Buchen

Hubertus Bartsch feiert morgen 90. Geburtstag Künstlerische Tätigkeit gehört auch heute noch zu seinem Alltag

Hammer und Meißel gegen Pinsel eingetauscht

Hettingen.Auf 90 Lebensjahre kann am morgigen Sonntag der Hettinger Hubertus Bartsch zurückblicken. Wenn auch das Gehen nicht mehr ganz so gut ist, so ist umso mehr seine geistige Vitalität zu bewundern.

Der Jubilar erblickte am 15. April 1928 in Köslin/Pommern das Licht der Welt. Bedingt durch den Staatsdienst seines Vaters musste die Familie öfter die Koffer packen und umziehen. So besuchte Hubertus Bartsch die Volksschule in Lippstadt und Münster und das dortige Gymnasium.

Und als sein Vater dann sogar in das österreichische Klagenfurt versetzt wurde, besuchte Hubertus Bartsch dann dort das Gymnasium. Noch nicht mal 17-jährig wurde er anfangs 1945 zum Reichsarbeitsdienst (RAD) eingezogen und nach Jugoslawien abkommandiert. Nach dem Krieg machte er dann sein Abitur in Münster und studierte an den Universitäten Marburg/Lahn und Münster Rechts- und Staatswissenschaften. Nach der Ablegung vom 1.und 2. Juristischen Staatsexamen begann der Jubilar seine berufliche Tätigkeit als Jurist in der freien Wirtschaft als Geschäftsführer eines landwirtschaftlichen Verbandes, Syndikus in einer Werbeagentur sowie dann in der öffentlichen Verwaltung als Dezernent beim Versorgungsamt und letztendlich wurde er dann Direktor der drei landwirtschaftlichen Sozialversicherungsträger im Rheinland, der Berufsgenossenschaft, Alterskasse und Krankenkasse.

Nach seiner Pensionierung entdeckte Hubertus Bartsch seine künstlerische Ader, die während des Berufslebens zurückgesteckt war. So besuchte er Kurse an der Europäischen Akademie für bildende Kunst in Trier (Malerei und Bildhauerei), in Marburg bei Johannes Dröge und Robert Schmitt-Matt. So hat der Jubilar seit 1985 bis heute nahezu 100 Skulpturen in Stein (Marmor, Diabas, Granit, Basalt, Sandstein Schiefer) und Holz und Plastiken in Bronze, Edelstahl, Ton, Beton und Gips geschaffen mit dem Resultat von 18 Ausstellungen in ganz Deutschland, davon elf Einzel- und sieben Gruppenausstellungen, die letzte 2016 in der Volksbank Franken in Buchen.

Hammer und Meißel hat der Jubilar bei Seite gelegt und widmet sich ganz der Malerei. Mit dem Eintritt in den Ruhestand zog Hubertus Bartsch mit seiner Frau Christa, die er 1956 heiratete, nach Bad Berleburg/Westfalen in ein schmuckes Eigenheim am Waldrand. Ein harter Schicksalsschlag traf die Familie durch den Tod ihrer jüngsten Tochter, die mit 37 Jahren an Leukämie gestorben ist.

Nun hielt das Ehepaar Bartsch nichts mehr in Bad Berleburg, sie zogen nach Hettingen und konnten 2004 neben dem Haus ihrer Tochter, der HNO-Ärztin Dr. Veronika Schneider, ein Grundstück erwerben. Hier haben sie sich ein Eigenheim gebaut und dazu den Planentwurf selber gemacht. Der Architekt hatte nur noch bautechnische und ergänzende Funktion auszuführen. Das Ehepaar Bartsch liebt es, hell zu leben, deshalb gehen die Fensterelemente bis zum Boden. Den Sonnenuntergang wie auch die abendlich beleuchtete Silhouette des Wartturms, ist für beide ein Hochgenuss. Überall im und um das Haus sieht man die künstlerischen Arbeiten von Hubertus Bartsch. Im Untergeschoß des Hauses ist sein geräumiges Atelier, wo er auch heute noch seine künstlerischen Ideen verwirklicht.

An seinem Ehrentag gratulieren Hubertus Bartsch neben seiner Frau Christa, den drei Kindern und deren Ehepartnern auch sieben Enkel und sechs Urenkel. Die Fränkischen Nachrichten schließen sich den Glückwünschen an. KM