völlig neu überarbeitet sind die Kirchenbänke. Der aus Hoffenheim stammende und 1980/81 eingebaute Barockaltar, die Bilder, Heiligenfiguren und der Kreuzweg zeigen sich nach behutsamer Überarbeitung wieder frisch in kräftigen Farben. Die Orgel aus der Zeit des Klassizismus ist umfassend gereinigt und instand gesetzt worden. Apropos Orgel. Auf die Empore gelangen die Kirchenbesucher – anstelle der bisherigen Wendeltreppe – nun bequem über eine neue gestemmte Holztreppe. Die Kirche hat auch einen neuen Holzglockenstuhl aus Eiche bekommen, der das alte Metallgerüst ablöst. Im Turm wurde zudem der Zugang zur Glockenstube verbessert. Während vom Fußboden größere schadhafte Stellen ausgetauscht wurden, ist der Gestühlsboden völlig neu. In ihn ist eine ganz moderne Technik im Zusammenhang mit der elektroakustischen Anlage eingebaut: so genannte Induktionsschleifen geben direkt Impulse an Hörgeräte der Kirchenbesucher weiter, damit diese besser hören können. „Diese Maßnahme fällt in den Bereich Inklusion/Barrierefreiheit“, erklärt Roters.

Neu möbliert und neu sanitär ausgestattet wurde bei der Renovierung auch die Sakristei. Nun muss nur noch die neue Außentür zur Sakristei eingebaut und ein Schriftenstand im hinteren Bereich des Gotteshauses aufgestellt werden.

„Sie ist stimmig“

Hanno Roters schwärmt von der Kirche als einem Kleinod. „So klein sie ist, sie ist stimmig“, fasst er zusammen. Die barocke und die neuzeitliche liturgische Ausstattung gingen einfach so in einander, dass man sich wohlfühlen könne in diesem Raum. Das hofft er natürlich auch für alle, die die kleine Dorfkirche, die übrigens barrierefrei bequem mit Rollstuhl oder Rollator begehbar ist, aufsuchen.

Auch die Rinschheimer Ansprechpartner und Hauptmanager während der Bauphase - Benno Ehmann, Bernhard Bechtold und Udo Link - freuen sich über das Ergebnis der Kirchenrenovierung. Allen Helfern zollt Hanno Roters ein dickes Lob: „Wenn in einer Dorfgemeinschaft so viel Engagement ist, sieht man die Verbundenheit der Leute zu ihrer Kirche“.