Buchen

Verein „Aktion Hungernde Kinder“ Rund 2,5 Millionen Euro in 37 Jahren erwirtschaftet

Jeden Cent in Awasa investiert

Archivartikel

Buchen.Es bedurfte einer zweiten Mitgliederversammlung bis feststand: Der neue Vorstand des Vereins „Aktion Hungernde Kinder“ ist der alte. In der ersten Mitgliederversammlung am 16. März und auch danach konnte kein Kandidat für den Vorsitz des Vereins gewonnen werden.

Deshalb erklärten sich die beiden bisherigen Vorsitzenden, Norbert Linsler und Ernst Mader, bereit, dem Verein für weitere zwei Jahre vorzustehen, was durch deren Wiederwahl in der Mitgliederversammlung am Samstag legitimiert wurde.

Dem erweiterten Vorstand gehören Constanze Fürst, Adelheid von Basum (Beisitzer), Hertha Grimm, Markus Fürst (Kassenprüfer), Christina Kull (Kassenführer) und Dr. Claudia Assimus (Schriftführerin) an. Somit ist der Fortbestand des Vereins zunächst gesichert.

Veranstaltungen aufgegeben

Nach der Begrüßung hatte Vorsitzender Linsler zunächst den Blick auf die alternde Gesellschaft gerichtet und festgestellt, dass diese Entwicklung sich auch in der Mitgliederstruktur des Vereins widerspiegelt. Die meisten Mitglieder sind Mitglieder der ersten oder der frühen Stunde und sind deshalb 37 Jahre oder bereits einige Jahrzehnte dem Verein verbunden. Gegenwärtig zählt der Verein 43 Familien- und elf Einzelmitgliedschaften. Wegen Alter und Krankheit vieler Mitglieder mussten die öffentlichen Veranstaltungen wie die Teilnahme am „Goldenen Mai“, am Weihnachtsmarkt oder auch das jährlich zweimalige „Einfache Essen“ aufgegeben werden.

Geld für Bildung und Gesundheit

Im Rückblick auf die Leistungen und Erfolge des Vereins in den 37 Jahren seines Bestehens hob der Vorsitzende die Tatsache hervor, dass es gelungen ist, jeden gespendeten oder erwirtschafteten Cent ins Notgebiet in der Diözese Awasa zu schicken, da auch die anfallenden Vereinskosten stets gespendet worden sind. Insgesamt ist seit der Gründung des Vereins der stattliche Betrag von knapp zweieinhalb Millionen Euro nach Awasa geflossen, wo das Geld überwiegend im Bildungs- und Gesundheitssektor eingesetzt worden ist.

Um den niedrigen Bildungsstand der Menschen in Südäthiopien anzuheben, sind mit Vereinsgeldern in Höhe von 1 440 705 Euro mehrere Schulgebäude errichtet, weitere Schulen instandgesetzt oder von einer vierklassigen Grundschule zu einer achtklassigen Primarschule ausgebaut worden. Für Tausende arme Schüler sind zusätzlich Schulpatenschaften übernommen worden.

Da in der Vergangenheit besonders den Mädchen und Frauen der Zugang zur Schule verwehrt blieb, galt das Augenmerk des Vereins besonders der Mädchen- und Frauenbildung.

Großen Anteil am finanziellen Erfolg des Vereins hatten viele Schulen aus unserer Region. Noch heute steuern Schulen in Osterburken, Buchen und Gundelsheim circa 40 Prozent zu den Jahreseinnahmen des Vereins bei. Im vergangenen Jahr war dies 27 006 Euro.

Projekte unterstützt

Durch diese Zuwendung war der Verein im Jahr 2018 in der Lage, den Betrag von 61 400 Euro nach Awasa weiterzuleiten. 15 000 Euro flossen als Restzahlung für den Schulbau in Daye, 30 100 Euro für Bereitstellung von Schülerpatenschaften, 4200 Euro für den Umbau der Mutter-Kind-Klinik in Bushulo und 2100 Euro für die Frauenfachschule in Awasa.

Abschließend diskutierten die Mitglieder Projekte, die demnächst mit Vereinsgeldern unterstützt werden könnten. Dazu zählen der Anbau eines Klassenzimmers mit Möblierung an die Primarschule in Daye, die Unterstützung des Neubaus der Mutter-Kind-Spezialklinik in Bushulo und der Unterhalt der Frauenfachschule in Awasa.