Buchen

Hilfe für Kinder in Uganda Die Buchener Lyrikerin Xenia Hügel hat bereits 13 500 Euro gesammelt / Maßnahmen auf der Homepage festgehalten / Im Juni ist sie vor Ort

„Ich muss das einfach tun, das sagt mein Herz“

Kinder spielen im Leben von Xenia Hügel eine große Rolle. Derzeit engagiert sich die Lyrikerin aus Buchen für 35 Waisenkinder in Uganda.

Buchen. Sie ist Schauspielerin, Schriftstellerin und Dichterin. Xenia Hügel ist vielseitig. Doch egal, was sie tut, die Liebe zu Kindern spielt dabei meist eine Rolle. Derzeit ist sie gleich dreifach in Sachen Kindern aktiv. In ihrem Beruf sowieso. Außerdem schreibt sie gerade an einem Kinderbuch. Und dann sind da noch die 35 Waisenkinder im fernen Uganda, denen sie sich besonders verbunden fühlt.

13 500 Euro hat die Lyrikerin bereits gesammelt – über Social Media sowie eigene Veranstaltungen. Und damit viel bewirkt. „Ich konnte das Wohnhaus der Kinder komplett einrichten und ein großes Stück Land kaufen“, erzählt sie im Gespräch mit den Fränkischen Nachrichten. Jetzt sollen noch ein Brunnen und ein Outdoor-Klassenzimmer realisiert werden, wofür die Künstlerin weitere Mithelfer sucht.

Im Dezember entdeckte sie das Children Center Uganda auf Facebook – und es sollte sie so schnell nicht wieder loslassen. Schließlich war ihr Interesse letztendlich so groß, dass Xenia Hügel dem Leiter Nicholas Mubezzi eine Nachricht schrieb. Der Startschuss für ein Unterstützungsprojekt war gefallen. Der Austausch der beiden fand zunächst über WhatsApp statt. Dabei erfuhr die Dichterin, dass Mubezzi das Projekt im August gestartet und eigentlich mit Unterstützung der Kirche gerechnet hatte. Eigentlich habe Nicholas Mubezzi aufgeben wollen, doch dann ist die unerwartete Hilfe aus Buchen gekommen. „Tausend Fragen habe ich ihm gestellt, bis ich sicher war“, sagt Hügel. Doch als ihr Entschluss zur Mithilfe feststand, war sie nicht mehr zu bremsen. Schließlich musste den Kindern geholfen werden. Es gehe darum, diese wunderbaren Kinder zu ernähren, sie zu bilden und ihnen all das zu schenken, was man eben zum Leben braucht. „Ich muss das einfach tun, das sagt mir mein Herz“, begründet die Buchenerin ihr Engagement, das sie mehrere Stunden am Tag kostet. „Ich habe für alle 35 Kinder Paten besorgt“, freut sich Hügel.

Alles zum Leben

Die Kinder bekamen Schulkleidung. Matratzen, Betten, Kissen und Decken wurden gekauft und die Räume mit einem Teppich ausgelegt, was den Kindern besonders gut gefiel. Ein Tisch und Stühle durften nicht fehlen. Aber natürlich wird auch Geld für Schulmaterialien, Miete, Essen und Strom benötigt. Auf der Internetseite www.neuelyrikblog.wordpress.com dokumentieren Bilder und Hintergrundinformationen all die kleinen und großen Schritte, die seit Dezember den Weg zum Erfolg geebnet haben.

Dazu zählen auch Dinge, an die man nicht gleich denkt. Dort erfährt man zum Beispiel von der Herstellung mehrfach verwendbarer Damenbinden. Damit die Mädchen im Dorf auch während der Periode sicher und ganz normal die Schule besuchen können – der Erwerb von entsprechenden Hygieneartikeln aber finanziell nicht gestemmt werden kann – wurde eine Nähmaschine zum Herstellen von mehrfach verwendbaren Binden angeschafft. Die Frauen des Dorfes helfen beim Nähen, der Schulgang ist gesichert.

Die Unterstützungs kam aus vielen Kanälen. Neben eigenen Lesungen hat Hügel ein Charity-Dinner, eine 80er/90er-Party oder Kinderschminken veranstaltet. Geld kam zum Beispiel aus einer Kirchen-Kollekte oder von den Pfadfindern Buchen, die beim „Goldenen Mai“ eine Spendenkasse aufgestellt hatten. Weitere Spendenkassen waren zunächst in Geschäften in Amorbach zu finden und stehen mittlerweile in Buchen. Auch das Bild einer Künstlerin wurde für die Kinder versteigert oder eine Filmproduktionsfirma stiftete T-Shirts und Pullis. Das meiste Geld aber sei tatsächlich von Fremden über Social Media hereingekommen.

Reise nach Uganda

Vom 17. bis 22. Juni ist Xenia Hügel mit dem Kameramann und Produzenten Matthias Wariboko (you tube: nexxt), der sie filmisch begleiten wird, vor Ort. „Ich hoffe, dass bis dahin Brunnen und Outdoor-Klassenzimmer fertiggestellt sind“, sagt die Dichterin. Dann könnte das Waisenhaus auf eigenen Füßen stehen und das Projekt hätte ein erfolgreiches Ende gefunden.