Buchen

Unternehmenskreis Buchen II Betriebe der Region informierten über Umsatz-, Beschäftigungs- und Auftragslage

Gesunde Portion Optimismus trotz leichter Eintrübungen

Buchen.Beim Pressegespräch des Unternehmenskreises Buchen haben die Verantwortlichen zahlreicher Betriebe der Region einen Einblick in das laufende Geschäftsjahr gegeben, über die Umsatz-, Auftrags- und Beschäftigungslage informiert und ihre Erwartungen an das kommende Jahr formuliert.

Aurora (Mudau): 20 Prozent mehr Umsatz gegenüber dem Vorjahr, 3,3 Millionen Euro Investitionsvolumen und 70 neue Mitarbeiter am Standort Mudau: Geschäftsführer Hannes Wolf zeigte sich mit der Entwicklung nicht nur sehr zufrieden, sondern blickte auch optimistisch in die Zukunft. Der Auftragsbestand liege 50 Prozent über dem Vorjahresniveau. Für 2019 gehe er von fünf Prozent mehr Umsatz aus. „Wir spüren die Erfolge, die wir mit unserer innovativen Wärmepumpe für Elektrobusse haben“, betonte Wolf. Auch die Nachfrage im Bereich der Bau- und Landmaschinen sei auf hohem Niveau stabil. Bei der Rekrutierung neuer Mitarbeiter habe das Unternehmen gute Erfahrungen mit Flüchtlingen gemacht. 15 von ihnen seien inzwischen bei Aurora beschäftigt.

Bauländer Kunststoffwerk (Schlierstadt): Nach einem zuvor stabilen Auftragseingang sei in den vergangenen Wochen eine konjunkturelle Flaute zu spüren. „Die Gründe sind vielfältig hinreichend bekannt“, sagte Geschäftsführer Christoph Schneider. Durch die Erneuerung des Maschinenparks und interne Projekte sei die Wettbewerbsfähigkeit deutlich verbessert worden. Dank vieler neuer Projekte in verschiedenen Branchen habe der Umsatz mit Kunden aus der Automobilbranche auf unter 20 Prozent des Gesamtumsatzes gesenkt werden können. Investiert werde im kommenden Jahr in zusätzliche Produktionsflächen und Maschinen der Mehrkomponententechnik. „Gute Auftragseingänge durch ansteigende Anlaufkurven der neuen Projekte werden für eine dauerhafte Vollbeschäftigung und gute Ertragslage sorgen“, so Schneider.

Bleichert (Osterburken): Gute Auftragseingänge aus dem In- und Ausland lassen die Geschäftsführung zufrieden auf das Geschäftsjahr blicken. Der Auftragsbestand sei hoch und entwickele sich für die nächsten sechs Monate positiv. „Für 2019 werden wir eine gute Auslastung haben.“ Die Zahl der Beschäftigen werde beibehalten. Risiken stellten aktuell die Entwicklung auf dem Weltmarkt, eine erhöhter Preisdruck und der Fachkräftemangel im gewerblich-technischen Bereich dar. Kostensteigerungen bei der Beschaffung könnten derzeit nicht durch höhere Verkaufspreise ausgeglichen werden.

Henn Hoch- und Tiefbau (Buchen): Die Baufirmen der Region seien auch im laufenden Jahr gut beschäftigt gewesen. Der positive Trend habe sich angesichts niedriger Zinsen bestätigt und werde sich auch im kommenden Jahr fortsetzen. Die hohe Nachfrage nach Bauplätzen und die gute Konjunktur in der Industrie wirkten sich auf die Investitionen im Bausektor aus. „Preiserhöhungen waren nur moderat möglich, obwohl dies bei der Kapital- und Lohnintensität der Baubranche angebracht wäre“, so Klaus Henn. Für die täglichen Herausforderungen brauche es erfahrene und motivierte Fachkräfte. Diese seien jedoch immer schwerer zu finden. Auch bei den Auszubildenden gebe es kaum geeignete Bewerber.

Hoffmann + Krippner (Buchen): Nach einer Umsatzsteigerung von 19,6 auf 22 Millionen Euro und einem Zuwachs bei den Beschäftigten von 200 auf 220 im laufenden Jahr setzt Geschäftsführer Ralf Krippner weiter auf Expansion. „Der Trend geht weg von Knöpfen hin zum Touchscreen“, sagte er. Zukünftig sei weniger Mechanik und mehr Elektronik gefragt. „Da sind wir recht weit vorne mit dabei.“ In die Erweiterung der Produktionsfläche samt Maschinen investiere das Unternehmen rund fünf Millionen Euro. Zusätzlich strebe man weiteres Wachstum durch Beteiligungen an, um Zugang zu Know-how und neuen Märkten zu erhalten. Mit 400 Mitarbeitern sei der Firmenverbund solide aufgestellt. Der Blick ins neue Jahr falle jedoch verhalten aus. Für das zweite Halbjahr 2019 deute sich ein Rückgang der Nachfrage an.

