Buchen

Zentralgewerbeschule Buchen Auszubildende absolvierten dreiwöchiges Betriebspraktikum in Zentralfrankreich

Für die Ausbildung und für das Leben viel dazu gelernt

Archivartikel

Buchen.Nachdem im Herbst französische Berufsschüler vier Wochen in Ausbildungsbetrieben im Neckar-Odenwald-Kreis zu Besuch waren (wir berichteten), erfolgte nun der Gegenbesuch. Die Austauschmaßnahme zwischen der Zentralgewerbeschule Buchen und dem Centre Scolaire La Salle in Saint-Etienne wird aus Mitteln von ProTandem – deutsch-französische Agentur für den Austausch in der beruflichen Bildung gefördert.

Drei Wochen voller neuer und spannender Erfahrungen lagen vor den jungen Leuten, die in einem Französischkurs Vokabeln und Grammatik gelernt hatten. Beim Empfang durch die Stadt Saint-Etienne lobte Gemeinderat Pascal Rousset, ehemaliger Leiter der örtlichen Ingenieurhochschule, den Mut der jungen Leute: „Sie nehmen Ihr Leben selbst in die Hand, als verantwortungsvoller Teil der Gesellschaft. Im Zusammenwirken zwischen Betrieben, Bildungseinrichtungen und Auszubildenden entsteht ein System, das langfristig allen drei Seiten zum Vorteil gereicht. Das deutsche duale Ausbildungssystem wird bei uns als vorbildhaft angesehen. Ähnliches soll in den nächsten Jahren bei uns entstehen.“ Neben den Empfängen bei der Gemeinde und in der Schule hatten die französischen Partner ein reichhaltiges Freizeit-und Kulturprogramm zusammengestellt.

Fast keine Kosten

„Das ist schon toll, dass uns das alles hier ermöglicht wird,“ äußerte sich Marius (Werkzeugmechaniker, Firma Braun, Walldürn): „Wir können in einer großen Stadt im Ausland drei Wochen wohnen und arbeiten, lernen für die Ausbildung und fürs Leben jede Menge und unsere Betriebe unterstützen uns auch noch dabei.“ Philip (Betriebselektroniker, Firma Braun) bekam sehr positive Rückmeldungen angesichts seines guten Ausbildungsstandes. Der Chef war total begeistert von unserer Arbeit.

Nicht alle bekamen einen Praktikumsplatz, der genau zu ihrem Ausbildungsberuf passte. Als Nachteil sahen das die betroffenen Azubis jedoch nicht an. Moritz, der als angehender Elektroniker bei Eaton in Eberbach mit der Fertigung explosionsgeschützter Schaltschränke betraut ist, kam bei einem Oberflächenveredler unter: „In der Elektroinstandhaltung konnte ich mich hier gut einbringen. Was anfiel, wurde getan: Von der Mithilfe in der Produktion, über die Kalibrierung von Plasmadüsen habe ich echt viel zu sehen und zu tun bekommen. Außerdem arbeitet die Firma für die Formel 1 und deutsche Premiummarken. Das war echt interessant.“

Marcel (Produktdesigner) äußerte sich ähnlich: „Bei Mosca in Schollbrunn designe ich Verpackungsmaschinen. Hier ging es um Kunststoffbehälter aller Art, gewisse Überschneidungen gab es da schon. Weil mein Praktikumsbetrieb zu einem deutschen Mutterkonzern gehört, wurde ich auch zum Übersetzen vom Deutschen ins Englische eingesetzt: Wie beim technischen Zeichnen ging es auch hier darum, technische Vorgänge zu verstehen und umzusetzen, damit andere damit weiterarbeiten können. Das hat meinen Horizont echt erweitert. Gut, dass wir technisches Englisch in der Schule haben.“

ZGB-Schulleiter Konrad Trabold war begeistert von den positiven Berichten der Auszubildenden nach der Reise: „Der Mut, Neues zu wagen, hat sich also gelohnt. Die Erfahrungen, die ihr in Saint Etienne gesammelt habt, werden euch euer ganzes Leben lang begleiten und eure Zukunft beruflich und privat sicherlich an der ein oder anderen Stelle bereichern. Ich hoffe, dass auch im kommenden Schuljahr wieder eine Gruppe von Auszubildenden, unterstützt von ihren Ausbildungsbetrieben zustande kommt.“

Konrad Trabold lobte außerdem die beiden verantwortlichen Berufsschullehrer Christoph Kleiser und Uwe Pfeiffer für ihr großartiges Engagement bei diesem Pilotprojekt. Kr