Buchen

FN-Umfrage zur Fußball-Weltmeisterschaft Bundes-, Landes- und Kommunalpolitiker äußern Erwartungen / Geschaut wird am liebsten zu Hause

Hoffnung bei der „Mission Titelverteidigung“

Heute beginnt die Fußballball-Weltmeisterschaft in Russland. Bei den Fans steigt die Spannung – und die Erwartungen, ob die deutsche Mannschaft ihren Titel verteidigen kann.

Neckar-Odenwald-Kreis. Mit der Partie Spiel Russland – Saudi-Arabien beginnen die Titelkämpfe, bei denen „Die Mannschaft“ als Titelverteidiger ins Rennen geht.

Die Fränkischen Nachrichten haben das zum Anlass genommen, bei Bundes-, Landes- und Kommunalpolitikern eine Umfrage zu starten.

Folgende Fragen haben die FN gestellt:

1: Spüren Sie schon Vorfreude auf die WM?

2: Werden Sie sich Spiele anschauen, wenn ja wo?

3: Welche Erwartungen haben Sie an die deutsche Mannschaft? Trauen Sie ihr zu, den Titel zu verteidigen?

MdB Alois Gerig: Noch fehlt mir Zeit und Muße. Aber spätestens wenn unsere Nationalmannschaft am Ball ist, packt auch mich das Fußballfieber.

Ich werde die Spiele der deutschen Mannschaft am Fernseher verfolgen. Mehrere fallen in Sitzungswochen des Bundestages, dann gucke ich in Berlin zusammen mit Kollegen und Mitarbeitern. Am liebsten schaue ich Zuhause auf dem Schlempertshof, wo traditionell für die Gäste unseres Ferienbauernhofes ein Public Viewing stattfindet.

Absolut. Die WM-Geschichte zeigt aber, dass eine Titelverteidigung sehr schwer ist. Zudem waren die letzten Spiele nicht allererste Sahne. Die Elf von Jogi Löw muss sich steigern und braucht auch ein bisschen Glück. Wichtiger als der WM-Titel ist für mich, dass unsere Mannschaft Leistungsbereitschaft, Teamgeist und Fairness vorlebt und die Fans gemeinsam eine schöne Zeit haben.

MdL Georg Nelius: Klar, dass auch ich mich freue, dass es bald losgeht, wenngleich die Diskussion um die Spieler und die Testspiele die Vorfreude deutlich mindern.

Natürlich nicht jedes, aber wenn irgend möglich die Spiele der deutschen Mannschaft. Und dann gemeinsam mit Freunden, ob im Wohnzimmer, in der Gaststätte oder im Fandorf.

Ich erwarte, dass die deutsche Mannschaft mit großem kämpferischen Engagement leidenschaftlich in die Spiele geht. Die Titelverteidigung wäre dann das Sahnehäubchen, aber schon ein guter Kaffee (ohne Sahne) würde mir reichen.

Landrat Dr. Achim Brötel: Vermutlich gibt es fast niemanden, an dem dieses sportliche Großereignis völlig spurlos vorbeigeht. Dazu ist es ja auch medial viel zu stark in den Vordergrund gespielt worden. Deshalb: Ja, ich freue mich, wenn es jetzt endlich losgeht. Mein „Ja“ hat aber trotzdem auch ein „Aber“. Ich weiß nämlich nicht, ob es ausgerechnet in einem so totalitären Land wie Russland tatsächlich ein so unbeschwertes und fröhliches Fest werden kann, wie es das in der Vergangenheit meistens war.

Live vermutlich nicht. Dafür liegen die Anstoßzeiten für mich einfach zu schlecht. Ich werde mir bestimmt aber die eine oder andere Zusammenfassung anschauen.

Die letzten Vorbereitungsspiele waren zwar nicht so, dass es einen vom Hocker gehauen hat. Trotzdem gehört Deutschland für mich aber ganz klar zum engeren Kreis der Titelfavoriten. Wenn die Mannschaft zu ihrer alten Turnierform zurückfindet, traue ich ihr eine Platzierung unter den ersten Vier ohne Weiteres zu. Für eine erfolgreiche Titelverteidigung bräuchte es dann aber sicher auch noch einer gehörigen Portion Glück. Schaun mer mal ….

Bürgermeister Roland Burger, Buchen: Die WM kann Menschen begeistern. Auf die besondere Atmosphäre in diesen Tagen freue ich mich. Ich werde versuchen, auf jeden Fall die Spiele der deutschen Mannschaft anzusehen. Wo das geschieht, hängt von meiner Tagesplanung ab und ist noch offen.

Trotz schwachem Auftakt gegen Saudi-Arabien – die Mannschaft kann die Titelverteidigung schaffen.

Bürgermeister Markus Günther, Walldürn: Eine Vorfreude hat sich noch nicht eingestellt, da derzeit viele Termine wahrzunehmen sind. Aber ich gehe davon aus, dass dies spätestens mit dem Eröffnungsspiel sich dahingehend ändert, dass man sich auf das Event freut.

Soweit es meine Zeit erlaubt, versuche ich die Spiele bei dem Public Viewing in Walldürn anzuschauen.

