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Kulturelles Glanzlicht Ann-Kathrin Schneider aus Walldürn und die Würzburger Formation „Klez’ amore“ begeisterten Zuhörer in Hainstadt

Eine faszinierende Reise zum Mond erlebt

Archivartikel

Hainstadt.Mit einem ganz besonderen kulturellen Glanzlicht hat der katholische Kirchenchor Hainstadt sich und den Besuchern ein außergewöhnliches Geburtstagsgeschenk bereitet. Zum 85-jährigen Bestehen des Cäcilienvereins gaben die vielseitig begabte Walldürner Künstlerin Ann-Kathrin Schneider und die Würzburger Formation „Klez’ amore“ in der Pfarrscheuer ein Konzert zum Thema „Der Mond ist eingefangen“.

Auch wenn der Mond an jenem Abend wegen des wolkenverhangenen Himmels nicht zu erblicken war, so verzauberten die literarisch-musikalischen Mondbetrachtungen das Publikum auf ihre ganz eigene Weise. Seit Menschengedenken übt der Mond eine große Faszination aus. Kein Wunder, dass er immer wieder beschrieben und besungen wird. Was Dichter und Denker, Musiker und Komponisten aus verschiedenen Epochen und Stilrichtungen festgehalten haben, davon gaben die Akteure in Hainstadt eine beeindruckende Kostprobe.

Es dominierten die eher leisen Töne, die das Innere berührten und den Alltag schnell vergessen machten. Gleich zu Beginn ließ „Lost in the Stars“ von Kurt Weill die Zuhörer auf leichte und heitere Art eintauchen in ein weites, unendliches Universum, das gleich darauf wieder begrenzt wurde mit Bart Howards bekanntem Jazztitel „Fly me to the Moon“.

Sanft und nahegehend

Wenngleich der Mond bei Jimmy Webb in „The Moon is a harsh Mistress“ als „harte Herrin“ tituliert wird, so waren die Klänge doch sehr sanft und nahegehend. Die Töne von Klarinette und Oboe, untermalt von den Klängen der Gitarre und des Kontrabasses, prägten sich bei „Unter dayne vayse Shtern“ ganz besonders bei den Gästen ein. Vor allem, wenn sie zwischendurch einmal die Augen schlossen.

„Moon and Sand“ ließ die Zuhörer beim Rauschen der Wellen davon träumen, verliebt bei Mondschein am Strand zu liegen und den „Zauber der Liebe“ zu erleben. Mit „It’s only a Paper Moon“ endete der erste Teil des Konzerts mit herzlichem Applaus.

Die leidenschaftliche Spielwiese der Musiker und die stimmlich intensive Interpretation der Lieder durch Ann-Kathrin Schneider setzten sich nach der Pause fort. Besonders das von der Oboe getragene „Hijo de la Luna“ von Jose Maria Cano und „Sheyn vi di levone“ aus dem Klezmer-Repertoire stachen hier heraus, ebenso wie das heiter-beschwingt anmutende „How high the Moon“ oder auch „Shoot the Moon“. Das klassische Instrumentarium der Gruppe mit Oboe, Klarinette, Gitarre und Kontrabass wurde immer wieder ergänzt durch Flöte, Englisch Horn, Bassklarinette und Akkordeon.

Mit Sting’s „Sister Moon“ in deutscher Übersetzung (König der Nacht) setzten die Künstler einen grandiosen Schlusspunkt unter ihr Programm, das maßgeblich auch von der pointierten und zugleich einfühlsamen Rezitation zahlreicher Gedichte und Texte durch Ann-Kathrin Schneider lebte. So ergänzten unter anderem Beiträge von Rainer Maria Rilke, Friedrich Rückert, Joseph von Eichendorff, Christian Morgenstern, Theodor Storm und Heinz Erhardt die unvergessliche Reise zum und um den Mond.

Das Publikum spendete den Künstlern rauschenden Beifall für einen sinnlich-vergnügten Abend, der mit der Zugabe „Moon River“ gekrönt wurde. Kirchenchor-Vorsitzender Bernd Rathmann dankte den Musikern und Ann-Kathrin Schneider für das gelungene Geburtstagsgeschenk, das auch als Einstimmung auf die totale Mondfinsternis am kommenden Freitag bei hoffentlich ungetrübtem Nachthimmel gesehen werden kann. mira