Buchen

Sportplätze in der Region (Teil 2) Städte und Gemeinde übernehmen meist nur einen Teil der Pflege / Unterstützung für Fußballvereine fällt unterschiedlich aus

Jede Kommune spielt ihr eigenes Spiel

Inwieweit Vereine bei der Platzpflege unterstützt werden, dafür gibt es unterschiedliche Regelungen. Die FN führten eine Umfrage bei Vereinen, Städten und Gemeinden durch.

Buchen. Damit der Sportplatz ganzjährig in möglichst sattem, dichten Grün erstrahlt, ist viel Pflege notwendig. Zu jeder Jahreszeit ist dies für Vereine und Städte eine Herausforderung. Doch wer übernimmt welche Arbeiten? Dieser Frage gingen die Fränkischen Nachrichten nach.

Bauhof übernimmt Pflege

In Walldürn obliegt die Pflege der drei Rasenplätze auf dem Sportgelände Süd größtenteils der Stadt. Lediglich auf dem Hauptspielfeld betreibt die dort beheimatete Eintracht einen Rasenmähroboter. „Mit diesem haben wir bisher gute Erfahrungen gemacht. Einer unserer Vereinsmitarbeiter wartet und betreut ihn regelmäßig“, so der Vereinsvorsitzende Jürgen Mellinger.

Für die Bewässerung der Plätze ist ausschließlich die Stadt Walldürn verantwortlich, allerdings trägt die Eintracht die Hälfte der anfallenden Kosten. Der Verein ist gemäß einer Vereinbarung mit der Stadt für die Pflege der Außenanlage zuständig. Dazu gehören auch ein Spiel- und ein Parkplatz.

Die Pflege der acht Vereinssportplätze sowie des Feldes am Schulzentrum „Auerberg“ wird vom Bauhof durchgeführt. In Absprache mit den Vereinen erstellt die Stadt einen Arbeitsplan, wann welcher Platz bearbeitet wird. „Aufgrund der momentanen Trockenheit ist es äußerst schwierig, fünf bis sechs Zentimeter in die Böden zu gelangen, um dann den Rasensamen zu streuen. Diese Tiefe benötigen wir in der Regel aber, damit die Halme fest anwachsen“, beschreibt Heike Schubert, Sachbearbeiterin Tiefbau der Stadt, eines der aktuellen Probleme.

Alle acht Jahre wird zudem eine Fremdfirma beauftragt, die mit entsprechenden Geräten wesentlich tiefer in die Böden der Sportplätze gelangt. „Das Aerifizieren, also das Belüften des Erdreiches, ist nach so vielen Jahren einfach notwendig. So gelangt Luft an den Boden, der Dünger wird wieder besser aufgenommen und die Qualität der Böden steigt“, so Schubert weiter.

Der SV Großeicholzheim wird ebenfalls von der Gemeinde Seckach bei der Pflege der beiden Sportplätze unterstützt. So werden die Plätze bei Bedarf gemäht und alle zwei Jahre gesandet. Alle anderen Maßnahmen auf dem gesamten Sportgelände erbringt der Verein durch viele ehrenamtliche Helfer in Eigenleistung. Die anfallenden Kosten für die Bewässerung trägt zwar die Gemeinde, allerdings führt der SV diese dann selber durch. Das Hauptspielfeld besitzt eine elektronische Beregnungsanlage, der Trainingsplatz wird mit einem Rasensprenger bewässert.

Pflegeauftrag für den TV

Auch der vereinseigene Rasenplatz des TV Hardheim ist mit einer elektronischen Beregnungsanlage ausgestattet. Die Kosten für die Bewässerung werden bis zu einer jährlichen Menge von 1400 Kubikmeter übernommen. Diese Regelung gilt in der Gemeinde Hardheim für alle Vereine. Bei höherem Verbrauch werden die Kosten dann in Rechnung gestellt. Weiter bekommt jeder Verein einen jährlichen Zuschuss zur Pflege, der von individuellen Faktoren abhängig ist.

So erhält der TV jedes Jahr 3900 Euro. Neben dem Rasenplatz übernimmt der Verein auch alle anfallenden Pflegemaßnahmen für einen Kunstrasenplatz, ein Beachvolleyballfeld sowie Kleinspielfeld. Die letztgenannten sind allerdings Eigentum der Gemeinde. Über die vom TV auszuführenden Maßnahmen wurden Vereinbarungen getroffen. Hierfür ist dann der beim TV Hardheim angestellte Platzwart Waldemar Halbaur zuständig. Er düngt, mäht und locht den Rasenplatz oder fährt mit einer speziellen Egge über den Kunstrasenplatz.