Nach den Vorbereitungsspielen sind durchaus Zweifel angezeigt, ob eine Titelverteidigung möglich ist. Allerdings war die Deutsche Mannschaft schon immer eine Turniermannschaft, so dass natürlich nichts unmöglich ist. Es sind jedoch zwischenzeitlich sehr gute andere Nationen da, wie zum Beispiel Frankreich, Belgien oder Brasilien, denen ich den Titel aus derzeitiger Sicht mehr zutraue.

Bürgermeister Thomas Ludwig, Seckach: Ja, so langsam wird man ungeduldig, dass es endlich losgeht. Im Gegensatz zu früher lässt die „Geschäftigkeit des Alltags“ bei mir heutzutage aber leider nicht mehr eine so intensive Beschäftigung mit Großsportereignissen zu.

Selbstverständlich, aber eben nur dann, wenn es die dienstlichen Belange, Termine und Verpflichtungen zulassen. Ich schaue mir die Spiele am liebsten zu Hause an.

Deutschland war schon immer eine Turniermannschaft und deshalb bin ich mir ganz sicher, dass sie sich gegenüber den Testspielen deutlich steigern wird.

Eine Wiederholung des Titelerfolgs von 2014 traue ich ihr allerdings nicht zu, weil die anderen Spitzenmannschaften eben auch ihre Qualitäten haben. Mein Tipp: Halbfinale.

Bürgermeister Thorsten Weber, Limbach: Als generell Fußballinteressierter kann ich eine gewisse Vorfreude nicht verhehlen. Insbesondere freue ich mich auf die Spiele unserer Nationalmannschaft – die überragende WM vor vier Jahren in Brasilien noch deutlich vor Augen.

Die sieben Spiele unserer Nationalmannschaft möchte ich mir schon ansehen. Das „Wo“ hängt auch davon ab, an welchen Tagen und zu welcher Uhrzeit die Spiele der deutschen Mannschaft ab dem Achtelfinale stattfinden. Bei den vielen restlichen Begegnungen, gerade in der Gruppenphase, muss ich aus Zeitgründen überwiegend passen.

Gerade nach den letzten beiden Testspielen müsste man eigentlich pessimistisch sein. Aber Deutschland war schon immer eine Turniermannschaft. Der Kader ist breit und auf vielen Positionen hervorragend doppelt besetzt. Deshalb bin ich sehr optimistisch, dass wir auch wirklich sieben Spiele machen, das siebte Spiel gewinnen und unseren Titel verteidigen.

Bürgermeister Volker Rohm, Hardheim: Um ehrlich zu sein haben die Schlagzeilen in der Vorbereitung der WM (Gündogan, Özil, Niederlage gegen Österreich) bisher keine wirkliche Vorfreude aufkommen lassen. Aber mit zunehmendem Turnierverlauf wird das Thema „Fußball-WM“ mit hoffentlich schönen Spielen, positiven Ergebnissen und Diskussionen über Begegnungen sicher auch mich noch erreichen.

Je nach verfügbarer Zeit schaue ich mir Spiele in der Regel zu Hause an, werde mir aber bei Gelegenheit das ein oder andere Spiel aber auch im Freundeskreis oder gar bei einem Public Viewing ansehen.

Man spricht gerne von den Deutschen als einer „Turniermannschaft“, die sich auch nach mäßigem Beginn immer steigern konnte. Deshalb hoffe ich natürlich, dass es auch dieses Mal so kommt. Wer Weltmeister werden will, muss alle schlagen, darf sich von Anfang an keinen Ausrutscher leisten – auch nicht gegen Südkorea! Ob es gelingt, den Titel zu verteidigen wird der Turnierverlauf zeigen, es wird aber sicher sehr schwer sein, denn gegen den amtierenden Weltmeister ist die Motivation der Gegner noch höher als sonst. Aber selbstverständlich drücke ich unserer Mannschaft die Daumen!

Bürgermeister Jürgen Galm, Osterburken: Ehrlicherweise muss ich sagen, dass bei mir selbst als alter Fußballer die Vorfreude noch nicht so richtig aufkommen will. Das liegt aber daran, dass die Zeit zwischen den Pfingst- und Sommerferien neben dem Tagesgeschäft gewöhnlich mit vielen zusätzlichen Terminen belegt ist. Aber wenn dann mal angepfiffen ist, kommt die Freude von alleine.

Ich schaue die Spiele gerne in Gesellschaft an, ob in einer Wirtschaft oder einer Festveranstaltung. So auch vor vier Jahren das Endspiel im Festzelt beim Kilianimarkt. Das war ein tolles Erlebnis im Kreise von vielen Deutschlandfans, hochspannend und gekrönt natürlich von dem gemeinsamen Jubel über das erlösende Tor von Mario Götze.

Generell ja, aber die Historie zeigt uns, dass eine Titelverteidigung bei einer WM was Außergewöhnliches wäre. Und da muss vieles zusammenkommen. Bei einem solchen Turnier auf höchstem Niveau, bei dem auch andere Nationen dieses Ziel vehement verfolgen, kann wie im Pokalmodus ein weniger guter Auftritt oder ein einziger Fehler das Aus bedeuten. Als Sportler muss man immer mit so etwas rechnen und es dann natürlich auch akzeptieren.