Buchen

50 Jahre Neuapostolische Gemeinde Buchen Gemeindefest mit Grußworten, Gottesdienst und Konzert mit der Gruppe „Tonart“

Lebendige Gemeinde, Segen für andere

Archivartikel

Die neuapostolische Kirchengemeinde Buchen feierte am Sonntag ihr 50-jähriges Bestehen mit einem Gemeindefest.

Buchen. „Es gibt nichts Größeres, als dass ein Mensch für andere ein Segen ist.“ Mit diesem Zitat von Dietrich Bonhoeffer begann Bürgermeister Roland Burger sein Grußwort. Der Festtag begann mit einem Gottesdienst, den der Bezirksvorsteher des Kirchenbezirks Eberbach, zu dem die Gemeinde Buchen gehört, Bezirksältester Helmut Hoffmann, leitete.

Während die ersten Gottesdienste noch in einem angemieteten Kirchenlokal in der Hochstadtstraße stattfanden, hat die Gemeinde seit 1972 ihr eigenes Kirchengebäude an der Ecke Nahholz/Brünner Straße, welches 1996 durch den heute noch bestehenden, zeitgemäßen Neubau ersetzt wurde (die FN berichteten).

Kraftvoll erklang gleich zu Beginn die Orgel mit dem gemeinsam gesungenen Lied „Großer Gott, wir loben dich“. Chor und Orchester umrahmten mit ihren Liedbeiträgen den Gottesdienst.

Es sei der Liebe und Gnade Gottes zu verdanken, dass die Kirchengemeinde auch in der heutigen Zeit noch ein aktives Gemeindeleben habe, so der Bezirksälteste in seiner Predigt. In einer Gesellschaft, in der Egoismus und Individualismus immer mehr an Bedeutung gewinnen, sähen sich mehr und mehr Menschen durch die Kirchen in Ihrer Freiheit eingeschränkt. Er forderte die Gemeindemitglieder dazu auf, trotzdem ihre Identität als Christen zu bewahren, den Menschen mit Liebe und Vergebungsbereitschaft zu begegnen und Jesus Christus in den Mittelpunkt ihres Lebens zu stellen. Ihr Handeln solle frei von Egoismus, frei von Streben nach Erfolg zu Lasten anderer und frei von Berechnung sein.

Verbundenheit der Christen

Bezirksevangelist Peter Dambach, stellvertretender Leiter des Kirchenbezirkes Eberbach, wies in seinem Wortbeitrag auf die Verbundenheit der Christen durch Jesus Christus, unabhängig von der Glaubensgemeinschaft, hin. Ein 50-jähriges Bestehen einer Gemeinde käme auch dadurch zustande, dass die Verbundenheit im Glauben stets im Mittelpunkt stünde.

Den Dank Gott gegenüber für die Gemeinschaft in der Gemeinde und für das Engagement der Mitglieder, stellte Buchens Gemeindevorsteher Evangelist Dr. Gunther Hirsch in seinem Predigtbeitrag in den Mittelpunkt.

Priester Jürgen Augat, Leiter der Gemeinde Michelstadt, selbst „ein Buchener Kind“ und lange Zeit Mitglied der Gemeinde Buchen, rief dazu auf, Jesus als Vorbild zu nehmen und die Liebe und Freiheit, die die Menschen durch ihn erfahren würden, an ihre Mitmenschen weiterzugeben.

Im Anschluss an den Gottesdienst richtete der Bürgermeister Roland Burger, Grußworte an die Kirchengemeinde. „Wenn Menschen füreinander ein Segen sind, dann blüht die Gemeinschaft. Die Gemeinschaft wiederum kann Sicherheit, Geborgenheit, Halt und Orientierung geben. Christliche Kirchen stehen seit jeher beispielhaft für diese Gemeinschaften.“

Nach dem Mittagsbuffet gratulierte Pfarrerin Irmtraud Fischer von der evangelischen Christusgemeinde Buchen zu dem Jubiläum. Die Zeit für Gespräche war bei Kaffee und Kuchen fast zu kurz. In den Kirchenräumen konnten sich alle Interessierten über die Gemeindehistorie anhand verschiedener Schautafeln und der ausliegenden Festschrift, die eigens für das Jubiläum erarbeitet wurde, informieren.

Priester i. R. Bernd Felde, hatte aus seinem reichen Archiv im Kirchenschiff Bilder im Großformat aufgehängt und Videosequenzen zusammengeschnitten, die die gemeinsamen Ereignisse und Erinnerungen aufleben ließen.

Der Festtag wurde mit einem Konzert der Gruppe „Tonart“ „Feel go(o)d“ begeisternd und schwungvoll beschlossen. Bevor die sechs Musiker und Musikerinnen modernes geistliches Liedgut zu Gehör brachten und viel Applaus erhielten, bot sich den zahlreichen Festgästen die Gelegenheit, den Grußworten der Dekane Johannes Balbach von der katholischen und Rüdiger Krauth von der evangelischen Kirche sowie Landrat Dr. Achim Brötel zu lauschen.

Gemeindevorsteher Dr. Gunther Hirsch bekannte: „Wir sind dankbar, dass wir in der Stadt Buchen unseren Platz haben. Wir schätzen den Kontakt zu Landrat und Bürgermeister, ebenso die Wertschätzung der christlichen Kirchen vor Ort. Wunderbar, was da in wenigen Jahren an Verständnis und Verbundenheit gewachsen ist.“

„Wir lernen voneinander“

Die Dekane verdeutlichten die erfreulich rasche Entwicklung der ökumenischen Zusammenarbeit in den letzten Jahren. Gemeinsam unterstrichen sie „Wir lernen voneinander und beten miteinander. In unserer Verschiedenheit achten wir einander und sind bestrebt, das gemeinsame Zeugnis unseres Glaubens noch stärker und noch überzeugender in die Welt zu tragen“, und überreichten ein wertvolles Bibel-Faksimile.

Landrat Dr. Achim Brötel stellte der Gemeinde ein beachtliches Zeugnis aus: „Als ausgesprochen ermutigend empfinde ich es, dass Sie eine sehr aktive Kirche sind. Zwei Gottesdienste pro Woche mit inspirierenden, frei gehaltenen Predigten, eine umfassende seelsorgerliche Tätigkeit sowie ein reger Austausch mit anderen Gemeinden. Hinzu kommt, dass Sie ganz bewusst nicht unter sich bleiben wollen. Jeder ist dazu eingeladen. Genau das brauchen viele in einer immer komplexeren Welt wahrscheinlich dringender denn je. Jemand, der für ihre Sorgen, Nöte, Hoffnungen und Sehnsüchte da ist. Jemand, der Orientierung gibt, zumal wenn sich diese Orientierung auch noch maßgeblich aus der frohen Botschaft des Neuen Testaments speist.“

So konnte sich die „jung gebliebene 50-Jährige“ auch an Ihrem Jubiläumstag als lebendige Gemeinde erleben und präsentieren.

Dr. Gunther Hirsch