Buchen

Theater-AG des BGB „Und wovor fliehst du?“ – Ein Experiment

Inszenierung ist das Ende eines Prozesses

Archivartikel

Buchen.Flucht ist ein Phänomen, das die Menschen überall in der Welt umgibt. Geflohen wird vor Krieg, vor Vertreibung, Hunger, Gewalt und Verfolgung, unzumutbaren wirtschaftlichen Verhältnissen. Aber auch innerhalb von Gesellschaften findet Flucht statt – Realitätsflucht, Flucht in den Alkohol oder in die Arbeit sind gesellschaftliche Phänomene, die auch vielerorts das Alltagsbild in Deutschland prägen. Diese Themenbereiche haben die Schüler der Theater-AG des BGB in den vergangenen eineinhalb Jahren unter Leitung von Studienrat Christian Eschmann mit theaterpädagogischen Methoden erforscht.

Vieles erlernt

Während der vielen Stunden, die die Schüler zusammen verbracht haben, haben sie grundlegende Techniken, die Schauspieler, Dramaturgen und Regisseure vor und hinter der Bühne benötigen, um eigene Ideen zu entwickeln und umzusetzen, erlernt. Früh stand fest, dass die Gruppe zu einem Thema arbeiten wollte, das gleichermaßen alltäglich und aktuell ist, das in der großen Politik und am kleinen Wohnzimmertisch relevant sein kann. Aus diesem Grund haben sich die Schüler für das Thema Flucht entschieden. In den folgenden Monaten wurde ausprobiert, gespielt, geschrieben und verworfen. Vor allem mit den Rollen, die in diesen Prozessen nach und nach Formen annahmen, haben sich die Spieler intensiv auseinandergesetzt.

Theatercollage

Dabei sind verschiedene Szenen entstanden, die sich nach und nach zu Handlungssträngen und schließlich zu einem Stück zusammengefügt haben. Erzählt wird keine zusammenhängende Geschichte – vielmehr studieren die Schauspieler verschiedene (Stereo-)Typen in alltäglichen wie extremen Lebenssituationen und arbeiten heraus, was ihre Figur zur Flucht treibt – oder auch nicht. Die Theatercollage wird beim nachdenklichen kritischen Zuschauer Fragen aufwerfen: Wer bin ich in diesen verworrenen Handlungssträngen? Wovor fliehst du?

Die Darbietung der Theater-AG hat den Charakter einer Werkschau; der rohe, experimentelle Charakter bleibt erhalten. Die Inszenierung ist das Ende eines Prozesses, den die Theater-AG bei ihrer Arbeit durchlaufen hat. Alle Szenen, Ideen und auch der Stücktext stammen ausschließlich von den Mitgliedern der Theater-AG.