Buchen

Senioren-Union Abfallwirtschaftsgesellschaft des Kreises besucht

Innovativer Dienstleister für Abfall und Energie

Neckar-Odenwald-Kreis.Seit ihrer Gründung vor einigen Jahren versteht sich die Senioren-Union im Neckar-Odenwald-Kreis nicht als konservativer „Rentnerclub“, der lediglich altersspezifische Eigeninteressen verfolgt, sondern als kritische Gruppe innerhalb der CDU. Auf Einladung von Dr. Mathias Ginter, dem Geschäftsführer der AWN in Buchen, nutzten die CDU-Senioren jetzt die Gelegenheit, sich vor Ort über die Arbeit der AWN zu informieren, vor allem über deren Entwicklung als innovativer Dienstleister für Abfall und Energie.

Der Gastgeber skizzierte zunächst die verschiedenen „Entwicklungsstufen“ der AWN, die 1992 als kommunales Unternehmen des NOK gegründet wurde und in deren Arbeit zunächst ökologische, aber bald ökonomische Ziele – Abfall so effizient wie möglich verwerten – verfolgt wurden.

Aufwändiges Deponiegeschäft

Immer aufwändiger gestaltete sich das Deponiegeschäft. In den letzten vier Jahren wurden 13 Millionen Euro verbaut, entstanden High-Tec-Bauwerke mit vielschichtiger Lagerung, um so den immer strengeren Umweltauflagen zu genügen. Inzwischen verlagerte sich das Geschäftsfeld immer mehr auf die Rohstoff- und Energiegewinnung. 2010 beschloss der Kreistag das Pilotprojekt „Restmüllarme Abfallwirtschaft“, das inzwischen in Rosenberg und Hardheim seine Feuertaufe bestanden hat und bis 2020 flächendeckend im NOK eingeführt wird. Danach wird es für die Haushalte eine Bioenergietonne und eine trockene Werkstofftonne geben.

In der Diskussion wurde unter anderem auch das Problem des freigemessenen Bauschutts aus dem AKW Obrigheim angesprochen. Für Dr. Ginter steht fest, dass davon keine zusätzliche Strahlenbelastung ausgeht: „Die öffentliche Diskussion ist dem Problem nicht angemessen. Unser Alltagsleben ist radioaktiv.“ Es gebe keine gangbare Alternative zum jetzigen Konzept. „Wir gehen auf die Ängste ein, versuchen sachlich zu informieren.“

Auf dem Weg zum Höhepunkt der Besichtigungstour in Sansenhecken ging es dann vorbei am Deponiegelände zum Biomassezentrum, das der Energiegewinnung dient, indem Holzschnitzel, Holz und Grüngut im Biobrennstofflager verarbeitet werden. Daraus entstehen wertvoller Kompost, Nährhumus verbunden mit „Schwarzerde“ und als „Exportschlager“ auch Pflanzenkohle.

Die Besucher waren von diesem Projekt ebenso begeistert wie von Mitarbeiter Christian Gramlich, der mit viel „Herzblut“ die Produktionsabläufe erläuterte. Kein Wunder, dass die AWN inzwischen sogar in China aktiv war.

Zum Abschluss des Besuches bedankte sich SU-Kreisvorsitzender Hans Rüdinger unter großem Beifall der Besucher bei Dr. Ginter für den aufschlussreichen Nachmittag. Er erinnerte die Mitglieder an die Hauptversammlung, welche auf den 26. Juli festgelegt wurde. kos