Buchen

Der Bleckerclub 1919 feierte sein 100-Jahr-Jubiläum Rückblick auf die bewegte Zeit im Hotel „Prinz Carl“ / Bürgermeister Roland Burger ist neues Mitglied

Eng mit Stadt und Geschichte verbunden

Auf sein 100-jähriges Bestehen blickte der Bleckerclub im Hotel „Prinz Carl“ zurück. Auch Landrat Dr. Achim Brötel und Bürgermeister Roland Burger gratulierten zum runden Geburtstag.

Buchen. Vorsitzender Clemens Morschhäuser begrüßte die Anwesenden und brachte seine große Freude über das Jubiläum zum Ausdruck. Vom Hotel „Prinz Carl“ gab es zu diesem besonderen Anlass ein Glas Sekt, um gebührend auf die 100 Jahre anzustoßen. Die noch amtierende Blecker-Königin Elvira Hamleh verpackte ihre Glückwünsche in einem originell gedichteten Lied, das die Anwesenden auf die Melodie der Nationalhymne sangen. Anschließend führte sie die fröhliche Polonaise an.

In einem Gedicht, eigens für den besonderen Anlass geschrieben, ließ Gerhard Wissmann die vergangenen 100 Jahre Revue passieren. Dabei erinnerte er an die Entstehung aus den Weltkriegstrümmern und die schwierigen Zeiten, wie die Inflation, die der Club überstanden hätte. „Der Bleckerclub und die Vereine sind doch stets erhaltenswert“, unterstrich Gerhard Wissmann. Auch auf Christel und Clemens Morschhäuser, die seit über 50 Jahren den Bleckerclub gestützt und gelebt hätten, dichtete er sein Lob.

Vierteilige Chronik

Dem Anlass entsprechend hatte man eine vierteilige Chronik erstellt, welche von Kurt Henn, Alexander Schüssler, Herbert Kremser und Hedwig Morschhäuser vorgetragen wurde. Noch vor der Gründung 1919 gab es 1913 einen Bleckerclub, der jedoch mit dem ersten Weltkrieg sein Ende fand. An der Gründung im „Prinz Carl“ waren 25 junge Buchener beteiligt. Von Anfang an hätten sich die Tanzabende, die damals im „Becke Doni“ stattfanden, an großer Beliebtheit erfreut. Aufgrund der Inflation mussten viele Mitglieder nach Amerika auswandern, dennoch überstand der Bleckerclub die schwierige Zeit. Im Jahre 1926 forderte Jacob Mayer die Mitglieder auf, sich am Umzug zu beteiligen. Seitdem gestaltete der Beckerclub die Faschenacht maßgeblich mit, bis in den 50-iger Jahren die FG „Narrhalla“ gegründet wurde und diese Aufgabe übernahm. Mit der Machtübernahme wurde auch der Club gleichgeschaltet, doch Marschall Prentice war es 1946 zu verdanken, dass der Bleckerclub mit einer Sondergenehmigung wieder aufblühte. „Auch das Heimatblatt „Der Wartturm“ wurde finanziell unterstützt“, erzählte Kurt Henn.

Durch die Chronik zogen sich die Ausflüge, die die Mitglieder unternahmen, die Tanzbälle und die Besuche im Bezirksmuseum wie ein roter Faden. Ausflugsziele waren unter anderem Tripsdrill, der Holiday Park, diverse Schlösser, aber auch die Tropfsteinhöhle in Eberstadt, das Forsthaus in Hettingen, der Grillplatz in Oberneudorf und andere Plätze in der näheren Umgebung. Neben dem Blecker stand auch immer die Gemeinschaft bei den Ausflügen, Wanderungen und Bällen im Vordergrund. Mehrere fünftägige Reisen unternahmen die Mitglieder und erkundeten dabei vor allem Südtirol. Für gute Laune sorgten zum Beispiel die Männer als Blecker-Girls mit ihrem Auftritt im Jahr 2000. Während der Chronik und der Dia-Show wurde zahlreichen ehemaligen Mitgliedern, die den Bleckerclub stark geprägt hatten, gedacht. Zwischen den einzelnen Teilen wurde zu den Klängen von Werner Schifferdecker immer wieder getanzt, gelacht, gesungen und Unterhaltungen geführt.

Buchentypisch

Bürgermeister Roland Burger betonte in seinem Grußwort, dass es in Buchen zwar viele Vereine gäbe, aber keiner so buchentypisch sei wie der Bleckerclub: „Keiner der Vereine ist so unverwechselbar, einmalig und vor allem so eng mit unserer Stadt und deren Geschichte verbunden wie der Bleckerclub. Mit anderen Worten: Mehr Buchen geht nicht!“ Er erinnerte auch daran, dass der vordergründige Zweck die Erinnerung an die Geschichte des Bleckers sei. „Die Mitglieder wollen den Heimatgedanken und das örtliche Brauchtum pflegen sowie kulturelle Bestrebungen fördern und unterstützen“, so Burger, der damit Helmut Brosch zitierte. Um dem mangelnden Nachwuchs etwas entgegenzusetzen, verkündete Roland Burger, dem Bleckerclub beizutreten und somit als gutes Beispiel einen Anfang zu machen. Dies wurde mit lautem Beifall begrüßt.

Lob für Clemens Morschhäuser

Auch Landrat Dr. Achim Brötel gratulierte dem Club zu seinem 100-jährigen Bestehen und erinnerte sich an seine Zeit als Teil der BCH-Kombo, die einige Jahre die Tanzabende musikalisch gestaltete. Ein besonderer Dank richtete sich an Clemens Morschhäuser, der seit dem 20. Juli 1986 den Vorsitz innehat. Auch ließ er sich es nicht nehmen, das Gedicht, welches er zum 80-jährigen Bestehen geschrieben hatte, vorzulesen.

Er unterstrich, dass der Bleckerclub zeitlos, aber zugleich auch einmalig sei und die Stadt stolz auf solche Vereine sein könne. „Außerdem sollte man die Älteren nie unterschätzen“, so der Landrat, der selbst Mitglied ist. Sowohl der Landrat als auch der Bürgermeister überreichten Geschenke.

Der Höhepunkt des Ballabends war die Wahl der Blecker-Königin 2019, welche traditionell durch einen in Salzwecken eingebackenen Miniatur-Blecker ermittelt wurde. Waltraud Kaiser wurde mit grün-weißer Schärpe und dem kleinen goldenen Krönchen zur neuen Blecker-Königin gekrönt und von den vier Rittern Gerhard Baumbusch, Kurt Gremminger, Helmuth Harth und Wolfgang Ihle gehuldigt.

Natürlich durfte auch die 50-jährige Vorstandstätigkeit von Clemens Morschhäuser nicht ungewürdigt bleiben und so überreichte Alexander Schüssler im Namen der Clubmitglieder ein Geschenk. Mit dem um Mitternacht begeistert gesungenen Lied „Der Mai ist gekommen“ neigte sich der Abend zu seinem Ende.