Buchen

"Bedemer Hannmertli" Ausgrabung der Fastnacht "ohne Schäden" überstanden / Das Dach über dem Vorplatz des Jugendhauses bot den Fastnachtern Schutz

Kein Zögern und Zähneklappern festzustellen

Bödigheim.Wenn bei den "Hannmertli" Bedenken bestanden, wie man heuer die Ausgrabung der Fastnacht ohne Schäden an Leib und Seele überstehen würde, dann waren alle Befürchtungen ob des nasskalten Wetters schnell verflogen.

Rechtzeitig nämlich war das feste Dach über dem Vorbau des Jugendhauses montiert worden. In seinem Schutz sorgten die Heizpilze für ausreichend Licht und Strahlungswärme. "Heiße Worscht" aus dem Kessel und Glühwein erledigten den Rest: Sogar die Garde in ihrer kurzen, kniefreien Montur atmete auf und präsentierte sich ohne Gänsehaut.

Pünktlich versammelte die Vorsitzende Desirée Bischoff ihre närrische und "aufgekratzte" Gefolgschaft, um die traditionelle Ausgrabung der Fastnacht vorzunehmen.

Die Schüsseln mit der leicht angewärmten "Glumbe" fanden ihren windgeschützten Platz. Tabletts mit den Heringshappen und dem obligatorischen Schluck waren gerichtet und an den Vollstrecker Jürgen Kirmse übergeben. Auch der Vorstand schien wetterfest zu sein, denn das sonst zu beobachtende Zögern und Zähneklappern beim Eintunken der entblößten linken Füße konnte nicht festgestellt werden.

Für den verhinderten Zeremonienmeister Heinrich Welser sprach als Vertreter Sven Kirschenlohr den Eid vor und ordnete das Nachsprechen an. "Ich gelobe bei meinem linken Fuß in der 'Glumbe' und dem Hering in der rechten Hand, der Bedemer Faschenacht ein treuer und närrischer Diener zu sein."

Salzigen Hering geschluckt

Auch der erweiterte Vorstand in seinen roten Röcken musste sich danach dem Gebot unterwerfen und schluckte brav den salzigen Hering. Seinem Eid musste er hier schon das erste Mal unerbittlich gerecht werden, getreu dem Wortlaut: "Um der Vorstandschaft unsere Treu' zu beweisen, müssen auch wir in den Hering beißen. Auf die Fasenacht schwör'n wir unsern Eid, ab heut' hem wir für nix mehr Zeit!"

"Angie", so in diesem Jahr der Name des Maskottchens, hielt sich still im Hintergrund und schien sich an der Seite von Siggi Rohm auf Sondierungsgespräche und Koalitionsverhandlungen vorzubereiten.

Keinen Millimeter ist der neue, nach den Wahlen weiblich dominierte Vorstand von dem Ablauf der Ausgrabung abgewichen. Seine Feuertaufe hat er anstandslos bestanden - so wie auch das feste Dach über dem Vorplatz des Jugendhauses, eine für die Durchführung von Veranstaltungen sehr sinnvolle Verbesserung, bereits beim ersten Mal seiner Zweckbestimmung vollauf gerecht wurde. BW