Buchen

Veranstaltungsreihe des Arbeitskreises Gerontopsychiatrie Auftakt mit Vernissage in Mosbach / Michael Hagedorn zeigt Bilder alter Menschen

„Magischen Moment“ im Bild festgehalten

Archivartikel

Berührende Fotografien von Michael Hagedorn sind derzeit in Mosbach zu sehen. Die Vernissage bildete den Auftakt einer Reihe von Informationsveranstaltungen zum Thema „Demenz“.

Mosbach. Als Ort der Begegnung bildet das Küchenstudio „Kompass“ in Mosbach den passenden Rahmen zur Foto-Ausstellung „Was heißt schon alt“. Sie regt dazu an, den Menschen, speziell den alten Menschen, wieder in den Mittelpunkt der Gesellschaft zu stellen.

Mit dieser Ausstellung und weiteren Informations-Veranstaltungen zum Thema „Demenz“ will der Arbeitskreis „Gerontopsychiatrie“ auf die Wichtigkeit der ganzheitlichen Versorgung demenzkranker und pflegebedürftiger Senioren aufmerksam machen.

Zentrale Anlaufstelle

„Neben guter Diagnostik und Betreuung ist uns die soziale Integration der Senioren wichtig. Hierfür bieten wir die zentrale Anlaufstelle“, betonte Dr. Valentin Hoss, Vorsitzender des Arbeitskreises. Danach verweise man weiter an die jeweils passenden Einrichtungen, seien es Ärzte, Therapeuten oder Pflegeinstitutionen. Hoss’ Dank galt Gabriele König, der stellvertretenden Arbeitskreis-Vorsitzenden, für die Organisation der Ausstellung.

Ein wichtiger Aspekt der Veranstaltungsreihe, so Hoss weiter, sei Ernährung bei Demenz, und dazu passe das Küchenstudio hervorragend. Dessen Inhaber Peter Kolbert hatte zuvor die Gäste begrüßt und erzählt, dass er erst lernen musste, den Begriff „Gerontopsychiatrie“ richtig auszusprechen. Er wisse aber aus zahlreichen Gesprächen, dass die Thematik „Demenz“ viele Familien beschäftige.

Insgesamt 22 großformatige, im Studio verteilte Farbfotografien zeigen auf unkonventionelle Art die Lebensfreude und Lebensgeschichten der Senioren, die aus ganz Deutschland stammen.

Michael Hagedorn, der bereits zum dritten Mal in der Region arbeitet und ausstellt, verwirklichte die Umsetzung mit Projekten wie „Was ist Heimat“, „Mit Leib und Seele“ oder „Wünsch dir was“. Unter anderem brachte er die Senioren in ihr altes Umfeld zurück und fotografierte sie dort: Den Uhrmacher mit seinen Instrumenten, die Köchin des Fliegergeschwaders mit ihrem großen Topf vor einem Flugzeug.

Bei einem Rundgang durch das Küchenstudio gab Hagedorn Schwierigkeiten und Anekdoten zu den Entstehungsgeschichten der Fotos preis und verriet: „Herausforderung und Ziel ist es, den magischen Moment der Situation im Bild festzuhalten und diesen einzigartigen Moment zu finden“.

Inklusion ermöglichen

Seit 13 Jahren beschäftigt sich der international renommierte Foto-Künstler mit dem Menschen und hat in dieser Zeit 80 000 Fotos gemacht. Von den Stereotypen demenzkranker Senioren wegzukommen, Inklusion zu ermöglichen und den Menschen hinter der Krankheit zu zeigen, ist für Hagedorn zu einem Lebensprojekt geworden.

Die Beschäftigung mit dem alten Menschen sei für ihn eine Herzensangelegenheit, ausgelöst durch die enge Beziehung zu seinem Urgroßvater, berichtete Hagedorn. In den Gesichtern alter Menschen spiegele sich Lebensgeschichte und Lebensweisheit. Dort könne man „gelebtes Leben entdecken“. Das zeigen Hagedorns Bilder.

Es folgen die Veranstaltungen zum Thema „Demenz“: Generationenfrühstück im Küchenstudio „Kompass“ in Mosbach, am 6. Oktober, um 10 Uhr; Buchvorstellung „Kuddelmuddel im Kochtopf“ mit anschließender Talkrunde, am gleichen Ort, 7. Oktober, um 15 Uhr. Theateraufführung mit Clown „Seppelino“ und anschließender Talkrunde mit Mitgliedern des Arbeitskreises im Pfarrheim Mudau, 10. Oktober, 18.30 Uhr. Großes Küchenevent mit Alfons Schuhbeck zum Thema „Fingerfood“ im Küchenstudio „Kompass“ in Mosbach, 14. Oktober, von 14 bis 17 Uhr.