Buchen

Überbetriebliche Ausbildungsstätte Buchen „Nimm’ deine Ausbildung selbst in die Hand und nutze deine Chancen“ lautete das Motto bei der Lehrstellenbörse

„Historische Chance für junge Menschen“

„Nimm’ deine Ausbildung selbst in die Hand und nutze deine Chancen“. Unter diesem Motto stand die gut besuchte Lehrstellenbörse der Überbetrieblichen Ausbildungsstätte Buchen.

Buchen. Auf Informationen über Berufsperspektiven und Stellenangebote lag am Samstag der Schwerpunkt der Lehrstellenbörse bei der Überbetrieblichen Ausbildungsstätte Buchen (ÜAB). Dass bereits am späten Vormittag über 300 Besucher gezählt wurden, nutzte ÜAB-Geschäftsführer Jürgen Weiß als „Aufhänger“ seiner Begrüßung, in der er gleichsam von „guten Chancen für gute Ausbildungen“ sprach. „Der Fokus liegt inzwischen eher auf den persönlichen Stärken der Bewerber als auf ihren Noten, was auch schulisch eher leistungsschwachen Bewerbern entgegen kommt“, hielt er fest.

Harald Töltl (IHK Rhein-Neckar) sprach im Gegenzug von einem „stetigen Wandel der Berufsaus- und Weiterbildung durch die Digitalisierung“, die dadurch aber neue Perspektiven erhalte. Ebenso sei solide Ausbildung sei als „Grundlage für ein zufriedenes Leben“ anzusehen.

„Familiärer Atmosphäre“

Auf einen „traditionellen Sommertermin“ kam Bürgermeister Roland Burger zu sprechen. Diese Tradition sehe an der ÜAB „eine Börse in familiärer Atmosphäre“ vor, die sich vor allem durch diesen lockeren Charakter von vielen vergleichbaren Angeboten in wohltuendem Maße abhebe: „Die Lehrstellenbörse schafft eine Transparenz, die der Jugend wichtig ist“, betonte Burger und verwies auf „die aktuelle Umbruchphase in Industrie, Handel und Technik“. Trotz aller Veränderungen könne man sich „derzeit aussuchen, wo man arbeitet“, sofern man die Bereitschaft zur Eigeninitiative zeige. Für den Neckar-Odenwald-Kreis gratulierte Erster Landesbeamter Dr. Björn-Christian Kleih zu einem „wichtigen Medium“, das dem Übergang von der Schule ins Berufsleben auf überzeugende Weise Rechnung trage. Auch kam er auf einen weiteren Aspekt zu sprechen: „Privatwirtschaft wie öffentlicher Dienst sind auf motivierte junge Menschen angewiesen, um die teils bedrohliche Altersstruktur abzuwenden“, schilderte Kleih.

Suche nach Fachkräften

Ähnliche Worte fand Karin Käppel als Leiterin der Bundesagentur für Arbeit Schwäbisch Hall-Tauberbischofsheim, indem sie von einer „historischen Chance für junge Menschen“ sprach: Fachkräfte werden „händeringend gesucht“, wobei es andererseits kein Leichtes sei, sich angesichts der gebotenen Fülle für ein Berufsbild zu entscheiden. Wer erst einmal einen Ausbildungsvertrag unterschrieben habe, könne sich dennoch nicht zurücklehnen: „Durchhalten ist angesagt“, merkte Käppel an, ehe Jürgen Weiß im Dank an alle Beteiligten und die Stadtverwaltung einen wesentlichen Fakt untermauerte: „Was hier auf 1500 Quadratmetern offeriert wird, geschieht nicht von allein und bedingt den Einsatz vieler Helfer“, betonte er.

Über 60 Ausbildungsgänge

Der anschließende Rundgang durch die ÜAB-Hallen stellte unter Beweis, dass auch heuer nahezu jedes Interessengebiet und jeder Berufszweig abgedeckt wurden: Die 45 Aussteller stellten über 60 Ausbildungsgänge vor, deren Spektrum von kaufmännischen Stellen und typischen Büroberufen bis hin zu handwerklich-technischen oder sozialen Ausbildungsgängen reichte. Auch die Stadt Buchen, verschiedene Berufsfachschulen, das Kolping-Bildungswerk Buchen, die Bildungsträger BBQ, BBW und USS, die baden-württembergische Polizei und das Landratsamt informierten über ihre Möglichkeiten für Schulabgänger oder Quereinsteiger.

Unweit der Messestände wurden abrundend Einblicke verschiedene handwerkliche Berufsbilder gegeben: Interessenten konnten sich direkt an den Arbeitsmaschinen sowie im Gespräch mit den Auszubildenden der ÜAB über die Arbeitsweisen von Werkzeugmachern und Industriemechanikern informieren. Groß geschrieben wurde auch der Dialog: An den zahlreichen Ständen im ÜAB-Gebäude konnten informative Gespräche geführt, Prospekte mitgenommen und sogar Verträge unterschrieben werden.

Am frühen Nachmittag hielt ein Ausbilder anhand seiner Erfahrungen fest, „dass die Besucher häufig mit recht konkreten Vorstellungen über Beruf und Zukunft kommen, aber auch der kundige Rat der Eltern oder älterer, bereits berufstätiger Geschwister bei der Berufssuche nach wie vor eine sehr große Rolle spielt“. ad