Buchen

Stadtkirche Sankt Oswald Deutschlandfunk überträgt ab 10.05 Uhr die heilige Messe / Generalprobe am Samstag unter Ausschluss der Öffentlichkeit

Gottesdienst am Sonntag live im Radio

Der Deutschlandfunk überträgt am Sonntag die heilige Messe aus der Buchener Stadtkirche Sankt Oswald. Bundesweit 130 000 Zuhörer werden dann vor den Radios sitzen.

Buchen. Rund 130 000 Menschen in ganz Deutschland feiern am Sonntag den Gottesdienst gemeinsam mit den Gläubigen in der Buchener Stadtkirche Sankt Oswald. Die heilige Messe wird ab 10.05 Uhr vom Deutschlandfunk (DLF) bundesweit übertragen.

Am Sonntag wird vieles anders sein als sonst bei den Gottesdiensten: Statt um 10.30 Uhr beginnt die heilige Messe um 10.05 Uhr. Ihr Ende ist exakt festgelegt. Nach 53 Minuten ist Schluss mit der Liveübertragung, da pünktlich um 11 Uhr die Weltnachrichten ausgestrahlt werden müssen. Im vorderen Bereich der Kirche wird eine Lampe hängen, deren rotes Licht anzeigen wird, dass man auf Sendung ist.

„Fenster in die Gemeinde“

Auch Stadtpfarrer und Dekan Johannes Balbach muss sich den Erfordernissen des Rundfunks beugen. So sollte seine Predigt möglichst genau fünf Minuten lang dauern. Außerdem muss er die ausgearbeitete Predigt Johanna Vering vorlegen, die alle im Gottesdienst vorgetragenen Texte inhaltlich und in Bezug auf ihre Länge prüfen wird.

Auch auf eine radio- und damit zuhörergerechte Sprache wird die kirchliche Beauftragte des Südwestrundfunks (SWR) achten. Das bedeutet: klare, kurze und leicht verständliche Sätze, keine Fachbegriffe und möglichst wenig Fremdwörter. Dass die Wahl für den Rundfunkgottesdienst auf die Gemeinde Sankt Oswald fiel, liegt in erster Linie daran, dass Johanna Vering in Buchen wohnt und jahrelang dort als Pastoralreferentin gearbeitet hat. Entscheidend ist nach ihren Worten allerdings gewesen, dass die Kirchenmusik unter der Leitung von Horst Berger einen hohen Stellenwert einnimmt und einen sehr guten Ruf hat. Zudem weiß sie aus ihrer beruflichen Erfahrung, dass dieses Projekt mit Dekan Balbach sowie den haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern der Gemeinde gut zu organisieren ist.

Nach den Worten von Johanna Vering will der DLF mit den wöchentlich live übertragenen Gottesdiensten „ein Fenster in die jeweilige Gemeinde“ zeigen. Deshalb komme eine Aufzeichnung und zeitversetzte Ausstrahlung der Gottesdienste nicht infrage. „Liturgie passiert im Hier und Jetzt“, sagt sie. Bei den Rundfunkgottesdiensten lege man Wert auf eine möglichst große Vielfalt der Beteiligten. In Buchen bietet der Kirchenchor am Sonntag ein besonderes, liturgisches Programm. Als Solisten sind Claudia Kögel, Klaus Roos und Helen Scholl eingeplant. An der Orgel ist neben Kantor Horst Berger auch Edi Farrenkopf zu hören. „Wir fahren am Sonntag kein Feuerwerk ab“, sagte Vering. „Aber wir zeigen, was in Buchen geht.“

Eine besondere Herausforderung der Radioübertragung liegt in einem Detail. „Wir können Stille nicht übertragen“, sagt Johanna Vering. Übergänge müssen also gut organisiert sein, damit keine Lücken entstehen. „Von allen Beteiligten ist eine hohe Aufmerksamkeit gefordert“, erläutert die SWR-Mitarbeiterin. Damit nach Möglichkeit alles gut geht bei der Übertragung am Sonntag, ist am Vortag eine Generalprobe unter Ausschluss der Öffentlichkeit geplant. Dabei wird der Gottesdienst mit allen Beteiligten gefeiert, allerdings ohne Kirchengemeinde. Anschließend gibt es eine Nachbesprechung in einem Buchener Lokal.

In den nächsten Tagen wird ein 16 Tonnen schwerer Übertragungswagen neben der Stadtkirche aufgestellt und viele Kabel werden verlegt. Dann wird auch das Glockengeläut der Kirche St. Oswald aufgenommen, um es am Sonntagmorgen 20 Sekunden vor der Liveübertragung einspielen zu können. Wenn in der Kirche die rote Lampe angeht, spricht Johanna Vering einen kurzen Begrüßungstext für die Hörer an den Radiogeräten, ehe der wohl am genauesten durchgeplante Gottesdienst, der in Buchen jemals gefeiert wurde, beginnt.

Der DLF überträgt wöchentlich Gottesdienste aus Gemeinden in Deutschland. Dabei wechseln sich die Diözesen und die für sie zuständigen öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten ab. Für die Erzdiözese Freiburg organisiert der SWR die Übertragung der Gottesdienste. Als kirchliche Beauftragte ist Johanna Vering gemeinsam mit einem Kollegen dafür zuständig. mb