Buchen

FG „Heeschter Berkediebe“ Von Ortsvorsteher Bernd Rathmann den Rathausschlüssel erhalten

Gute Laune und viel „Helau“

Archivartikel

Hainstadt.Alles wie immer am Schmutzigen Donnerstag: Die Sonne versinkt, die Faschenachtsausgrabung der FG „Heeschter Berkediebe“ liegt in greifbarer Nähe. Kaum ist es 18.46 Uhr, geht es dann los. Kaum marschiert der von Thomas Münch geleitete Musikverein über die Hornbacher Straße am Bild ein, geben sich zahlreiche große und kleine Narren ein Stelldichein – wie gesagt: Alles wie immer.

Und genau so war es auch heuer: Bester Laune und natürlich mit dreifach donnerndem „Heescht Helau“ begrüßte Präsident Bernd Hirsch das Volk der Berkediebe, ehe die Musiker mit einem Schunkler die Stimmung kräftig anheizten und die wackeren Schauspieler auf vergnügliche Weise am Rad der Zeit drehten: Anno 1886 mussten sich die „Heeschter“ eingestehen, die eigenen Wälder restlos abgeholzt zu haben und damit auch kein Brennholz mehr beschaffen zu können. Pfiffig, wie sie nun einmal sind, hatten sie aber gleich eine Idee: Man könnte sich doch in den Buchener Birkenwäldern bedienen! So zog man mit vereinten Kräften los, griff zur Säge und fand jede Menge gutes Holz. Doch wie gewonnen, so zerronnen: Die Buchener Förster kannten kein Pardon und schickten die „Berkediebe“ erbarmungslos zurück in ihre Heimat. Aber alles hat sein Gutes: Durch diese Begebenheit wurde nicht nur der Name geboren, sondern auch die Heeschter Faschenacht. Und auch hier fand Bernd Hirsch die passenden Worte: „Die Moral von der Geschicht – hätten sie die Berke nicht, bräucht’ ma die Buchener nicht!“, rief er launig.

Hochphase eingeläutet

Begleitet von einem weiteren „Heescht Helau“ und einem zünftigen Schunkler der durch Jungmusiker verstärkten Kapelle marschierte man rund um den „Bild“, ehe nach dem stimmungsvollem Zug durch die Dürmer Straße ans Rathaus die närrische Hochphase mit Nachdruck eingeläutet wurde. Am Rathaus machte Bernd Hirsch keinen Hehl aus dem Grund des regen Erscheinens: „Helau Ortsvorsteher und Ortschaftsrat, wir schreiten jetzt zur Tat!“, jubelte er, ehe der Elferrat der „Berkediebe“ – wenngleich unter einem alles ein wenig erschwerenden „Schneegestöber“ – symbolisch die Rathaustür stürmte und Ortsvorsteher Bernd Rathmann in die Mitte des faschenachtlichen Geschehens holte. Zum 24. Mal überreichte er den Narren den Rathausschlüssel und mischte sich nach einem gemütlichen Schunkler unter das Volk, das sich singend, lachend und bunt kostümiert schnurstracks an die Mehrzweckhalle begab, wo die gute Stimmung bei der „Berkediebe-Party“ auf ihren Höhepunkt zusteuerte – so kann es doch bis Aschermittwoch weitergehen. ad