Buchen

Karl-Trunzer-Schule „Tag der Berufsorientierung“ bot den Schülern erste Informationen

Einblicke in das Berufsleben

Archivartikel

Buchen.Bastian Schweinsteiger ist gelernter Bürokaufmann, Oliver Pocher Kaufmann für Versicherungen und Finanzen, Cro Mediengestalter und Xavier Naidoo Koch. Warum solche Promis überhaupt eine Ausbildung haben? „Weil es immer wichtig ist, eine Grundlage zu haben, auf die man zurückgreifen kann“. Claudia Godulla, Bildungsberaterin der Industrie- und Handelskammer Mannheim, brachte auf den Punkt, was all ihre Mitstreiter zu vermitteln versuchten: Mit einer dualen Ausbildung stehen den Jugendlichen in der heutigen Zeit alle Türen offen. Beim „Tag der Berufsorientierung“ erfuhren die Acht-, Neunt- und Zehntklässler der Karl-Trunzer-Schule in sechs Workshops allerhand Wissenswertes zum Thema „Ausbildung“ und hatten die einmalige Chance, verschiedene Unternehmen „hautnah“ zu erleben.

Viele Fragen gestellt

„Mit den Ausbildungsbotschaftern haben wir die geballte Kompetenz im Haus“, freute sich Konrektor Andreas Philipp bei der Eröffnung der Veranstaltung in der Aula und appellierte an die Schüler: „Nutzt’s und fragt!“ Und das machten sie. Sowohl bei den beiden Informations-Workshops „Karriere mit Lehre“ der IHK als auch den Veranstaltungen der Firmen WLC Würth-Logistik und Göttfert Werkstoff-Prüfmaschinen, Scheuermann und Heilig, Hoffmann und Krippner und Penny Markt befassten sich die Mädchen und Jungs mit Ausbildungsberufen, deren Voraussetzungen und Inhalten sowie dem Ablauf von der Bewerbung bis zur Abschlussprüfung.

Wie sinnvoll eine ausgiebige Beschäftigung mit diesem Thema ist, bewies spätestens eine Grafik der IHK: Einer Prognose zufolge werden 2030 in Baden-Württemberg 380 000 beruflich Qualifizierte fehlen. Bedenkliche Zahlen, die den Schülern das klar machten, was alle Ausbildungsbotschafter verdeutlichten: „Eine Ausbildung ist eine super Eintrittskarte in die Betriebe“ und „Ihr habt die besten Chancen!“ Möglichkeiten zur Weiterentwicklung gäbe es im Anschluss immer noch genug, erklärte Godulla, die als Beispiele den Fachwirt, den Meister und den Betriebswirt nannte. Großes Plus sei bei diesem Weg dann die mehrjährige Berufserfahrung.

Während beim Workshop der Würth-Logistik und Göttfert Werkstoff-Prüfmaschinen drei Auszubildende die Aufgabengebiete einer Kauffrau im Groß- und Außenhandel (Alexandra Gering), einer Fachkraft für Lagerlogistik (Marcel Wiedemann) und eines Elektronikers (David Speer) vorstellten, lernten die interessierten Kids bei Scheuermann und Heilig den Job der Industriekauffrau (Alisha Erbacher) und des Werkzeugmechanikers (Tobias Golderer) kennen. Quasi „nebenbei“ bekamen die Teilnehmer obendrein einen Einblick in zwei für die Region bedeutsame Unternehmen und in den Ablauf von der ersten Kontaktaufnahme über die ersten Tage im Job bis zur Abschlussprüfung. Es wurden Schullaufbahnen, Voraussetzungen und Bewerbungsprozesse vorgestellt und auch Projekte, die als Teambuilding-Maßnahme oder Wohlfühlelement in den Firmen einen nicht zu unterschätzenden Stellenwert haben.

Praktische Übungen

Selbst Hand anlegen durften die Jugendlichen beim Workshop der Firma Hoffmann und Krippner, wo sie mit einem Azubi aus dem Bereich Medientechnologie Siebdruck (Kristian Rein) eine Karte bedrucken oder mit einem Azubi aus dem Bereich Elektronik für Geräte und Systeme (Lukas Breunig) Dioden in einer elektrischen Schaltung stecken durften. Konzentriert und engagiert versuchten sie sich mit Hilfe eines Elektrotechnikers (Dennis Heffner) auch an hochmodernen elektrischen Vorführgeräten, die natürlich durch ihre Farben und ihre Leuchtkraft die Blicke auf sich zogen. Auch hier wurden quasi „bei der Arbeit“ die Berufsfelder und die dazu gehörigen Unternehmen vorgestellt.

Beim Workshop von Penny, der von Personalentwicklerin Tessa Brust geleitet wurde und bei dem Azubi Kadir Tinkilic für Fragen zur Verfügung stand, kam auch der Spaß nicht zu kurz. Hier waren die vielschichtigen Informationen über das Unternehmen und das Berufsbild des Kaufmanns im Einzelhandel in ein Video und ein Tablet-Quiz verpackt, was natürlich für erhöhte Motivation sorgte.

„Die Betriebe suchen gute Leute“, sprach auch Godullas IHK-Kollegin Sonja Fendrich den herrschenden Fachkräftemangel an. Sie stellten den Schülern, auch anhand eines Erklär-Videos, das Prinzip der dualen Ausbildung vor. Sie leiteten die Mädchen und Jungen dazu an, zunächst einmal sich selbst darüber Gedanken zu machen, wo sie Informationen zu ihrer angestrebten Ausbildung finden, wie sie zu einem Arbeitsplatz kommen und was zu ihnen passt. Anschließend gab es natürlich jede Menge Tipps für jeden dieser Schritte. „Die allererste Kontaktaufnahme und auch ein kleines Detail im Bewerbungsschreiben können das entscheidende Kriterium sein“, gaben sie den interessierten Jugendlichen zu bedenken. Des Weiteren stellten sie die Lehrstellenbörse im Internet vor und appellierten, dass nicht nur Noten, sondern auch die Persönlichkeit und gelebte Werte eine große Rolle bei der Auswahl der Mitarbeiter spielen.

Einige Möglichkeiten

Für viele Schüler ist so ein Tag neben den Praktika die einzige Möglichkeit, Firmen überhaupt erst einmal kennenzulernen. Und so repräsentierten die Auszubildenden zum einen ihre Berufsbilder, zum anderen aber auch ihre Unternehmen und zeigten verschiedene Wege auf, die ein junger Mensch heutzutage gehen kann. „Berufsorientierungstage an Schulen sind auch für uns Firmen eine sehr sinnvolle Angelegenheit, da wir hier bedarfsorientiert präsentieren können“, sprachen Mathias Schild (Ausbildungsleiter bei Scheuermann und Heilig) und Personalentwicklerin Tessa Brust (Penny) sowohl auf den lokalen Bezug als auch den zu erwartenden Bildungsabschluss an.

In der Reflexionsrunde mit einem dankbaren Schulleiter Walter Scheuermann freuten sich alle Workshop-Leiter über aufmerksame und interessierte Schüler und eine rundum gelungene Veranstaltung.