Mosca Elektronik und Antriebstechnik (Buchen): Von einem insgesamt sehr positiven Geschäftsjahr 2018 und starken saisonalen Schwankungen berichtete Geschäftsführer Roman Henn. Der Umsatz liege rund acht Prozent über Vorjahresniveau. Zu dieser Entwicklung habe das verstärkte Engagement in neue Geschäftsfelder wie Gebäudeautomatisierung und Elektromobilität beigetragen. Die Erweiterung der Produktionsfläche werde voraussichtlich im Frühsommer 2019 abgeschlossen. „Der Ausblick ist grundsätzlich sehr positiv“, so Henn. Er gehe von einer stagnierenden Konjunkturentwicklung aus, sei aber trotzdem zuversichtlich, leichte Zuwächse beim Umsatz erzielen zu können.

OKW Gehäusesysteme (Buchen): Als Qualitäts- und Innovationsführer im Bereich individueller Gehäuselösungen habe das Unternehmen den Umsatz im laufenden Jahr deutlich um sechs Prozent gesteigert. „Die Investitionen sind leicht gestiegen“, informierte Prokuristin Yvonne Ellwanger. Durch Verbesserungen des nationalen und internationalen Vertriebs arbeite man wesentlich näher an und mit den Kunden. Weitere wichtige Bausteine für die zukünftige Ausrichtung seien die Fertigstellung des neuen Bürogebäudes Ende August 2019, die Markteinführung neuer Gehäusesysteme und eine weitere Intensivierung der Kommunikation mit den Vertriebspartnern.

Orca Gehäusetechnik (Buchen): Von einem deutlichen Plus gegenüber dem Vorjahr sprach Geschäftsführer Peter Bauer. Die Hauptmärkte Maschinenbau und Medizintechnik seien nach wie vor stabil. Nach einer leichten Eintrübung im September und Oktober habe die Nachfrage zum Jahresende wieder angezogen. Von der Beteiligung an mehreren Messen seien viele neue Impulse ausgegangen. „Der positive Zuspruch und konkrete Projektgespräche lassen auf neue Kunden hoffen“, so Bauer. Trotz einiger globaler Risiken erwarte er dank einer stabilen Binnennachfrage und etablierten Produkten einen positiven Abschluss mit einer „guten Steigerung“ auch für das kommende Jahr. Geplant sei deshalb auch ein Zuwachs bei den aktuell neun Mitarbeitern.

Perga-Plastic (Altheim): Von 54 Millionen Euro Umsatz im laufenden Jahr berichtete Geschäftsführer Martin Wilhelms: „Der Auftragsbestand ist gut. Sowohl die Umsatz- als auch die Ertragsziele werden erreicht.“ Ausreichend Vorlauf für die Produktion im neuen Jahr sei vorhanden. Die positive Entwicklung führte Wilhelms auf Zuwächse bei Industriefolien für den Pharma- und Hygienebereich zurück. Die Exportquote liege inzwischen bei 40 Prozent. Vom Handelsstreit zwischen den USA und China habe das Unternehmen profitiert. Sorge bereite ihm dagegen ein „explodierender“ Energiemarkt: „Die Energiewende ist gescheitert beziehungsweise miserabel organisiert.“ Dennoch strebe man auch im kommenden Jahr Investitionen in moderne Produktionsanlagen und ein Wachstum zwischen drei und fünf Prozent an.

Scheuermann + Heilig (Hainstadt): Nach sieben Prozent im Vorjahr werde für das Geschäftsjahr 2018 eine Umsatzsteigerung von circa vier Prozent erwartet. Der Auftragsbestand für die nächsten Monate sei ebenso positiv wie die Entwicklung der Anzahl der Mitarbeiter vor allem im technischen Bereich. In zukunftsweisenden Branchen habe das Unternehmen technologisch herausfordernde Projekte akquirieren können. Aufgrund umfangreicher Investitionen in neue Maschinen und Anlagen sei in den kommenden Jahren die Erweiterung der Produktionsfläche und die Sanierung bestehender Gebäude vorgesehen. Das Ziel einer im Oktober begonnenen Analyse der technischen Prozesse des Werkzeugbaus sei die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit. „Um diesen Entwicklungen Rechnung zu tragen, wird aktuell ein Gesamtkonzept für ein zukünftiges Firmenlayout entwickelt“, teilte das Unternehmen mit.

Volksbank Franken (Buchen): Zur Finanzierung gewerblicher und privater Investitionen sei die Volksbank Franken ein gefragter Partner in der Region. „Wir haben gute Zuwächse im Kreditgeschäft erzielt“, sagte Vorstandsmitglied Karin Fleischer. Das Einlagenwachstum liege leicht hinter den Wachstumsraten im Kreditgeschäft zurück. Die Bilanzstruktur sei ausgewogen, die Ertragslage gegenüber dem Vorjahr stabil. Trotz verschärfter Vorschriften sei es gelungen, die Eigenkapitalbasis weiter zu steigern. An ein verändertes Kundenverhalten habe man sich mit der Schließung kleinerer Filialen und der Einführung eines rund um die Uhr erreichbaren Kundencenters angepasst. „Der Kostendruck wird bleiben und zu weiteren Veränderungen in der Struktur führen“, so Fleischer. Als eine der wichtigsten Herausforderungen nannte sie die Digitalisierung.

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