Buchen

„Blühender Naturpark“ Projekt startete in Buchen / Kinder säen Wildblumen am Schulzentrum und in der Hainsterbach

„Ein Zuhause für die Insekten schaffen“

Archivartikel

Mehr Wildblumen für Insekten sollen ab dem nächsten Jahr auf der Gemarkung Buchens wachsen. Dafür sorgen auch Kinder des Kindergartens „Regenbogen“ und der Wimpina-Grundschule.

Buchen. Um die Nahrungsgrundlagen für Bienen und andere Insekten zu verbessern, beteiligt sich die Stadt Buchen an dem landesweiten Projekt „Blühender Naturpark“ mit einer Fläche von fast 9000 Quadratmetern. Kinder des Kindergartens „Regenbogen“ und der Wimpina-Grundschule haben gestern die ersten Flächen eingesät.

Für die 17 Viertklässler der Wimpina-Grundschule stellte das Aussäen von Wildpflanzen eine schöne Abwechslung vom Unterricht dar. In grünen Metalleimerchen war schon eine Mischung aus Wildblumensamen und Sand vorbereitet. Gemeinsam mit ihrer Lehrerin, Rektorin Regine Mandl, sowie mit Bürgermeister Roland Burger, dem Technischem Dezernenten Hubert Kieser, Fachdienstleiter Bernd Egenberger, Stadtmarketing-Sachbearbeiterin Sarah Wörz, Michaela Kahl vom Naturpark Neckartal-Odenwald und Julia Mack, Mitarbeiterin des Projekts „Blühender Naturpark“, streuten sie das Saatgut auf ein Grundstück entlang des Fuß- und Radwegs zwischen Morre und Karl-Trunzer-Schule.

Die 16 Kinder des Kindergartens „Regenbogen“ in der Hainsterbach hatten extra ihren Waldtag verschoben, um hinter ihrem Kindergarten, neben dem Fuß- und Radweg, Wildpflanzen zu säen. Nun hoffen alle Beteiligte auf Regen und darauf, dass sie sich im nächsten Frühjahr sich über blühende Wiesen und viele Insekten freuen können.

Die Aktion „Blühender Naturpark“ bewährt sich im Schwarzwald schon seit einigen Jahren. Jetzt soll sie nach und nach in allen sieben Naturparks in Baden-Württemberg eingeführt werden.

Wie Julia Mack erläuterte, würden in diesem Jahr landesweit 140 Grundstücke eingesät mit einer Gesamtfläche von rund zehn Hektar. Allein fünf Hektar davon entfallen auf 64 Flächen im Naturpark Neckartal-Odenwald, der in diesem Jahr erstmals an dieser Aktion teilnimmt. Die Stadt Buchen stellt fünf Flächen mit der Gesamtgröße von rund 9000 Quadratmeter zur Verfügung. „Ziel ist es, ein Netzwerk von vielen kleinen blühenden Flächen zu schaffen“, erläuterte Julia Mack.

Bürgermeister Roland Burger wies auf das Insektensterben hin. Nach einer Studie sei der Bestand an Fluginsekten in den vergangenen 26 Jahren um mehr als 75 Prozent zurückgegangen. Obwohl der ländliche Raum durch Grünflächen geprägt und die Stadt Buchen zu 43 Prozent bewaldet ist, müsse man auch hier für mehr Lebensraum für die Insekten sorgen.

Burger freute sich darüber, dass in die Aktion auch Kinder eingebunden würden. Diese lernten auf diese Weise schon früh wichtige Zusammenhänge der Ökologie kennen. Er dankte auch der Sektion Buchen des Deutschen Alpenvereins und der örtlichen Ortsgruppe des Verbands Wohneigentum für ihre Bereitschaft, bei der Pflege der Flächen zu helfen.

Michaela Kahl vom Projektmanagement „Blühender Naturpark“ im Naturpark Neckartal-Odenwald bedankte sich bei der Stadt dafür, dass sie an dem Projekt teilnimmt. „Wir wollen ein Zuhause für die Insekten schaffen“, sagte sie.

Die Zusammenarbeit in dieser Sache habe bereits vor einem Jahr begonnen. So wurden geeignete Flächen ausgesucht. Deren Böden wurden von einem Fachmann untersucht. Denn die Mischung der Wildpflanzen, die darauf ausgesät würden, sei den Böden der einzelnen Flächen und den klimatischen Bedingungen dort angepasst. Es sollen dort „gebietsheimische, mehrjährige Wildblumenarten“ wachsen.

An dem Projekt „Blühender Naturpark“ können neben Kommunen auch Unternehmen und Privatpersonen teilnehmen. Das Land Baden-Württemberg fördert die Teilnahme mit dem „Sonderprogramm zur Stärkung der biologischen Vielfalt“.