Buchen

Schüleraustausch 29 Schüler aus Budapest weilen noch bis Samstag in Buchen / BGB und ungarische Schule organisieren Besuch bereits zum neunten Mal

Europäischer Geist der Freundschaft

Buchen.Derzeit verbringen 29 Schüler aus Budapest abwechslungsreiche Tage in Buchen. Als Gäste von Teilnehmern des Oberstufen-Seminarkurses „Europa“ am Burghardt-Gymnasium Buchen (BGB) bleiben sie noch bis Samstag im Odenwald. Die Stadt Buchen begrüßte die Jugendlichen am Mittwoch im Rahmen eines offiziellen Empfangs im Alten Rathaus.

Nach Straßburg und Gottersdorf

Seit dem vergangenen Samstag sind die Schüler mit ihren Lehrern Gábor Széles und Zsuzsanna Laffer zu Gast in Buchen. Sie besichtigten in dieser Zeit gemeinsam mit ihren Gastgeber-Schülern die „Prezero-Arena“ in Sinsheim sowie die Burg Steinsfurt. Weitere Ausflüge führten die Jugendlichen nach Straßburg, ins Odenwälder Freilandmuseum Gottersdorf und nach Würzburg. Für Freitag ist eine Werksführung bei Audi in Neckarsulm geplant. Am Samstag reisen die Ungarn weiter nach Berlin. Bereits vor Ostern weilten die Teilnehmer des BGB-Seminarkurses „Europa“ eine Woche lang in Budapest und waren dort Gäste der Schule „Alternati’v Közgazdasa’g Gimna’zium“.

Wie Oberstudiendirektor Jochen Schwab vom BGB erläuterte, lernten die ungarischen Schüler an 18 Schulstunden pro Woche Deutsch. Entsprechend gut seien ihre Kenntnisse in dieser Sprache. In seiner Ansprache im Rahmen eines offiziellen Empfangs freute sich Schwab über den Besuch der Gäste. „Wir sind dankbar dafür, dass wir Freunde in Ungarn für den Austausch gefunden haben“, sagte er. „Wir brauchen in Europa den Geist der Freundschaft.“

Burghardt-Grab gefunden

Schwab wies auf die im Bürgersaal aufgestellten Fahnen hin: Die Buchener hing neben der von Baden-Württemberg, diese neben der deutschen und diese wiederum neben der Europafahne. Jede politische Ebene sei wichtig und notwendig. Er erinnerte in diesem Zusammenhang an Franz Burghardt, den Namensgeber seiner Schule. Dieser habe zwar sein halbes Leben in Budapest verbracht, sei aber dennoch in Buchen verwurzelt gewesen. So habe er das heutige, im Jahr 1845 gegründete Gymnasium finanziell unterstützt. Schwab freute sich deshalb besonders darüber, dass man mit Hilfe des ungarischen Lehrers Gábor Széles das Grab von Franz Burghardt in Budapest gefunden habe (ausführlicher Bericht folgt). „Wir haben jetzt eine Kultstätte in Budapest“, stellte der Schulleiter fest. Ruth Weniger überbrachte als Vertreterin für Bürgermeister Roland Burger die Grüße von Stadt und Gemeinderat an die Gäste aus Ungarn. In einem Lichtbildvortrag stellte sie das kulturelle und wirtschaftliche Leben ihrer Heimatstadt vor.

„Es ist immer beeindruckend, hier zu sein“, sagte Gábor Széles. „Wir können Ungarn sein und Europäer. Beides geht. Wir müssen nicht wählen.“ Er dankte der Stadt Buchen für den Empfang: „Wir werden hier immer sehr freundlich aufgenommen.“ Bereits zum neunten Mal organisieren die beiden Schulen aus Budapest und Buchen einen Schüleraustausch. Auf deutscher Seite zeichnen in diesem Jahr dafür die Gymnasiallehrer Gerald Kaiser, Christina Hohnerlein und Joachim Hörr verantwortlich.

Bei dem „Seminarkurs Europa“ handelt es sich um einen Wahlkurs der Oberstufe. Im gehören derzeit 19 Schüler im Alter von 17 und 18 Jahren an. mb