Buchen

„Tag der offenen Tür“ beim TSV Buchen Neuer Gymnastikraum und neue Geschäftsstelle / 400 000 Euro wurden investiert

Eine „wegweisende Entscheidung“

Mit einem „Tag der offenen Tür“ hat der TSV Buchen seinen neuen Gymnastikraum und seine neue Geschäftsstelle der Öffentlichkeit vorgestellt.

Buchen. Beim Tanz der Kleinkindturngruppe und dem Körperteilen-Blues der Kinderturngruppe durften die Gäste der offiziellen Eröffnung des „Tags der offenen Tür“ mitmachen. Dann begrüßte TSV-Vorsitzender Kurt Bonaszewski die Gäste. Er erinnerte an den Bau der TSV-Sporthalle im Jahr 1954 unter dem damaligen Vorsitzenden Josef Seitz. Damals verfügte die finanzschwache Stadt Buchen nicht über die Mittel, eine Sporthalle zu errichten. Deshalb nahm sich der Verein dieses Mammutprojekt vor. Über 60 Jahre später habe der Vorstand einstimmig den Neubau beschlossen, und auch die Generalversammlung stimmte mit nur wenigen Enthaltungen zu.

Skulptur überreicht

Insgesamt investierte der TSV rund 400 000 Euro in den Anbau. Der Verein erhielt Geld aus Fördertöpfen und Spenden. Außerdem beteiligte er sich erfolgreich an Wettbewerben. So musste man eine Hypothek über lediglich 150 000 Euro aufnehmen. Zur Erinnerung an den „Tag der offenen Tür“ wurde eine Sportler-Skulptur an den Förderverein des TSV überreicht. Diese ist auf einem Stück einer Eisenbahnschwelle montiert, die Teil der Bahnlinie von München nach Salzburg war. „So wie diese Schiene Länder verbunden hat, will der TSV Buchen Menschen verbinden“, sagte Kurt Bonaszewski. Der Verein biete in seinen Sparten derzeit 18 unterschiedliche Sportarten an.

„Was das Vorstandsteam des TSV anpackt, das hat Hand und Fuß“, stellte Bürgermeister Roland Burger fest. Und in diesem Fall habe es „Wand und Tür, Schreibtisch und Telefon.“ Er lobte die „wegweisende Entscheidung“, einen Anbau für den Sport und die Geschäftsstelle zu errichten. Er betonte, dass die Stadt seit Jahrzehnten mit dem TSV eng und vertrauensvoll zusammenarbeite, unter anderem beim Schulsport, denn die Stadt sei Träger von zehn Schulen. „Der TSV bereichert das Leben vieler Bürger“, sagte Burger. Sport erfülle auch eine soziale Aufgabe. Die Stadt Buchen habe sich ihm Rahmen der erweiterten Vereinsförderung an dem Neubau des TSV mit 30 000 Euro beteiligt. Der Bürgermeister appellierte an die Bürger, das Sportangebot des Vereins zu nutzen: „Denn Sitzen ist das neue Rauchen!“ Er dankte Kurt Bonaszewski und seinem Vorstandsteam für ihren ehrenamtlichen Einsatz.

„Der TSV ist ein Verein, wie wir ihn uns wünschen“, sagte Wolfgang Eitel, Geschäftsführer des Badischen Sportbunds. „Da geht einem das Herz auf!“ Sport gehöre zur Kultur und erfülle auch eine soziale Funktion. Gern habe der Badische Sportbund die Baumaßnahme finanziell gefördert. Als Anerkennung überreichte er Kurt Bonaszewski eine Wanduhr für die neue Geschäftsstelle.

„Integration wird beim TSV ganz groß geschrieben“, betonte Manfred Röckel, zweiter Vorsitzender des TSV, und trat damit Behauptungen in sozialen Netzwerken im Internet entgegen. So biete man wöchentlich Sport für Flüchtlinge an. Einige Flüchtlinge spielten in Mannschaften in Hainstadt, Hettingen und Buchen Fußball. „Der Verein wächst und wächst. Wir haben immer mehr Mitglieder“, stellte Röckel fest. Man benötigte deshalb mehr Platz, nicht nur für Sportkurse, sondern auch für die Geschäftsstelle. Kurt Bonaszewski habe ehrenamtlich sehr viel Zeit für den Neubau investiert. „Ohne Kurt stünde dieser Anbau hier nicht“, sagte Röckel. Auf Initiative der langjährigen Kursleiterin Hilde Schweizer schenkte der TSV-Vorstand seinem Vorsitzenden zwei Tafeln, auf denen die Verdienste von Bonaszewski gewürdigt werden. Eine davon soll einen Platz an der Fassade des Neubaus erhalten.

Anschließend weihten Kaplan Julian Donner und Gemeindediakonin Johanna Moelter-Rein das Gebäude. mb