Ohne Ehrenamtliche geht’s nicht

Bei der SpVgg Sindolsheim werden alle Maßnahmen in Eigenregie erbracht. Die Gemeinde Rosenberg übernimmt keine Kosten, die im Zusammenhang mit der Pflege entstehen. Allerdings erfährt der Verein in anderen Bereichen immer wieder Unterstützung. So pflegt die Gemeinde regelmäßig die Außenflächen. Erst kürzlich wurde auf dem Sportgelände ein Spielplatz neu angelegt.

Alle anfallenden Maßnahmen auf dem Platz sowie der Abtransport von gemähtem Rasen übernimmt ein landwirtschaftlicher Betrieb kostenlos. Für das Mähen hat man einen Mitarbeiter engagiert, der dies mit dem ehemaligen Rasenmäher-Bulldog der Stadt Rosenberg durchführt. Die SpVgg übernahm den Bulldog, nachdem sich alle anderen Vereine der Gemeinde einen Mähroboter angeschafft hatten.

Beim TSV Merchingen bewerkstelligt man die Pflege des Platzes ebenfalls in Eigenregie, erhält aber einen jährlichen Zuschuss von 340 Euro seitens der Gemeinde Ravenstein. Alle anfallenden Arbeiten werden von ehrenamtlichen Mitarbeitern durchgeführt. „Diese sind in den letzten Jahren aber immer weniger geworden, so dass wir uns schon häufiger Gedanken gemacht haben“, berichtet Manfred Zier, Vorstand Sport beim TSV. Beispielsweise scheiterte die Anschaffung eines Mähroboters an den nicht vorhandenen finanziellen Mitteln.

Technisch bestens ausgestattet

Beim SV in Adelsheim ist man dagegen technisch bestens ausgestattet. „Im Jahr 2016 haben wir drei Mähroboter angeschafft. Zudem verfügen die beiden Spielfelder über eine Beregnungsanlage“, erläutert Ralf Remmler, Finanz- und Verwaltungsvorsitzender des SV. Das Wasser wird kostenlos aus der nebenan fließenden Seckach entnommen. Weitere Unterstützung oder finanzielle Hilfen für die Pflege der Plätze erhält der Verein nicht. „Alle Maßnahmen auf Platz und Sportgelände sind von uns in Eigenleistung zu erbringen. Hierbei hilft uns die kürzlich durchgeführte Neustrukturierung der Vereinsarbeit“, zeigt sich Remmler zufrieden.

Der SVA schuf neue Ressorts und konnte die Arbeit so auf mehrere Schultern verteilen. Dadurch sind einzelne Mitglieder besser spezialisiert. Im Zuge der Umstrukturierung gelang es, circa 30 neue Ehrenamtliche zu gewinnen.

Stadt stellt Wasser zur Verfügung

Auch in den Buchener Stadtteilen muss teilweise selber für die Pflege der Plätze gesorgt werden. In den Ortsteilen gibt es jeweils einen vereinseigenen und einen städtischen Platz. Auf allen städtischen Plätzen sind Beregnungsanlagen installiert. Unabhängig von den Eigentumsverhältnissen werden für alle Plätze die Wasserkosten übernommen. Bei vorhandenen Quellen und Zisternen kann darauf kostenlos zurückgegriffen werden.

Für das Mähen und Bewässern Plätze sind die Vereine verantwortlich. Sie können aber einen Kostenanteil für die Anschaffung von Mähgeräten oder Utensilien für den Spielbetrieb von der Stadt erstattet bekommen. Pflegearbeiten wie Düngen, Vertikutieren oder Säen werden auf den städtischen Plätzen vom Bauhof durchgeführt. Für die Vereine entstehen dabei keine Kosten. Ausgenommen ist die Besandung: Hier sind 50 Prozent der Kosten von den Vereinen zu tragen.

In der Kernstadt befinden sich auf dem Areal des Frankenlandstadions vier Plätze, die alle im Stadteigentum sind. Die Pflege koordiniert und führt der Hausmeister der Grundschule mit Hilfe des Stadtgärtners durch. Die Beanspruchung von Schulen und Vereinen macht eine ganztägige Betreuung notwendig. Für diese Plätze übernimmt die Stadt die gesamten Kosten.