Buchen

Eine-Welt-Abend beim Burghardt-Gymnasium Neuigkeiten von Projekten aus Afghanistan und Ghana

Identifikation als Gegenmittel zur Zweckentfremdung der Schulen

Archivartikel

Buchen.Mit einem Glas Matcha-Tee wurden diejenigen begrüßt, welche in der vergangenen Woche den Eine-Welt-Abend des Burghardt-Gymnasiums besucht haben. Die Farbe des warmen Willkommensgetränks war schon ein erster Hinweis auf das Motto, unter dem die Veranstaltung stand: „Think Green“ lautete die Botschaft des Abends.

In diesem Zusammenhang blickte der Schulleiter Jochen Schwab zurück ins Jahr 2004, als der damalige Schulleiter Manfred Lauer den Gründer der Grünhelme Rupert Neudeck ans BGB einlud. Bei den Grünhelmen handelt es sich um eine Organisation, die sich dem Aufbau von kommunaler Infrastruktur in Krisen- und Kriegsgebieten verschrieben hat. Nach der zündenden Rede Neudecks wurde in wenigen Jahren durch zahlreiche Aktionen der Eine-Welt-AG genügend Geld gesammelt, um eine Schule in Afghanistan zu bauen: die Buchen-Schule.

Im Januar dieses Jahres gab Yvonne Neudeck, die Tochter des Grünhelm-Begründers, zusammen mit Zobair Akhi, dem Architekten der Patenschule, einen Einblick in die aktuelle Situation in Afghanistan, was dazu führte, erneut einen Teil des Eine-Welt-Abends dieser Organisation zu widmen. So begrüßte Schulleiter Schwab den Vorstandsvorsitzenden der Grünhelme Martin Mikat, der seinen Vortrag mit Dankesworten für die seit Jahren bestehende Unterstützung einleitete, und vor allem den Schülern dankte.

„Bauen für eine gerechte Zukunft“

Mikat stellte aktuelle Projekte vor, die den interessierten Besuchern des Abends das Motto der Grünhelme „Bauen für eine gerechtere Zukunft“ unmittelbar vor Augen führten. Er betonte das Neutralitätsprinzip der Grünhelme, deren Ziel es sei, bestehende Strukturen zu verbessern, ohne die beteiligten Menschen ideologisch zu beeinflussen. Es sollen Perspektiven geschaffen werden, so Mikat, indem die lokale Bevölkerung immer mit Herz und Hand selbst am Bauprozess beteiligt ist und im Fortgang selbstständig das Projekt vorantreibt. Dadurch erführen die Projekte ein ungeheures Identifikationspotenzial, denn selbst etwas erbaut zu haben, mache die Menschen stolz und verhindere eine Zweckentfremdung, zum Beispiel einer neu gebauten Schule.

Ein neuer Partner des BGB im Bereich „Eine Welt“ ist der Förderkreis „Leben braucht Wasser“, der in Peru durch den Bau sanitärer Anlagen und Brunnen die Lebensverhältnisse verbessert. Der Leitungskreis der Eine-Welt-AG überreichte dem stellvertretenden Vorsitzenden Manfred Glittenberg eine Spende in Höhe von 400 Euro, welcher sich dankbar für die Unterstützung zeigte und das Engagement der Schüler lobte.

Der zweite Vortrag des Abends war ein Reisebericht zum Bopa-College in Ghana. Jeannette Speidel, eines der Schwungräder der AG, berichtete über die Schönheit des Landes, die Herzlichkeit der Menschen, aber auch über Nachdenkliches, das der Reisegruppe im Oktober vergangenen Jahres begegnet sei. Ein Ziel sei durch den Besuch vor Ort auf jeden Fall näher gerückt: Die Förderung der Ausbildungszweige durch entsprechende Programme läge nun in Reichweite.

„Bildung ist der Kern der Persönlichkeitsentwicklung und der Gemeinschaft“, zitierte Schulleiter Schwab aus dem Unesco-Bericht zur Bildung für das 21. Jahrhundert. Dem Geiste Franz Burghardts verpflichtet, wolle das BGB als Unesco-Projektschule diesem Auftrag in besonderer Weise gerecht werden. Der Leitungskreis der Eine-Welt-AG mit Lara Hahn, Franziska Heilig, Till Müller, Lilli Raila und Sarah Schreiber sei ein Spiegel und Resultat jener Impulse, die Manfred Lauer im Jahr 2004 in die Eine-Welt-Idee am BGB investiert habe.

Gefördert wurde die Veranstaltung durch die Organisation „Children for a better world“.