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Muttertagskonzert des Musikvereins Hettingen Zuhörer tauchten ein in die Geschichten und Hintergründe der Musik / Geschmack des Publikums getroffen

Lieder schwungvoll zum Leben erweckt

„Melodien zum Muttertag“ präsentierte der Musikverein Hettingen in der voll besetzten Lindenhalle. Eine besondere Ehrung stand ebenfalls an: Vorsitzender Volker Mackert ist seit 50 Jahren Mitglied.

Hettingen. Es war mit Sicherheit nicht nur der freie Eintritt, der viele Musikfreunde in die rund zweistündigen „Melodien zum Muttertag“ des Musikvereins Hettingen in die fast voll besetzte Lindenhalle lockte. Dem Publikum wurde einiges geboten. Auf dem Programm stand eine Reise mit musikalischen Stationen in Österreich, Italien, England, den USA und Skandinavien. Aber es war nicht nur das vielfältige Programm mit diversen Musikrichtungen, dass die Zuhörer begeisterte. Es war das sicht-, spür- und vor allem hörbare Engagement der rund 30 Musiker des Musikvereins, der sich einer weit über hundertjährigen Tradition erfreut und seiner Geschichte einen neuen beachtlichen Beitrag hinzufügte.

Dass den Musikern das gelang – und das war sichtlich die Meinung des Publikums – liegt sicher an dem besonderen Geist im Verein und dem tiefen Zusammengehörigkeitsgefühl, das einem familiären Verhältnis gleicht. Die Musizierenden und ihre Instrumente ließen die Geschichten sowie deren Hintergründe lautmalerisch aufleben. Man glaubte, mitten in den zuvor umschriebenen Szenen zu stehen.

Spürbare Dramatik

Das erste Lied, der „Kaiserjäger-Marsch“, führte das Publikum nur kurz in die Zeit des 19. Jahrhunderts zurück. Dann aber ließ die schmissig-kantig-schwungvolle Umsetzung die Richtung der „Melodien zum Muttertag“ erahnen. Und die Musiker trafen damit den Geschmack des Publikums, das jedes Lied mit anhaltendem prasselnden Beifall quittierte. Die musikalische Interpretation von „Tolf Synir“ (Zwölf Söhne) – eine nordische Legende eines Mannes, der elf seiner zwölf Söhne tötet, weil ihm sein Tod durch die Hand seines Sohnes prophezeit wurde – stand als nächstes auf dem Programm. Bei der Musik spürte man dank des Ensembles die Attacken des Vaters auf seine Söhne und die Rache des letzten Sohnes beinahe am eigenen Leib. Gleiches galt für „La Cittadella“, eine musikalische Impressionen der Verhältnisse in Assisi: einer Stadt, in der Touristenströme auf ein Hospiz für Schwerbehinderte stoßen und an dessen Ende die Hoffnung steht.

„The second waltz“, erstmals aufgeführt im Jahr 1988, war schon mehrfach in Filmen zu hören. Vor der Pause folgte noch die berühmte „Tritsch Tratsch Polka“ von Johann Strauss, eine musikalische Karikatur der Boulevardpresse in den Strauss-Zeiten.

Genauso schwungvoll ging es auch nach der Pause weiter. Nach Scharnagls „Von Freund zu Freund“-Polka folgte direkt Frank Sinatras „My way“ – eine Interpretation mit einem Trompetensolo von Thorsten Michel. Sinatra hatte seinerzeit sein bekanntestes Stück in 20 Minuten in nur zwei Versuchen aufgenommen. Schmissig ging es weiter: „Perfect“, ein Popsong, der den Weg von einfacher Freundschaft zur Entstehung der Liebe des Lebens beschreibt, berührte das Publikum ebenso wie das berühmte „Music“ von John Miles.

„Hard Rock Stones“ zum Finale

Das große Finale „Hard Rock Stones“, ein Potpourri aus drei britischen Leckerbissen, rundete die Veranstaltung ab: „I can´t get no satisfaction“, „All right now“ von Free und „Smoke on the water“, eine Hommage an den Brand des Casinos in Montreux (Schweiz) der unvergessenen Band Deep Purple.

Zwei Zugaben

Das Publikum quittierte die Lieder mit stehenden Ovationen und entlockte dem Ensembles mit „Don´t stop believin’“ und einen weiteren „Hard Rock“ zwei Zugaben.

Daneben – und das sollte nicht unterschlagen werden – standen Ehrungen auf dem Programm. Geehrt wurden für seine 50-jährige Zugehörigkeit im Musikverein der Vorsitzende, Volker Mackert, und für ihre 15-jährige aktive Mitwirkung Jacqueline Mackert.

Der Vorsitzende steht dem Verein seit einigen Jahren vor und ist seit einem halben Jahrhundert ein engagierter und für den Verein unverzichtbarer Musiker. Bester Beleg für ein harmonisches Zusammenspiel von Alt und Jung sind die Jubilarin Jaqueline Mackert und die Jungmusiker Tjark Scheuerich und Lennard Swoboda, die im Rahmen der Veranstaltung Preise für das Bestehen der anspruchsvollen Musikerprüfung erhielten.

Die Ehrungen wurden von der stellvertretenden Vorsitzenden des Musikvereins, Beatrix Spahr, und dem Präsidenten des Blasmusikverbandes Tauber-Odenwald-Bauland, Herbert Münkel, in Gegenwart befreundeter Musikvereine aus dem Umland vorgenommen.