Buchen

„150 Jahre Sparkasse in Buchen“ Jubiläum wurde in der Stadthalle gefeiert / Christoph Sonntag bot Auszüge aus seinem aktuellen Programm „Bloß kein Trend verpennt“

„Es ist gut, dass wir die Sparkasse haben“

Archivartikel

Mit einer Feier für geladene Gäste hat die Sparkasse Neckartal-Odenwald in der Stadthalle das Jubiläum „150 Jahre Sparkasse in Buchen“ begangen.

Buchen. Rund 150 Gäste aus Politik, Wirtschaft und Gesellschaft waren in die Stadthalle gekommen, um auf die Geschichte der Sparkasse im Mittelbereich Buchen zurückzublicken. Zunächst begrüßte der Mosbacher Oberbürgermeister und Verwaltungsratsvorsitzende der Sparkasse Neckartal-Odenwald, Michael Jann, die Gäste und führte in das Programm ein.

Vorstandsvorsitzender Gerhard Stock blickte auf die Geschichte der Sparkasse in Buchen zurück. So habe am 23. Dezember 1867 der Gemeinderat der Stadt beschlossen, eine Sparkasse zu gründen. Diese nahm am 1. Februar 1868 ihre Geschäfte auf und nannte sich damals „Spar- und Waisenkasse für den Amtsbezirk Buchen“. Eine „Waisenkasse“, die das Vermögen von Waisenkindern verwaltete, gab es schon seit dem 18. Jahrhundert. Als die Sparkasse gegründet wurde, bezahlte man noch mit dem Badischen Gulden.

Stock erinnerte an die Inflation nach dem Ersten Weltkrieg, an die Einführung der Renten- und der Reichsmark. Ende 1925 erhielt die Sparkasse in Buchen einen neuen Namen. Sie nannte sich „Öffentliche Städtische Sparkasse Buchen“. Im Jahr 1930 bezog das Kreditinstitut das Gebäude in der Abt-Bessel-Straße. In den 50er Jahren fusionierte die Bank mit der Sparkasse Walldürn und nahm den Namen „Bezirkssparkasse Buchen-Walldürn“ an. „Die folgenden Jahre waren von einer starken Aufwärtsentwicklung geprägt“, stellte Gerhard Stock fest. Die Bilanzsumme wuchs von Jahr zu Jahr.

Im Jahr 1970 wurde die Hauptstelle in der Schütt- und Amtsstraße errichtet, welche im Jahr 1982 erweitert wurde. Dort stand auch der erste Geldausgabeautomat der damaligen Sparkasse. Bereits im Jahr 1883 erhielt die Sparkasse ihre erste Zweigstelle, und zwar in Mudau. Man erwarb dort das alte Rathaus und baute es um. Im Jahr 1987 entstand ein neues Sparkassengebäude in Walldürn. Eine Zäsur in der Geschichte der Bezirkssparkasse Buchen-Walldürn stellte der 13. Juli 2001 dar: An jenem Tag wurde die Fusion mit den Sparkassen aus Eberbach, Osterburken und Mosbach zur Sparkasse Neckartal-Odenwald beschlossen. Wie Stock sagte, habe man die Hauptsitze in Buchen, Mosbach, Eberbach und Osterburken beibehalten, um die örtliche Nähe zu den Kunden zu gewährleisten.

Bankwesen verändert

Auch die Digitalisierung habe das Bankwesen verändert. Immer mehr Kunden verrichteten ihre Bankgeschäfte online. Die Sparkasse Neckartal-Odenwald halte mit der Entwicklung Schritt. So biete sie ihren Kunden eine App fürs Smartphone und Pay Direkt fürs Bezahlen beim Online-Einkaufen an. Ab Juli würden Sparkassenkunden auch mit dem Smartphone kontaktlos bezahlen können. „Wir blicken zufrieden, dankbar und stolz auf unsere Geschichte zurück“, sagte Stock. „Die Sparkasse hat alle Herausforderungen gemeistert.“ Buchens Bürgermeister Roland Burger, zugleich stellvertretender Vorsitzender des Verwaltungsrats der Sparkasse Neckartal-Odenwald, bezeichnete die Gründung der Sparkasse in Buchen als „kommunales Projekt“. Er selbst habe einen winzigen Teil zu deren Geschichte beigetragen. Denn von 1979 bis 1981 habe er eine Ausbildung bei der Sparkasse Buchen-Walldürn absolviert. Außerdem war er als Bürgermeister von Osterburken Verwaltungsratsvorsitzender der Sparkasse Bauland. Heute sei die Sparkasse Neckartal-Odenwald in 30 Kommunen in fünf Landkreisen, von Schönbrunn bis Krautheim, vertreten.

Die Sparkasse habe Buchen als „attraktives Mittelzentrum mit hoher Lebensqualität“ mitgeprägt. „Die Sparkasse war nie ein anonymes Institut, sondern immer mit der Region verbunden“, betonte Burger. Der Bürgermeister wies auf den öffentlichen Auftrag des öffentlich-rechtlichen Instituts hin, nämlich den „Wettbewerb zu stärken“ und „Sparsinn und Vermögensbildung“ zu fördern. Er dankte dem Kreditinstitut auch für die finanzielle Unterstützung der Vereine und der Kultur in ihrem Verbreitungsgebiet. So habe die Sparkasse den einzigen kommunalen Steinway-Konzertflügel in der Region, der in der Stadthalle steht, mitfinanziert. Viele soziale Projekte in der Region seien ohne die Sparkasse nicht oder nur schwer zu realisieren gewesen. „Es ist gut, dass wir die Sparkasse haben. Ich wünsche mir, dass das lange so bleibt“, schloss Burger seine Rede. Zum Abschluss der Veranstaltung unterhielt der Kabarettist Christoph Sonntag mit Auszügen aus seinem aktuellen Programm „Bloß kein Trend verpennt“. Zur Überraschung der Zuhörer stellte er immer wieder humorvoll Bezüge zur Sparkasse Neckartal-Odenwald und zu Buchen her.

Das Symphonieorchester der Joseph-Martin-Kraus-Musikschule, die die Sparkasse seit Jahren finanziell unterstützt, erfreute das Publikum mit bekannten Werken. So erklangen unter der Leitung von Michael Wüst „Bolero“ von Maurice Ravel in einer Bearbeitung von Thomas Stapf, „Variationen über ein Thema von Händel“ von Maurice C. Whitney und „Die Moldau“ von Friedrich Smetana nach einer Bearbeitung von Thomas Stapf. mb