Buchen

Pater Gerd Knühl Hettinger Heimatsohn feiert 75. Geburtstag

Ein Missionar mit Leib und Seele

Hettingen/Trier.Der Hettinger Heimatsohn Pater Gerd Knühl feiert heute, Mittwoch, seinen 75. Geburtstag. Er begeht dieses Fest im Seniorenzentrum der barmherzigen Brüder in Trier, wo er mit anderen Missionaren seinen Lebensabend verbringt.

Gerd Knühl kam am 11. Oktober 1942 in Mannheim als drittes Kind der Eheleute Ignatz und Klara Knühl zur Welt. Er war erst wenige Wochen alt, als die Familie ihre Wohnung in Mannheim verlassen musste, weil sie der Bombardierung im Zweiten Weltkrieg zum Opfer gefallen war. Bei den Großeltern und Verwandten in Hettingen fanden die Knühls ein neues Zuhause. Hier wuchs er mit seinen älteren Geschwistern Erna und Werner bei der Mutter auf. Der Vater war inzwischen gestorben.

Nach der Volksschule wechselte der Jubilar ans Gymnasium in Buchen. Eine Lehre als Großhandelskaufmann schloss sich an. 1965 reifte sein Wunsch, dem Orden der "Weißen Väter", wie sich damals die Afrika-Missionare nannten, beizutreten. Dem Philosophiestudium in Trier, schloss sich das Noviziat in Hörstel/Westfalen und dann das Theologiestudium in London an.

Am 17. Juni 1973 war für Gerd Knühl der größte Tag in seinen Leben, denn da wurde er zum Priester geweiht. In der Heimatkirche St. Peter und Paul in Hettingen spendete der Freiburger Erzbischof Dr. Hermann Schäufele den Frater Gerd Knühl die Priesterweihe. An diesen großen Festtag für die kirchliche und die politische Gemeinde erinnern sich noch viele Hettinger.

In die Mission ins afrikanische Malawi zu gehen, wurde ihm längere Zeit durch die dortigen Behörden verwehrt. Erst im Januar 1974 konnte ihn Ortspfarrer Robert Wohlfahrt nach einem festlichen Gottesdienst, das Missionskreuz überreichen und Pater Gerd Knühl in die Mission entsenden.

In Malawi wirkte er an verschiedenen Missionsstationen, baute Hütten und Kapellen und war stets im Einsatz, um Armut Not und Hunger in diesem an Natur so wunderschönen und doch so bitter armen Land zu bekämpfen. Krankheitsbedingt musste Gerd Knühl seine Mission beenden. 1980 kehrte er wieder in die Heimat zurück.

Bis 1983 war Pater Knühl in Dillingen an der Saar. Bis 1987 folgte die Jugendarbeit in München. Als leitender Redakteur der Missionszeitung "Kontinente" war Pater Knühl von 1987 bis 1992 in Köln tätig, ehe er in der Niederlassung in Hörstel/Westfalen wirkte. Sein silbernes Priesterjubiläum am 5. Juli 1998 feierte er am Odilientag in der Heimatgemeinde Hettingen.

Neben seinem pastoralen Wirken, hat er sich stark in der Menschenrechtsarbeit engagiert. Auch heute im Ruhestand ist Pater Knühl noch für viele hilfsbedürftige Menschen ein Anwalt für Gerechtigkeit und Freiheit. Der Erlös seiner 2009 veröffentlichten Broschüre mit dem Titel "Malawi, das warme Herz Afrikas" fließt ganz dem Hungerprojekt Malawi zu. Hier wird das Anlegen von Gärten betrieben, damit sich die Familien mit Grundnahrungsmitteln teils selbst versorgen können. Auch in seiner zweiten Veröffentlichung "Kondwani darf nicht weinen - Flucht aus Malawi" beschreibt er die Nöte eines der ärmsten Länder der Erde. K.M/Repro: Mackert.