Buchen

Leserbrief Zur guten Idee, die „Störstoffe“ aus dem bisherigen „Restmüll“ zu isolieren

„Große Tonnen mit rotem Deckel für eine ganze Straße aufstellen“

Archivartikel

Es war ein großer Fortschritt, als Bürgermeister Hagenbuch (Rosenberg) Ende der 70er Jahre die Idee aufgriff, die Müllgebühr nicht länger pauschal (und familienfeindlich) nach der Zahl der Familienmitglieder zu berechnen, sondern gemäß dem Verursacherprinzip nach dem abgelieferten Müll-Volumen.

Das führte (im Respekt vor der Natur, das heißt vor unseren Nachkommen) zum Einstieg in die notwendige „Müllvermeidung“.

Und dankbar muss man Dr. Layer von den Freien Wählern sein, weil er die Idee der „Müllgemeinschaft“ im Kreisrat gegen die Polemik, sie führe zu „Mülltourismus“, verteidigte. (Bei den Müllgemeinschaften ordert eine Gruppe von Freunden oder Nachbarn die große Jumbotonne zum Befüllen und teilt sich dann die Gebühr. Auch das steigerte das Bewusstsein für Mülltrennung und Müllvermeidung.)

Nun ist man in Buchen endlich auch dabei, wenn es um die Stoffe geht, die bisher den Wert biologischer oder anderer Stoffe (in der Restmülltonne) leider entweder entwertet oder gar vergiftet (!) haben. Dieser letzte Schritt ist ebenso gut und notwendig wie die genannten und könnte sogar endlich Einnahmen bringen.

Leider aber hat man in Buchen noch kein Verfahren gefunden, das auch verhindert, dass biologische Abfälle in der Tonne mit dem grünen Deckel das gefährliche Methan erzeugen. Und es gibt auch kein Verfahren, das die aussortierten „Störstoffe“ auf elegante Art einsammelt.

Deshalb folgender Vorschlag: Analog zu den bewährten (und Werte bewahrenden) Glas-Containern mögen große Tonnen mit rotem Deckel aufgestellt werden, nämlich für eine ganze Straße. Diese verhindern erstens endlose Energievergeudung bei der Herstellung der rote Säcke und zweitens, dass Familien mit Babys oder Pflegebedürftigen draufzahlen müssen. Außerdem sorgen diese Tonnen (für die Allgemeinheit) dafür, dass jeder andere Haushalt seine kleinen Mengen Störstoff alle zwei Wochen los werden kann.

Ich hoffe, dass durch meinen Vorschlag zweierlei Gutes passiert: Dass erstens Bürgersinn Nachbarschaften animiert, ihre Biotonnen an wenigen Stellen zu versammeln, und zweitens: Dass die Fahrer ihre schweren Laster nicht bei jedem Haus erst abbremsen und dann wieder anfahren müssen.

Das würde dann den bisher riesigen Spritverbrauch und die Unmengen von gefährlichen Abgasen vermindern.

Das eingesparte Geld könnte dann dafür verwendet werden, dass Biomüll im Sommer wöchentlich abgeholt wird – ohne dass (wie versprochen) die Müllgebühr gesteigert wird.