Buchen

Arbeitskreis Heimatpflege im Regierungsbezirk Karlsruhe Rainer Handwerk und Thomas Naumann erhielten Ehrennadeln von Präsidentin Sylvia Felder

Engagement bei Heimatpflege gewürdigt

Buchen/walldürn.Regierungspräsidentin Sylvia Felder, Vorsitzende des Arbeitskreises Heimatpflege im Regierungsbezirk Karlsruhe, verlieh in der Maulbronner Stadthalle an die Sieger des Wettbewerbs „Heimatpflege hat Zukunft“ die Ehrennadeln für Verdienste in der Heimatpflege. Darunter waren auch Rainer Handwerk vom Bezirksmuseum Buchen und Thomas Naumann vom Freilandmuseum Gottersdorf.

Die Stadthalle im Klosterhof der Unesco-Weltkulturerbe-Stadt bot den Feierlichkeiten einen würdigen Rahmen. Nach den üblichen Grußworten, Musikbeiträgen und der Rede der Juryvorsitzenden wurden zunächst die vier prämierten Museen durch Regierungspräsidentin Felder vorgestellt und geehrt.

Denkmal der Industrie

Anschließend wurden die Ehrennadeln für besonderes Engagement in der Heimatpflege verliehen. Unter den Geehrten befand sich auch Rainer Handwerk aus Walldürn, der sich bereits seit Jahrzehnten für die Heimatgeschichte in seiner Wahlheimat Walldürn engagierte. So gelang es ihm Anfang der 90er Jahre, die Bundeswehr von der Wiederinbetriebnahme der Lambachpumpe zu überzeugen und mit deren finanziellen Unterstützung zu restaurieren. Seitdem dient dieses Industriedenkmal, die einzig funktionierende Pumpe dieser Art in Baden-Württemberg, der Notwasserversorgung der Kaserne in Walldürn, lobte Regierungspräsidentin Felder.

Darüber hinaus habe sich Handwerk den Bildstöcken in der Feldflur angenommen. Er habe diese fotografiert, dokumentiert und deren Ursprung erforscht. Heute informierten Schautafeln den Betrachter über Denkweise und Frömmigkeit der Vorfahren im Madonnenländchen.

Außerdem führte Handwerk den Verein Biotopschutzbund Walldürn in den Landschaftserhaltungs- und Landesnaturschutzverband und entwickelte Konzept und Schautafeln für den Biotoplehrpfad, der die Projekte aus 25 Jahren Arbeit im Rundwanderweg erlebbar mache. Weiter führte die Regierungspräsidentin aus: „Dank ihrer Spendenakquise gelang dem Verein die Restaurierung der Kalköfen außerhalb Walldürns, die somit die Geschichte des Kalkbrennens dokumentieren. Aktionen wie ,1200 Bäume für 1200 Jahre’ und das Hochzeitswäldchen gehen ebenfalls auf ihre Initiative zurück.“

Zeitintensive Arbeit

Als ausgewiesener IT-Fachmann habe sich Handwerk das zeitintensivste Engagement für den Ruhestand aufgehoben. So habe er beim Bezirksmuseum Buchen das Inventarisierungsprogramm „Primus“ der Landesstelle für Museumsbetreuung in Stuttgart installiert, 4000 Inventar-Datensätze übertragen und sich um die Datensicherheit gekümmert.

Insbesondere habe sich Handwerk des fotografischen Nachlasses von Karl Weiß angenommen. Die Digitalisate der 10 000 Glasplatten umfassenden fotografischen Sammlung von 1894 bis 1938 wurden von Rainer Handwerk in zweijähriger Arbeit geordnet. Ausgewählte Objekte habe er in Kooperation mit dem Landesmedienzentrum in Stuttgart von einer speziellen Restauratorin reinigen lassen und mit der hochauflösenden Kamera des Landesmedienzentrums erneut digitalisiert.

„Ihrem Engagement ist es zu verdanken, dass die Öffentlichkeit Einblick in diese bedeutende Fotosammlung von Karl Weiß bekommt. Sei es durch ihre Publikationen und Ausstellungen oder durch Veröffentlichungen in leo-bw, museum-digital und alemannia-judaica. Dank ihrer erfolgreichen Spendensuche können nun 500 weitere Objekte historischer Gebäuden aus Walldürn aufgearbeitet werden“, fuhr die Regierungspräsidentin in ihrer Laudatio fort. Als neuestes Projekt zeichne sich Handwerk für die Gestaltung eines Jahreskalenders für 2019 verantwortlich. Für dieses außerordentliche Engagement, wichtiges Kulturgut des Landes für die Nachwelt zu erhalten, überreichte die Regierungspräsidentin Rainer Handwerk die Ehrennadel des Arbeitskreises Heimatpflege.

Ein Lebenswerk

Für Thomas Naumann war das Odenwälder Freilandmuseum sein Lebenswerk. Als Sprecher der Arbeitsgemeinschaft der sieben regionalen Freilichtmuseen vertrat er zudem von 2003 bis 2014 deren Interessen. Große Verdienste erwarb sich Naumann um den Verband der Odenwälder Museen und Sammlungen, lobte Felder. Drei Jahrzehnte war er Vorsitzender dieses Zusammenschlusses zahlreicher Museen, der den Austausch untereinander fördere und Hilfe mit Veranstaltungen biete. Schließlich brachte sich der Geehrte noch von 1988 bis 2003 als Beirat im Museumsverband Baden-Württemberg ein und leitete von 1995 bis 2016 ehrenamtlich das Stadt- und Wallfahrtsmuseum Walldürn.

Ihre Verbundenheit mit den Geehrten bewiesen neben Vertretern des Bezirksmuseums auch die Bürgermeister Roland Burger und Markus Günther sowie Landrat Dr. Achim Brötel und Karl Heinz Neser.