Buchen

„Erinnern – danken – feiern“ Im Wimpinasaal wurde am Sonntag das 25-jährige Bestehen des Buchener Eine-Welt-Ladens gefeiert

„Hilfe zur Selbsthilfe“ stand im Vordergrund

Archivartikel

Der 17. März 1993 war ein Mittwoch. An jenem Tag fand die Gründungsversammlung des Vereins „Eine Welt“ statt, der seitdem den ehrenamtlich geführten Buchener Eine-Welt-Laden betreibt.

Buchen. Unter dem Motto „Erinnern – danken – feiern“ wurde am Sonntag das 25-jährige Bestehen des Eine-Welt-Ladens gefeiert. Im Wimpinasaal wurden die Gäste durch die deutsch-afrikanische Trommelgruppe aus Lauda begrüßt, auf deren Wirken Moderator Stefan Müller-Ruppert in seinem Grußwort kurz einging: „Trommeln kündigen immer etwas Besonderes an“, betonte er und leitete über zu Astrid Diehm.

Als Vorsitzende des Vereins „Eine Welt“ nutzte sie das Jubiläum zum Dank und wandte sich an Bürgermeister Roland Burger und dessen Amtsvorgänger Dr. Achim Brötel und Josef Frank: „Sie tragen einen großen Anteil daran, dass Buchen zur Fairtrade-Stadt wurde“, lobte Diehm und dankte der durch Dekan Johannes Balbach vertretenen Seelsorgeeinheit, welche die 1993 von Dekan Werner Bier in die Wege geleitete kostenlose Nutzung der Räumlichkeiten und damit den ehrenamtlichen Betrieb ermöglicht. Der Weltladen und der damit verbundene Gedanke seien als „Herzenssache“ anzusehen, die erfreulicherweise von der Nepal-AG der Abt-Bessel-Realschule und der Eine-Welt-AG des Burghardt-Gymnasiums weiter getragen werde. Erinnert wurde auch an Margret und Bernhard Walter, die den entscheidenden Impuls zur Gründung gaben.

Vergangenes und Gegenwärtiges verquickten sich anschließend im Interview, das Stefan Müller-Ruppert mit Heiner Wölfelschneider (Hainstadt) und Herbert Zauner (Hettingen) führte. Die „Männer der ersten Stunde“ fokussierten den ursprünglichen Gedanken: „Wir wollten es nicht bei Geldspenden belassen, sondern Hilfe zur Selbsthilfe anbieten“, blickte Wölfelschneider zurück. Nachdem auch in Tauberbischofsheim und Lauda seinerzeit noch „Dritte-Welt-Läden“ genannte Geschäfte ihre Pforten öffneten, wollte man die Idee nach Buchen tragen „und damit Not lindern“, wie Herbert Zauner anfügte. Heiner Wölfelschneider verwies auf die tiefere Intention des Projekts: „Der Gedanke allein legt nur den Grundstein für die Tat – umsetzen muss man das Ganze dann selbst, und das haben wir getan“, bilanzierte er. Vor einem Vierteljahrhundert wollte man damit das Bewusstsein der Gesellschaft verändern und „Deutschland zeigen, dass nicht überall die Sonne scheint“ sowie dem fairen Handel eine Chance geben.

Vieles ermöglicht

Schließlich informierte Herbert Zauner über die mit dem Reingewinn von 140 000 Euro verwirklichten Projekte, zu denen unter anderem eine Blindenschule und eine Mädchenschule in Ghana gehören. Dabei wurden die Gelder nahezu im Verhältnis 1:1 weiter gegeben, was aber auch nur auf den ehrenamtlichen Betrieb des Ladens zurückzuführen sei. Dabei ließ er nicht unerwähnt, dass der Verein vor geraumer Zeit in einer „tiefen Krise steckte und sogar die Schließung des Weltladens zur Debatte stand“. Mit der neuen Satzung und den drei gleichberechtigten Vorständen Astrid Diehm, Reiner Link und Herbert Zauner konnte man das Schlimmste jedoch abwenden. „Wir haben gute Visionen – aber wo wir helfen, werden wir auch weiterhin gebraucht“, stellte Zauner erfreut fest.

Die Zeit zu den Grußworten verkürzten die von Stefan Müller-Ruppert sonor vorgetragene Geschichte über echten Reichtum und den Wert einer ehrlichen, starken Gemeinschaft sowie ein weiterer Beitrag der Trommlergruppe, ehe MdB Alois Gerig gratulierte und die Ideale des Weltladens hervorhob.

Landrat Dr. Achim Brötel attestierte dem Produkte aus 44 Ländern feilbietenden Laden und dem Verein „eine nachhaltige Bilanz“; lobende Beiträge von Bürgermeister Roland Burger, Dekan Johannes Balbach und Dr. Eberhard Bolay als Vertreter des Weltladen-Dachverbands (Vorstand für Bildung und Lieferantenkatalog) rundeten die Ansprachen ab.

Nach dem Interview mit Schülern der „Eine-Welt-AG“ des Burghardt-Gymnasiums wurden Wendelin Böhrer, Ingrid Diettrich-Zauner, Horst Gießwein, Christel Göbel-Weigand, Elke Herkert, Meinrad Herkert, Margit Hilscher-Herbinger, Julia Kiefer, Gertrud Kirchgessner-Zauner, Reiner Link, Rosemarie Link, Ute Mössinger, Sigrid Schenk, Berthold Weigand, Marianne und Heiner Wölfelschneider sowie Herbert Zauner und Robert Zauner für jeweils 25-jähriges Wirken geehrt. Herbert Zauner dankte allen Beteiligten und auch den Jubilaren, ehe der Abend mit der Trommlergruppe musikalisch endete. ad