Buchen

Sechstägige Konzertreise des Konzertschors „Cantamus“ Irland hautnah mit Gesang in Pubs, Kirchen und auf öffentlichen Plätzen erlebt

Lebensart und Kultur kennengelernt

Archivartikel

Singen in Kirchen, in Pubs sowie auf öffentlichen Straßen und Plätzen: Der Konzertchor „Cantamus“ vom MGV „Liederkranz“ Buchen hat bei einer sechstägigen Reise durch Irland viel erlebt.

Buchen. Einblicke in die irische Lebensart und Kultur hat der Konzertchor „Cantamus“ auf seiner Irlandreise gewonnen, dabei aber auch ein Stück deutsche Chorkultur auf die Insel im Atlantik gebracht. Die rund 50-köpfige Reisegruppe, darunter fast 40 Sängerinnen und Sänger, kehrte am späten Fronleichnamsabend von einer beeindruckenden sechstägigen Reise zurück. Bereits am zweiten Reisetag, dem Sonntag, bestritt der Chor ein einstündiges geistliches Konzert in der St. Andrew’s Church in Dublin. Vor einem leider sehr überschaubarem Publikum sang der gemischte Konzertchor unter anderem Werke von Josef Rheinberger, Felix Mendelssohon-Bartholdi, Camille Saint-Saens, Karl Jenkins und Joseph Haydn.

Zuvor hatten die Reiseteilnehmer die Bibliothek des berühmten „Trinity College“, der ersten Universität in Irland, besichtigt. Bei einer Stadtrundfahrt erfuhren die Chormitglieder und ihre Begleiter Interessantes über die Architektur und Geschichte der größten Stadt Irlands. Wesentlich mehr Zuhörer als in der Kirche erfreuten die Sänger am Molly-Malone-Denkmal mitten in der Dubliner Altstadt mit dem Molly-Malone-Lied in einem Satz von Chorleiter Michael Wüst.

Die Buchener waren von Einheimischen und Touristen umringt. Viele zückten ihre Smartphones und fotografierten oder filmten dieses ungewöhnliche Schauspiel. Molly Malone war eine Fischhänderin, die in einem gleichnamigen Lied besuchen wird. Ihr Denkmal gilt als eines der Wahrzeichen der irischen Hauptstadt.

Klosteranlage besichtigt

Am dritten Reisetag verließ die Gruppe Dublin und besichtigte die Klosteranlage Clonmacnoise. Diese am Fluss Shannon und einer Handelsstraße gelegene Anlage gründete der Mönch und Heilige St. Clarán im sechsten Jahrhundert. Sie entwickelte sich zum geistlichen und geistigen Zentrum Irlands. Viele bedeutende Bücher wurden dort geschrieben. In den Ruinen der Kathedrale stimmte der Chor aus Buchen Rheinbergers „Kyrie“ sowie „Abide with me“ von William Henry Monk und „Alta trinita beata“ aus dem 15. Jahrhundert an. Viele Touristen unterbrachen ihre Besichtigung, um den Gesang zu genießen. Sogar die Vögel hielten während des Vortrags in ihrem Krächzen inne.

Am Nachmittag desselben Tages stand die Besichtigung der Stadt Galway auf dem Programm, die an der Westküste gelegen ist. Die 80 000-Einwohner-Stadt verfügt über einen kleinen, malerischen Stadtkern mit vielen Restaurants, Pubs und Geschäften. Sie gilt als Zentrum der Straßenmusik. Das kam dem Chor aus dem Odenwald natürlich sehr entgegen. Mit seinem Gesang überraschte er Touristen und Einheimische gleichermaßen, die wesentlich kleinere musizierende Ensembles in der Fußgängerzone gewohnt sind.

Der nächste Tag war dem Connemara-National-Park gewidmet. Dort besichtigten die Buchener die Kylemore Abbey mit ihren wunderschön angelegten Gärten. Die Abtei wurde ursprünglich als Schloss erbaut. Im Jahr 1920 ließen sich dort Benediktiner-Nonnen nieder, die dort unter anderem ein internationales Mädcheninternat einrichteten. Dieses wurde im Jahr 2010 geschlossen. Auch hier sang „Cantamus“ in einer Kapelle vor zahlreichen Zuhörern, die vom Gesang und der Akkustik begeistert waren.

Herrliche Akustik

Touristische Höhepunkt der Reise waren sicher die weltbekannten „Cliffs of Moher“ an der Westküste im County Clare. Die Klippen erstrecken sich über acht Kilometer und ragen rund 120 Meter senkrecht in die Höhe. Von dort steuerte „Cantamus“ einen idealen Ort an, um das bekannte irische Lied „Whiskey, you’re the devil“ in einem Satz von Chorleiter Michael Wüst anzustimmen: die Whiskey-Destillerie Tullomore. Dort wurden den Sängerinnen und Sängern das Herstellungsverfahren des hochprozentigen Getränks erläutert, bevor sie ein Gläschen zum Probieren erhielten und dem Whiskey musikalisch ihre Reverenz erwiesen. Mit einem besonderen Erlebnis endete die Reise schließlich am Fronleichnamstag. Im Rahmen einer Konzertreihe gestaltete der Chor in der mittelalterlichen „Christ Church Cathedral“ ein halbstündiges musikalisches Programm. Eine herrliche Akustik, ein wunderschönes Ambiente und ein dankbares Publikum sorgten für den idealen Abschluss einer außergewöhnlichen Reise. mb